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Frankfurter Terroristen-Prozess Angeklagter gibt Kontakt zu „Sauerland-Gruppe“ zu

01.09.2009 ·  Im Frankfurter Prozess gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der Islamischen Dschihad Union hat ein Angeklagter Kontakte zu einem Mitglied der „Sauerland-Gruppe“ zugegeben. Zudem gestand er eine Ausbildung mit Sport- und Konditionsübungen sowie Training an der Waffe ein.

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Im Frankfurter Terroristen-Prozess gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der Islamischen Dschihad Union (IJU) hat der Angeklagte Omid S. Kontakte zu Adem Yilmaz zugegeben, einem Mitglied der sogenannten Sauerland-Gruppe. Der 28 Jahre alte Omid S. sagte vor dem Oberlandesgericht, er habe vor seiner Abreise in ein terroristisches Ausbildungslager im Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan im Mai 2007 Yilmaz seine Kreditkarte mit Geheimzahl gegeben. Das Geld auf dem Konto sollte Yilmaz „für den Islam verwenden“.

Yilmaz muss sich derzeit mit drei anderen Angeklagten vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf als Mitglied der „Sauerland-Gruppe“ verantworten, der Vorbereitungen für Anschläge auf Amerikaner in Deutschland vorgeworfen werden.

Aufbau eines europäischen Netzwerks

Omid S. wird ebenso wie dem 27 Jahre alten Hüseyin Ö. Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung IJU vorgeworfen sowie deren Unterstützung. Die Bundesanwaltschaft lastet den beiden an, für die IJU am Aufbau eines europäischen Netzwerks beteiligt gewesen zu sein. Zudem sollen sie für die Organisation technisches Gerät sowie Kleidung in größerem Umfang zur Verfügung gestellt haben, die der „Sauerland-Gruppe“ zu Gute kam.

Der Angeklagte S. schilderte am Dienstag den Richtern akribisch seinen Weg bis zur Terrorausbildung in einem IJU-Lager. Dabei bestritt er ausdrücklich eine Mitgliedschaft in der IJU: „Das stimmt nicht.“ Von einem Bekannten habe er einen Tipp bekommen, mit wem er Kontakt aufnehmen sollte, um in den sogenannten Heiligen Krieg (Dschihad) für den Islam zu ziehen. Danach sei er auf Yilmaz verwiesen worden, der sich „sehr gewundert“ habe, dass der junge S. von selbst auf ihn zukam. Nach der Aussage von S. folgten einige Instruktionen, was alles für den Einsatz und überhaupt bei der IJU benötigt werde.

Sport- und Konditionsübungen sowie Training an der Waffe

So habe er unter anderem zwei Nachtsichtgeräte, Thermounterwäsche, Taschenlampen und eine Uhr einer bestimmten Marke besorgt. Sein Hab und Gut habe er an Freunde verteilt, ehe aus dem Umkreis von Yilmaz das Startsignal zur Abreise kam. Nach einem Flug von Frankfurt nach Bahrain ging es per Flieger weiter und danach mit verschiedenen Kontaktleuten mal per Bus, mal mit dem Motorrad oder einem Pick-Up bis in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet.

Dort machte S. nach eigener Aussage eine rund zweiwöchige Ausbildung, die aus Sport- und Konditionsübungen sowie Training an der Waffe bestanden habe. Zum Schluss habe jeder aus der mehrköpfigen Gruppe „zehn Schuss mit der Kalaschnikow auf Steine“ abgeben dürfen. Dann aber habe er noch 2000 Kniebeugen verordnet bekommen, „weil ich die Ausbildung so schlecht gemacht hätte“. Nach einem dreitägigen Sicherheitsseminar habe man ihn gedrängt, den Treueschwur auf seinen IJU-Gruppenführer abzulegen. Dies habe er abgelehnt: „Ich wollte mich nicht fest an eine Gruppe binden.“ Ohne den Treueschwur sehe er sich aber nicht als Mitglied der IJU, betonte Omid S..

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