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Frankfurt : RMV-Fahrpreise steigen um 1,9 Prozent

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund erhöht zum Jahreswechsel seine Fahrpreise. Bild: dpa

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund erhöht zum kommenden Jahr seine Fahrpreise. Kritik kommt für dieses Vorhaben aus Frankfurt und vom Verkehrsclub Deutschland.

          Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) erhöht am 1. Januar seine Fahrpreise. Die Tickets werden im Durchschnitt um 1,9 Prozent teurer. Der Verbund begründet die Erhöhung mit den gestiegenen Gebühren für die Nutzung von Gleisen und Bahnhöfen der Deutschen Bahn AG. Zudem seien die Personalkosten wegen der relativ hohen Tarifabschlüsse deutlich gestiegen. Allerdings sind die Energie- und Dieselpreise gesunken. In Frankfurt kostet eine Einzelfahrt künftig 2,90 statt 2,80 Euro. In Wiesbaden und Mainz verteuert sich das Einzelticket um fünf Cent auf 2,80 Euro. Die Preise für Kindertickets bleiben stabil. Keine Veränderung gibt es bei den Tagestickets in Bad Homburg, Wetzlar, Gießen, Marburg, Hanau, Fulda, Rüsselsheim und Darmstadt.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) wies darauf hin, dass viele Fahrgäste die Preise des RMV für zu hoch hielten - auch er empfinde das so. Um Familien zu entlasten, habe Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Initiative ergriffen und durch einen Zuschuss der Stadt die Preise für die Clevercard für Schüler und Auszubildende gesenkt. Er freue sich, dass Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) jetzt dem Beispiel Frankfurts folgen und ein hessenweites Schülerticket für 365 Euro im Jahr einführen wolle.

          Mehr Mittel aus den Kassen der Kommunen und Kreisen?

          Der Vorsitzende der Frankfurter CDU, Stadtkämmerer Uwe Becker, verlangte vom RMV, die Tickets müssten günstiger werden. Seit 2012 habe der Verbund die Preise für Einzelfahrscheine und Tageskarten im Frankfurter Stadtgebiet um 16 Prozent erhöht. „Ich halte das für unsozial und verkehrspolitisch falsch“, so Becker.

          Auch der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte die Preiserhöhung. Er wies darauf hin, dass in Frankfurt und Offenbach Einzelfahrten um 3,6 beziehungsweise um vier Prozent teurer würden. Diese Erhöhungen fielen deutlich höher aus als die Lohn- und Energiepreis-Steigerungen. Ein Umdenken bei der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs und eine Tarifreform im RMV seien überfällig.

          Die Städte und Landkreise als Gesellschafter des RMV müssten sich von dem Dogma lösen, dass der Verbund mindestens 56 Prozent seiner Kosten aus Fahrgeldeinnahmen decken müsse, heißt es vom VCD. Stattdessen müssten Kommunen und Kreise dem Verbund mehr Mittel aus ihren Kassen zur Verfügung stellen.

          Dem RMV sieht sich immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, er sei der teuerste Verkehrsverbund in Deutschland. Allerdings wird ähnliche Kritik zum Beispiel auch gegenüber dem Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) geäußert. Deshalb hat diese Zeitung die Preise in Frankfurt mit denen in Stuttgart, München und Köln miteinander verglichen - was allerdings nur grob möglich ist, weil die Verbundgebiete eine unterschiedliche Ausdehnung haben, das Verkehrsangebot in jeder Stadt anders ausfällt und Tickets für dieselbe Zielgruppe im Detail andere Bedingungen haben.

          Tickets in anderen Städten ähnlich teuer

          Wie der RMV so erhöht auch der Verkehrsverbund Stuttgart die Fahrpreise am 1. Januar um 1,9 Prozent. Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund hat schon zum 1. Dezember seine Tarife um durchschnittlich 2,9 Prozent erhöht. In Köln werden die Tickets am 1. Januar um 1,4 Prozent teurer. Der Kostendeckungsgrad der Kölner Verkehrsbetriebe lag 2015 bei 78,5 Prozent, in Stuttgart waren es rund 60 Prozent, und der RMV kam auf 56 Prozent. Für München liegen keine Angaben vor. Wie der RMV in Frankfurt verlangt auch der Stuttgarter Verbund im Stadtgebiet für ein Einzelticket 2,90 Euro, wobei in der Schwabenmetropole noch eine Innenstadtzone existiert, für die eine Karte 2,40 Euro kostet. In Köln zahlen Fahrgäste für ein Ticket für das gesamte Stadtgebiet 2,80 Euro, in München ebenfalls.

          Während ein Fahrgast für eine Monatskarte in Frankfurt künftig 87,40 Euro zahlt, muss er in Stuttgart nur 84,80 Euro auf den Tisch legen. In München kostet die Monatskarte 78,20 Euro, während Köln 94,30 Euro verlangt - im Abonnement allerdings lediglich 82,30 Euro. Die Jahreskarte schlägt in Frankfurt mit 856,50 Euro zu Buche, in Stuttgart mit 848 und in München mit 782. In Köln kosten zwölf Monatskarten etwa 990 Euro.

          418 Euro zahlen Schüler und Azubis in Frankfurt für die Clevercard, das entspricht einem Monatspreis von etwa 35 Euro. In Stuttgart liegt der Eigenanteil eines Schülers bei 42 Euro im Monat. In Köln gibt es unterschiedliche Modell, aber wer auf eine städtische Schule geht, zahlt 20,20 Euro im Monat. München bietet einen Ausbildungstarif bis zum Alter von 14 Jahren für 54 Euro im Monat für alle vier Ringe an, für nur zwei Ringe liegt der Preis bei 38 Euro. Von 15 Jahren an zahlen Schüler und Auszubildene dann für vier Ringe 58,70 beziehungsweise 40,90 Euro.

          Quelle: F.A.Z.

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