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„House of Logistics and Mobility“ Land plant Haus der Logistik in Frankfurt

10.06.2008 ·  Wirtschaft, Verkehrsträger und Hochschulen sollen in einem neuem Zentrum für Mobilität zusammenarbeiten. In dem Kompetenzzentrum werden Lösungen für die aktuellen Verkehrsprobleme der Region gesucht.

Von Hans Riebsamen
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Mit Hilfe eines „House of Logistics and Mobility“ (Holm) möchte Hessen die Stellung der Rhein-Mains-Region als europäische Verkehrsdrehscheibe sichern und ausbauen. Das Zentrum soll am Frankfurter Flughafen angesiedelt werden und seinen Sitz in einem Bürohaus im neuen Stadtteil „Gateway Gardens“ finden, welches das Land Hessen der noch zu gründenden Institution zur Verfügung stellen will. Nach Informationen der F.A.Z. ist dafür schon ein Gebäude in Planung.

Ziel der neuen Einrichtung soll es sein, Lösungen für die aktuellen Verkehrsprobleme der Region wie etwa den stark zunehmenden Güterverkehr zu finden sowie neuartige Produkte zu entwickeln und diese weltweit zu vermarkten. Das „House of Logistics and Mobility“ soll in einer öffentlich-privaten Partnerschaft von hessischen Hochschulen, öffentlichen und privaten Verkehrsträgern sowie Unternehmen betrieben werden.

Koch: Hessisches „Leuchtturmprojekt“

Schon in seiner Regierungserklärung vom 9. April hatte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) das Vorhaben als ein hessisches „Leuchtturmprojekt“ angekündigt, allerdings ohne dass seine Ausführungen in der Öffentlichkeit größere Beachtung gefunden hätten. Er werde dem Landtag ein „House of Logistics and Mobility“ ähnlich dem vor kurzem eröffneten „House of Finance“ vorschlagen, hatte der Ministerpräsident angekündigt. Partner sollten Unternehmen aus der internationalen Verkehrs- und Logistikbranche sowie mehrere hessische Hochschulen werden.

Sie sollen mit Kooperationsprojekten und neuen Mobilitätsprodukten oder -lösungen dazu beitragen, die Kompetenzen Hessen auf den Feldern der Mobilität und Verkehrswissenschaften zu stärken. Schon in seiner Regierungserklärung hat Koch klargestellt, dass der Landtag dieses Vorhaben mittragen müsse. Das Parlament solle entscheiden, ob es ein grundsätzliches Interesse daran habe. Andernfalls wäre es sinnlos, dass die Landesregierung mit Partnern über die Finanzierung und die wissenschaftliche Zusammenarbeit spräche.

Stiftungslehrstuhl für Mobilität geplant

Der Vater der Idee, RMV-Geschäftsführer Volker Sparmann, hat jetzt im Gespräch mit der F.A.Z. Details des Vorhabens bekannt gegeben. So sollen die Frankfurter Universität, die Technische Universität Darmstadt, die European Business School und weitere Hochschulen ihre wissenschaftliche Kompetenz in das Haus einbringen. Vorgesehen ist unter anderem ein Stiftungslehrstuhl für Mobilität.

Als Stifter möchte Sparmann Unternehmen wie die Fraport, die Lufthansa oder die Deutsche Bahn AG sowie Firmen aus der Automobilindustrie oder der Speditionsbranche gewinnen. Auch die Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung, der RMV und lokale Verkehrsunternehmen wie die Traffiq sollen in dem „House of Logistics and Mobility“ mitarbeiten. Sparmann hat inzwischen begonnen, mit den ins Auge gefassten Partnern Gespräche über eine Beteiligung an dem Vorhaben zu führen. Er rechnet damit, dass die vorbereitenden Planungen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein werden.

Das Haus der Mobilität soll nach den Vorstellungen Sparmanns eine Brücke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bilden. Eine seiner Aufgaben wird es sein, Fördermittel für Zukunftsprojekte der Region zu erschließen und Drittmittel für Spitzenforscher einzuwerben. Besonders wichtig ist dem RMV-Chef, mit Hilfe der beteiligten Hochschulen einen Ausbildungsgang für Verkehrswissenschaftler einzuführen.

Stärkung des Wirtschaftsstandorts Rhein-Main erhofft

Hintergrund aller Überlegungen ist die besonders hohe Bedeutung von Mobilität für das Verkehrsdrehkreuz Rhein-Main. Mit dem Rhein-Main-Flughafen, dem Frankfurter Kreuz, den Bahnhöfen Flughafen und Frankfurt Hauptbahnhof, dem Railion-Sitz in Mainz sowie den Häfen etwa in Mainz und Hanau ist die Rhein-Main-Region der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in Deutschland. Die Mittelpunktfunktion wird dadurch verstärkt, dass der zentrale Internet-Knotenpunkt in Frankfurt eingerichtet ist.

Von der Kooperation vieler kompetenter Akteure aus der Mobilitätsbranche erhoffen sich Sparmann und seine Mitstreiter eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Rhein-Main und nicht zuletzt auch zusätzliche Arbeitsplätze. Das neue Kompetenzzentrum soll Unternehmen und Kapital anziehen, Rhein-Main soll dadurch gerade auch für Branchenführer zu einem Standort werden, an dem sie vertreten sein müssen. Unter anderem denken sie an eine Marke „Made in Hessen“ für innovatives und effektives Mobilitätsmanagement, mit der man Verkaufserfolge auch außerhalb der Region erzielen kann.

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Jahrgang 1954, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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