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Im Gespräch: Bernd Eilert : „Komik ist Vertrauenssache“

  • Aktualisiert am

Weil er an unpassender Stelle über den Lateinlehrer lachte, flog er von der Schule. Bis heute findet Bernd Eilert, dass Komik subversiv sein müsse. Bild: Wolfgang Eilmes

Dass er Norddeutscher ist, will Bernd Eilert nicht verbergen. Im Gespräch ist er auf freundliche Weise wortkarg. Wenn damit alles gesagt ist, genügt ihm ein „Nö“. Aus seinem Mund ist selbst das interessant.

          Was geben Sie eigentlich als Berufsbezeichnung an?

          Autor.

          Sie haben als Autor nicht nur Tausende von komischen Texten und etliche Bücher geschrieben, Sie verfassen auch Gags für Otto Waalkes.

          Ja, wir arbeiten schon länger zusammen. Ich sitze nicht gern allein am Schreibtisch. Ich schreibe besser abgelenkt. Am liebsten in Cafés oder in der Eisenbahn.

          Sie sind jetzt gerade mit dem Zug aus Hamburg gekommen, sind Ihnen da Gags eingefallen?

          Ja. Zum allgemeinen Bauchverbot, das ich kommen sehe. Ein Härtetest für die Strapazierfähigkeit der deutschen Sprache, was Kalauer angeht.

          Sie schreiben solche Einfälle gleich auf?

          Ich habe immer ein kleines Notebook dabei.

          Die Sache mit dem Bauchverbot schreiben Sie einfach mal so für sich? Oder haben Sie schon eine Verwendung im Sinn?

          Ja, denn ich bereite mit Otto Waalkes dessen nächste Tournee vor, die im Spätsommer startet, dafür brauchen wir noch Material. Aber natürlich muss Otto der Text zumindest im Ansatz gefallen.

          Der Bauch-Ansatz.

          Genau.

          Sind Sie manchmal traurig, dass Otto den Beifall erhält und nicht Sie als Urheber seiner Scherze?

          Überhaupt nicht. Es ist ja Ottos Witz. Ohne ihn würden die Gags doch gar nicht entstehen, geschweige denn zünden.

          Geschenkt, aber die Autorenschaft liegt doch bei Ihnen.

          Wenn man schon solche schrägen Rechnungen aufmachen will, dann muss man doch festhalten, dass der Komiker weniger austauschbar ist als der Autor.

          Sie haben, gemeinsam mit Pit Knorr und Robert Gernhardt, die Drehbücher für acht Otto-Filme geschrieben. Können Sie sich an alle erinnern?

          Klar: Otto - der Film. Otto - der neue Film. Otto - der Außerfriesische. Otto - der Liebesfilm. Otto - der Katastrofenfilm. Dann kam die Märchenphase mit 7 Zwerge - Männer allein im Wald, 7 Zwerge - der Wald ist nicht genug. Zu Weihnachten gibt’s „Otto’s Eleven“.

          Und Sie sind dessen noch immer nicht überdrüssig?

          Aber überhaupt nicht. Ich sitze ja freiwillig Abend für Abend, wenn Otto auf Tournee ist, im Publikum und freue mich über beides: die Zuneigung, die er erfährt, und das Funktionieren der Pointen.

          Klingt relativ einschläfernd, oder?

          Im Gegenteil. Das ist so eine Art „show in progress“. Das heißt, wir basteln immer wieder am Programm herum. Der zweite Abend ist nicht mehr wie der erste und der zehnte nicht wie der neunte. Die ständigen Neuerungen sind auch für den gut, der auf der Bühne steht. Er kann immer wieder gespannt darauf sein, wie die Änderungen ankommen.

          Was wäre jemand wie Otto Waalkes ohne Menschen wie Ihresgleichen?

          Er wäre nach wie vor Komiker. Er war’s ja schon aus eigener Kraft, ehe wir alle uns überhaupt kennenlernten. Allenfalls würde er mehr Musik machen, denn von Haus aus ist er ja Gitarrist.

          Wann haben Sie zueinandergefunden?

          Wir, das waren Robert Gernhardt, Peter Knorr und ich. Und das war in den frühen siebziger Jahren, noch zu „Pardon“-Zeiten. Wir schrieben damals viel für den Hessischen Rundfunk. Und Otto haben unsere Sachen gefallen, sie kamen seiner Vorstellung von amerikanischem Stand-up am nächsten.

          Sind Sie mit Unfug reich geworden?

          Stinkreich – nee Quatsch. Aber man kann davon leben.

          Sie sind jetzt 61 und waren wahrscheinlich Ihr ganzes Leben sozusagen freier Unternehmer. Haben Sie eifrig vorgesorgt? Riester-Rente, Bausparverträge?

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