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Hauptwache Für Autos künftig verboten

22.01.2009 ·  Die Hauptwache wird am 19. Februar für den motorisierten Verkehr gesperrt. Damit werden große Teile der Innenstadt von der Zeil über die Hauptwache bis zur Freßgass' und den Opernplatz zur Fußgängerzone.

Von Hans Riebsamen
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Eine „autofreie Innenstadt“ hatte sich einst die rot-grüne Koalition unter Oberbürgermeister Volker Hauff (SPD) zum Ziel gesetzt. Durchsetzen konnte sie das umstrittene Vorhaben auch später unter dem ebenfalls sozialdemokratischen Oberbürgermeister Andreas von Schoeler nicht. Jetzt wird es von Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Die Grünen) in reduzierter Form mit der Schließung der Hauptwache am 19. Februar verwirklicht. Die Sperrung wird eine Woche vor der Eröffnung des Einkaufscenters „My Zeil“ und der dortigen Tiefgarage wirksam.

Den Beschluss hat das Stadtparlament schon 2002 unter dem alten Viererbündnis von CDU, SPD, Grünen und FDP gefällt, wobei die FDP dagegen stimmte. Die Entscheidung entsprang einem Kompromiss: Die CDU akzeptierte die Sperrung, dafür gaben SPD und Grüne ihre Zustimmung zum Bau des Parkhauses Goetheplatz mit 650 Plätzen und dem vor der Öffnung stehenden Parkhaus unter dem ehemaligen Telekom-Gelände.

„Revitalisierung der Innenstadt“ als Ziel

An der zur Sperrung anstehenden Hauptwache kreuzen sich zwei Verkehrsströme. Zwischen Zeil und Hauptwache sind täglich 50.000 Fußgänger unterwegs, und von Kaiserstraße und Roßmarkt fahren nach einer Zählung der Straßenbehörde täglich 18.000 Fahrzeuge über die Große Eschenheimer Richtung Eschenheimer Turm. Diese Route mitten durch die Innenstadt wird von 80 Prozent der Autofahrer als Süd-Nord-Verbindung genutzt. Ohne die Sperrung würden künftig noch 5000 Fahrzeuge dazukommen, die vom Eschenheimer Turm über die Große Eschenheimer zum neuen Parkhaus unter „My Zeil“ fahren. Ziel der Sperrung ist nach den Worten von Sikorski eine „Revitalisierung der Innenstadt“, die den Fußgängern zurückgegeben werde. Die Große Eschenheimer solle eine „Flaniermeile“ werden, die nur noch von Benutzern des neuen Parkhauses unter „My Zeil“ befahren werden könne.

Bestehen bleibt allerdings die Nebenroute Große Eschenheimer–Biebergasse–Börsenstraße. Wer von der Kaiserstraße her kommt, kann entweder am Salzhaus oder etwas weiter an der Katharinenpforte rechts abbiegen und auf die Berliner Straße gelangen. Neu wird die Möglichkeit sein, am Roßmarkt links in Richtung Große Gallusstraße abzubiegen. Eine höhere Verkehrsdichte ist nach der Sperrung der Hauptwache auf der Berliner Straße, der Neuen Mainzer Straße, der Hochstraße, der Börsenstraße und rund um den Eschenheimer Turm zu erwarten.

Von einer „autofreien Innenstadt“ kann man schon insofern nicht sprechen, als die Innenstadt von allen Seiten anfahrbar ist und sich um sie ein Ring von Parkhäusern spannt. Insgesamt 6000 öffentliche Stellplätze stehen nach Angaben des Dezernats rund um die Hauptwache zur Verfügung. Mit den Einkaufszentren auf der grünen Wiese könne die Frankfurter Innenstadt bei der Zahl der Parkplätze allerdings nie konkurrieren, sagte Sikorski.

Die Straßenverkehrsbehörde rechnet während der ersten Tage nach der Sperrung der Hauptwache mit Schwierigkeiten. Sie will vorher die Autofahrer aber intensiv über die Veränderungen informieren und nach der Sperrung an neuralgischen Punkten Mitarbeiter der Stadtpolizei postieren. Sollten sich unerwartete Probleme ergeben, will Sikorski nach einigen Wochen „nachjustieren“.

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Jahrgang 1954, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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