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Frankfurter Europaviertel Hochwertige Wohnungen am Europagarten

08.02.2010 ·  Die Entwicklung des westlichen Frankfurter Europaviertels macht Fortschritte. Der Grundstückseigentümer hat eine 48.000 Quadratmeter große Wohnbaufläche verkauft.

Von Rainer Schulze
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Die Entwicklung des westlichen Europaviertels macht Fortschritte. Der Grundstückseigentümer Aurelis hat eine 48.000 Quadratmeter große Wohnbaufläche an das Immobilienunternehmen P+B Europaviertel GmbH veräußert, das in dem nördlich des geplanten Europagartens gelegenen Quartier „In den Stadtgärten“ zirka 760 hochwertige Wohnungen errichten will. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Aurelis-Geschäftsführer Joachim Wieland bei der Vorstellung des Planungsstands. Mit dem Vertragsabschluss seien nun 40 Prozent des insgesamt verfügbaren Baulands im westlichen Europaviertel veräußert.

Bevor der Wohnungsbau beginnen kann, wird das Gelände von Aurelis baureif gemacht. Ein Erschließungsvertrag zwischen der Stadt und Aurelis sichert die Herstellung der Straßen und Plätze sowie der Grünanlagen. Wieland kündigte an, im April mit den Straßenbauarbeiten zu beginnen. Bis zum ersten Quartal 2011 soll die Europaallee, die von Aurelis „Boulevard“ genannt wird, an den Stadtgarten herangeführt und die nördliche Umrandung des Parks fertiggestellt werden. Gleichzeitig will Aurelis mit den Arbeiten am sechs Hektar großen Europagarten beginnen, der das Zentrum des westlichen Europaviertels bildet.

Tunnel unter Park nur noch zweispurig

Der ursprünglich mit vier Fahrspuren geplante 390 Meter lange Tunnel unter dem Park soll nur noch zweispurig ausgeführt werden. Verkehrsprognosen hätten ergeben, dass diese Breite ausreiche, sagte Wieland. Das Bauwerk, das von Aurelis und dem vor allem im östlichen Europaviertel engagierten Projektentwickler Vivico maßgeblich finanziert wird, soll von 2014 an errichtet werden. Noch offen ist, wann mit dem Bau der U-Bahn begonnen wird, die den Stadtteil an die Innenstadt anbinden soll. „Wir wünschen uns parallel zum Tunnel die U-Bahn“, sagte Wieland. Die Entwicklung des Europaviertels West, das auf dem früheren Gleisfeld des Hauptgüterbahnhofs westlich der Emser Brücke entstehen soll, ist das größte innerstädtische Bauprojekt in Frankfurt. Zwischen Messe, Gallusviertel und Kuhwaldsiedlung ist ein neuer Stadtteil mit Wohnraum für 3000 Menschen und rund 10.000 Arbeitsplätzen geplant.

Die Bürobauten sollen entlang des „Boulevards“ errichtet werden, in diesem Abschnitt sind auch fünf kleinere Hochhäuser vorgesehen. Die gesamte Investitionssumme, die im Europaviertel verbaut wird, soll etwa 1,5 Milliarden Euro betragen. Aurelis veräußert die Grundstücke an interessierte Bauherren. Wieland rechnet mit einer gesamten Bauzeit von 15 Jahren. „Diesen Zeitplan halte ich für konservativ. Es ist auch in zehn Jahren zu schaffen.“

In einem städtebaulichen Vertrag mit der Stadt hat sich Aurelis verpflichtet, die Kosten für die Realisierung der sozialen Infrastruktur zu übernehmen. Das Unternehmen finanziert den Bau der geplanten Grundschule und dreier Kindertagesstätten. Insgesamt investiert Aurelis 70 Millionen Euro in die Infrastruktur, darunter 40 Millionen in den Straßenbau und den Park.

„Aufgelockerte Bebauung in familienfreundlicher Umgebung“

Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) erwartet in dem neuen Stadtteil eine „aufgelockerte Bebauung in familienfreundlicher Umgebung“. Baurechtlich herrscht im westlichen Europaviertel Planreife. Noch vor der Sommerpause sollen die Stadtverordneten den Bebauungsplan beschließen. Stadtplanungsamtsleiter Dieter von Lüpke wies darauf hin, dass die Stadt mit dem Bebauungsplan eine grüne Verbindung zwischen Nidda-Ufer und Gallusviertel „von gesamtstädtischer Bedeutung“ schaffe.

Als nächsten Schritt strebt Aurelis die Vermarktung des Quartiers Helenenhöfe an. In dem Viertel, in dem etwa 500 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau geplant sind, sollen auch 375 geförderte Wohnungen untergebracht werden. Für ein dreieckiges Grundstück südlich des Europagartens verhandelt Eigentümer Vivico noch mit interessierten Bauherren.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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