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Hochschule Konfuzius-Institut für Frankfurt

12.05.2006 ·  Frankfurts Goethe-Universität plant eine engere Zusammenarbeit mit chinesischen Hochschulen. Im Gegenzug eröffnet das Pekinger Bildungsministerium ein Konfuzius-Institut im Westend.

Von Ralf Euler
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Die Goethe-Universität will ihre Zusammenarbeit mit chinesischen Hochschulen in den nächsten Jahren ausbauen. Universitätspräsident Rudolf Steinberg unterzeichnete in Schanghai ein Kooperationsabkommen mit der dortigen Fudan-Universität, das unter anderem den verstärkten Austausch von Studenten vorsieht. Zudem will das Pekinger Bildungsministerium in Frankfurt noch in diesem Jahr ein Konfuzius-Institut einrichten, das chinesische Pendant zum deutschen Goethe-Institut.

Das Konfuzius-Institut, das die Verbreitung der chinesischen Sprache, Geschichte und Kultur zur Aufgabe hat, werde gemeinsam mit dem Ostasienzentrum der Universität in einer landeseigenen Villa an der Schumannstraße im Westend untergebracht, kündigte Steinberg an. Die chinesische Regierung finanziere dafür zwei Professorenstellen und eine Verwaltungskraft und stelle zudem einen sechsstelligen Betrag für laufende Kosten zur Verfügung. Neben Bildungsangeboten für die Allgemeinheit und für Studenten sollten dort besonders Kurse für Unternehmer und Manager abgehalten werden, die Geschäfte mit China planten.

Lebhafter Wissenschaftsaustausch

Das Frankfurter Konfuzius-Institut wäre das zweite in Deutschland, nachdem vor kurzem bereits eines an der Freien Universität Berlin eröffnet worden ist. Als weitere Standorte haben die Chinesen laut Steinberg Hamburg und Nürnberg ins Auge gefaßt. Weltweit gibt es bisher 64 dieser Kultureinrichtungen, allein in Europa sollen es nach Angaben des Pekinger Bildungsministeriums in den nächsten Jahren rund 100 werden. Steinberg hofft, daß sich das Institut zur Anlaufstelle für Schriftsteller, Wissenschaftler und Kulturschaffende aus China entwickelt.

Aus Sicht von Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der gemeinsam mit Steinberg und einer Delegation von Politikern, Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern durch China und Korea reist, ist die Vereinbarung ein historischer Schritt, der hoffentlich zu einer dauerhaften Partnerschaft und einem lebhafteren Wissenschaftsaustausch führen werde. Derzeit studierten 25.000 bis 30.000 Chinesen in Deutschland, aber nur 1300 Deutsche fänden den Weg nach China, sagte Koch in Schanghai. In Frankfurt gibt es nach Worten von Steinberg rund 150 chinesische Studierende; wie viele Frankfurter Studenten sich in China aufhielten, wisse er nicht.

Der Universitätspräsident wies darauf hin, daß die rund 30.000 Studenten zählende Fudan-Universität zu den besten Hochschulen Chinas gehöre, weshalb er sich von der Kooperation eine wesentliche Stärkung des Zentrums für Ostasienstudien in Frankfurt verspreche. Die Goethe-Universität und die Fudan-Universität hätten beide ähnliche Profile und wissenschaftliche Schwerpunkte. Möglicherweise werde schon Anfang nächsten Jahres in Schanghai ein gemeinsames Banking-Forum mit chinesischen sowie deutschen Juristen und Ökonomen veranstaltet.

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Jahrgang 1960, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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