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Hauptwache-Sperrung Die Angst der Händler vor dem Verkehrschaos

03.02.2009 ·  In zwei Wochen wird die Hauptwache in der Frankfurter Innenstadt für den Verkehr gesperrt. Viele der dort ansässigen Geschäftsleute fürchten sich vor den Folgen. Der Verkehrsdezernent hält die Kritik für unbegründet.

Von Matthias Nossek
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Mit Skepsis sehen die Einzelhändler rund um die Zeil der Sperrung der Hauptwache entgegen. Wie berichtet, wird das dortige Straßenstück am 19. Februar für den motorisierten Verkehr geschlossen und so von der Zeil bis zur Freßgass’ eine durchgehende Fußgängerzone geschaffen. Für die rund 18.000 Fahrzeuge, die derzeit noch täglich auf Kaiserstraße und Großer Eschenheimer in Richtung Eschenheimer Turm unterwegs sind, entfällt dann diese Verbindungsachse durch die Innenstadt.

Einer der wenigen Anlieger, die in der neuen Verkehrsführung mehr Vor- als Nachteile für ihr Geschäft sehen, ist Norbert Richter. Der Filialleiter von Galeria Kaufhof, für den sich die Neuerung direkt vor der Haustüre vollzieht, lobt vor allem die Anbindung der Zeil an die Freßgass’. Die Einkaufsmeile werde für die Kunden dadurch aufgewertet, und da auch der trichterförmige Zugang zur B-Ebene geschlossen werden solle, könne die Hauptwache so zu einem „wunderschönen Platz“ werden. Schwierigkeiten könnten allenfalls dadurch entstehen, dass die Verkehrsströme künftig über den gleichen Weg ein- und ausgeleitet würden. Dies führe möglicherweise zu Staus am Eschenheimer Turm.

„Mega-Stau“ befürchtet

Die südlich der Hauptwache zwischen Katharinenkirche und Roßmarkt ansässigen Einzelhändler sehen genau darin das Hauptproblem an der neuen Verkehrsführung. „Das gibt das reinste Chaos hier“, befürchtet Martina Bartkowiak vom Einrichtungshaus „cri-cri“. Schon jetzt könnten die Kunden kaum vor dem Haus halten, um ihre Einkäufe einzuladen. Wenn der Verkehr nach der Sperrung der Hauptwache nicht mehr über die Große Eschenheimer abfließen könne, werde dies erst recht zu einem „Mega-Stau“ führen. Sigurd Käpernick, der gegenüber ein Optikergeschäft betreibt, erwartet von dem Umbau ebenfalls „garantiert nichts Positives“. Mit einer Beruhigung rechnet er nicht – dafür aber werde die Kundschaft vertrieben.

Sehr kritisch steht auch Frank Albrecht, Präsident des Landesverbands des hessischen Einzelhandels, der neuen Verkehrsführung gegenüber. Ein Gutachten der Industrie- und Handelskammer habe gezeigt, dass die Knotenpunkte Eschenheimer Turm und Kornmarkt dem erwarteten Verkehrsaufkommen nicht gewachsen sein würden. Außerdem wirft Albrecht der Stadt vor, dass zwar mehr als 1400 neue Parkplätze entstünden, gleichzeitig aber die Zufahrt zu diesen versperrt werde. Für ihn sei das „kein rundes Stadtmarketing“, viele Kunden könnten sich in Zukunft gegen die Innenstadt und für einen Einkauf auf der besser erreichbaren „grünen Wiese“ entscheiden.

Verkehrsdezernent: Kritik unbegründet

Mit Schwierigkeiten rechnet Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Die Grünen) auch – allerdings nur in den ersten Tagen nach der Sperrung. Man werde die Autofahrer in dieser Zeit mit viel Personal an Ort und Stelle informieren und bei Bedarf die Ampelschaltungen nachjustieren. Mittel- und langfristig werde es aber kein Verkehrschaos gegeben, da es ja gerade das Ziel sei, den Durchgangsverkehr vollständig aus der Innenstadt zu verbannen. Auch die Kritik des Einzelhandels an der künftigen Parksituation hält er für unbegründet. Die 8000 Stellplätze rund um die Hauptwache seien auch nach der Sperrung gut zu erreichen, zumal das neue Parkhaus an der Großen Eschenheimer ohnehin nur von Norden aus angefahren werden könne.

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