21.03.2009 · Schon seit Wochen turtelten die beiden Gorillas Viatu und Ruby in ihrem Gehege im Frankfurter Zoo herum. Und nun ist endlich amtlich, was viele gehofft hatten: Ruby ist schwanger - und Viatu hat nach nur dreimonatiger Eingewöhnungszeit seinem Ruf alle Ehre gemacht.
Von Katharina IskandarMan hätte es sich ja denken können. Schon seit Wochen turteln „Viatu“ und „Ruby“ in ihrem Gehege im Borgori-Wald herum. Tauschen Blicke, verschwinden in ihrer Kuschel-Box und kommen zerzaust und mit Sägespänen im Fell wieder heraus. Und nun ist endlich amtlich, was viele gehofft hatten: „Ruby“ ist schwanger – und „Viatu“ hat nach nur dreimonatiger Eingewöhnungszeit seinem Ruf alle Ehre gemacht. Denn der Gorilla war schon vorher als höchst potent bekannt. Im Basler Zoo hatte er bereits im zarten Alter von sechs Jahren ein Kind gezeugt – am Silberrücken vorbei, der beim Begatten eigentlich Vorrang hat.
Viatu hatte es zuerst nicht leicht
So hoffen viele insgeheim, dass „Viatu“ nun seinem Vorgänger „Matze“ nacheifern wird, der im Frankfurter Zoo immerhin achtzehnmal Vater geworden ist. Allerdings hatte „Viatu“ es in seiner neuen Heimat zuerst nicht leicht. Bei der ersten Begegnung begrüßten ihn seine Artgenossinnen recht unfreundlich, dann folgte eine Phase der Isolation, in der sich das angehende Leittier in einen Verschlag zurückzog und schmollte, weil niemand es beachtete. Aber dann kam „Ruby“, die elf Jahre alte Gorilla-Frau. Sie ist die Erste und bisher wohl auch Einzige, die den Charme des neuen Bewohners entdeckt hat.
Zoodirektor Manfred Niekisch zeigte sich am Freitag glücklich über die Nachricht aus dem Borgori-Wald. „Das ist eine wirklich schöne Überraschung“, sagte er. In welcher Schwangerschaftswoche „Ruby“ sei, könne man nicht mit Sicherheit sagen, vermutlich aber in der fünften oder sechsten. Wenn alles gut gehe, sei der Nachwuchs in neun Monaten da. Solange dürfen die angehenden Eltern ihr Glück ungestört genießen, denn sie wurden vorerst in einem eigenen Gehege untergebracht. „Viatu“ fühlt sich dort offenbar wohl. Zumindest scheint ihm sein jüngster Erfolg Selbstvertrauen gegeben zu haben. Seine anfängliche Schüchternheit hat er abgelegt. Stattdessen steht er manchmal an der Scheibe und schaut zu den anderen Gorillafrauen herüber – fast so, als wollte er ihnen zu verstehen geben: „Seht her, hier bin ich.“