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Veröffentlicht: 29.10.2014, 12:30 Uhr

Jörg Krebs Ein stiller Nazi

Jörg Krebs sitzt für die NPD im Frankfurter Stadtparlament. Viel bekommt die Politik allerdings nicht von ihm mit. Er diskutiert nicht und stellt keine Anträge. Bei den gewalttätigen Krawallen in Köln war er jedoch dabei.

von , Frankfurt
© Bergmann, Wonge Stiller Nazi: Jörg Krebs (NPD) bei einer Demonstration gegen den Bau einer Moschee (Archivbild).

Wenn der NPD-Stadtverordnete Jörg Krebs die Parlamentssitzung einmal nicht schwänzt, sitzt er rechts außen in der zweitletzten Reihe. Hinter ihm nimmt der Republikaner Michael Langer Platz, ein etwas gemäßigterer Rechtsradikaler. Wenn Krebs sich unterhalten will, wendet er sich immer Langer zu. Die anderen Stadtverordneten halten dagegen weiten Abstand zu dem NPD-Mann, der immer im braunen Anzug erscheint. Krebs wird faktisch nicht wahrgenommen, was auch daran liegt, dass er sich nie bemerkbar macht. Er meldet sich nicht zu Wort, stellt keine Anträge, diskutiert nicht mit.

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Was macht der Mann nur die ganze Zeit während der mehrstündigen Parlamentssitzungen? Jetzt, nach den Krawallen von Hooligans und Rechtsradikalen in Köln, kommt einem ein Verdacht. Krebs döst im Römer offenbar nicht einfach dahin, er träumt sich vielmehr in eine Welt, in der er und seinesgleichen einmal zuschlagen können.

Grüne: NPD im Römer ist „unerträglich“

In Köln, wo Krebs mit den Glatzen mitmarschierte, ist dieser Traum für einen halben Tag Wirklichkeit geworden. „Wenn die kritische Masse zusammenhält, dann haben die Regierenden nichts mehr zu lachen“, verkündet der frühere NPD-Landesvorsitzende in Hessen auf Twitter. Die kritische Masse: Das scheinen für ihn Fußballschläger und Rechtsradikale zu sein. Wenn die sich wie in Köln zusammentun, haben nicht die Regierenden mit den Folgen zu kämpfen, sondern zuerst einmal die Polizisten.

Die Frankfurter Grünen finden, dass es schon unerträglich genug sei, dass Nazis immer noch in demokratisch gewählten Parlamenten säßen. Noch schlimmer sei es, wenn sie nun auch versuchten, auf einer Welle der Gewalt mitzuschwimmen. Die anderen Parteien im Römer sehen das vermutlich nicht viel anders.

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