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Hochschule 33 Millionen Euro aus Erbe von Privatbankier für Uni Frankfurt

16.07.2007 ·  Mit 33 Millionen Euro erhält die Frankfurter Universität die größte private Spende ihrer Geschichte. Das Geld stammt aus dem Erbe des 1975 gestorbenen Frankfurter Privatbankiers Alfons Kassel und seiner Ehefrau Gertrud.

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Mit 33 Millionen Euro erhält die Frankfurter Universität die größte private Spende ihrer Geschichte. Das Geld stammt aus dem Erbe des 1975 gestorbenen Frankfurter Privatbankiers Alfons Kassel und seiner Ehefrau Gertrud. Mit dem Tod Gertrud Kassels im Februar sei fast das gesamte Vermögen zu Stiftungszwecken freigegeben worden, teilte die Hochschule am Montag mit.
Die Landesregierung hatte Anfang Juli angekündigt, das eingeworbene Geld zu verdoppeln. Insgesamt will das Land die Hochschule mit bis zu 70 Millionen Euro unterstützen. Die Uni soll zum 1. Januar 2008 in eine bundesweit einzigartige autonome Stiftungshochschule umgewandelt werden.

Förderung der wissenschaftlichen Forschung und Lehre

Zweck der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung ist nach Angaben der Hochschule die Förderung der wissenschaftlichen Forschung und Lehre. Alfons Kassel (1902-1975) war einer der letzten Einzelbankiers in Deutschland. Im Alter von 30 Jahren hatte sich der gelernte Bankkaufmann 1932 in Berlin mit einem Bankgeschäft selbstständig gemacht. 16 Jahre später gründete er ein neues Unternehmen in Frankfurt. Nach seinem Tod 1975 wurde das Bankgeschäft abgewickelt, die Kunden wurden auf das Bankhaus Metzler übertragen.

Gertrud Kassel bewahrte das Depot ihres Mannes, dessen Wert über die Jahre auf mehr als 30 Millionen Euro wuchs. Die Idee, das Vermögen in Form einer Stiftung der Universität zu überlassen, stammt der Uni zufolge bereits aus dem Jahr 1985. Doch Gertrud Kassel (1914- 2007) wollte vor ihrem Tod mit der Stiftung nicht öffentlich in Erscheinung treten. Vorstände der Stiftung sind der Frankfurter Bankier Friedrich von Metzler, Uni-Präsident Rudolf Steinberg und Vermögensverwalter Ekkehardt Sättle.

Die Frankfurter Universität will zu Beginn des Jahres 2008 zu einer in Deutschland einzigartigen autonomen Stiftungshochschule werden. Damit soll ihr Aufstieg in den Kreis der Eliteuniversitäten leichter werden. Die Uni hat sich zum Ziel gesetzt, im Laufe der nächsten Jahre zu den 50 besten Hochschulen der Welt zu gehören. Die Umwandlung in eine Stiftungsuni des öffentlichen Rechts soll im neuen Hochschulgesetz geregelt werden. Einen entsprechenden Entwurf hatte Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) im März im Landtag in Wiesbaden eingebracht, das Plenum wird voraussichtlich im September darüber abstimmen. Der Senat der Hochschule hat den Plänen bereits zugestimmt. Die Landesregierung hat der Stiftungsuniversität Unterstützung von zunächst bis zu 70 Millionen Euro zugesichert.

Die Goethe-Uni soll auch nach ihrer Umwandlung eine Landesuniversität bleiben. Allerdings wird sie künftig selbstständiger entscheiden können, beispielsweise bei der Berufung von Professoren. Zudem wird die Uni den Plänen zufolge Eigentümerin ihrer Liegenschaften und darf Geld von privaten Förderern anwerben. Die Landeszuschüsse und die Zahl der Studienplätze sollen unverändert bleiben. Kritiker des Konzepts wie die Bildungsgewerkschaft GEW, die Frankfurter SPD und die Studentenvertretung befürchten, dass die Geldgeber Einfluss auf Forschung, Lehre und Selbstorganisation gewinnen. Das Engagement der Frankfurter für ihre Uni hat Tradition: Bürger der Stadt gründeten die Hochschule 1914 als erste deutsche Stiftungsuniversität. Heute gehört die Uni mit ihren rund 36.000 Studenten zu den zehn größten in Deutschland.

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