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Frankfurt Polizei über Ausmaß der Brutalität bestürzt

06.12.2010 ·  Die Polizei sucht weiter nach zweien der vier Straßenräuber, die in der Nacht zum Samstag in der Frankfurter Innenstadt einen Radfahrer überfallen, schwer misshandelt und beraubt hatten.

Von Helmut Schwan und Katharina Iskandar
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Die Polizei sucht weiter nach zweien der vier Straßenräuber, die in der Nacht zum Samstag in der Frankfurter Innenstadt einen Radfahrer überfallen, schwer misshandelt und beraubt hatten. Wie berichtet, hatten die Täter an der Eschenheimer Anlage gegen 2.30 Uhr ihr Opfer umringt, vom Rad gezerrt und niedergeschlagen. Sie traktierten den am Boden liegenden Zweiunddreißigjährigen mit Tritten gegen den Kopf. Der Mann erlitt schwere Augenverletzungen; ob seine Sehkraft auf Dauer beeinträchtigt bleibt, stand gestern noch nicht fest.

Die Räuber hatten dem Schwerverletzten das Handy und die Geldbörse abgenommen und waren dann geflohen. Zwei der Verdächtigen, einen 18 Jahre alten Marokkaner und einen dreiundzwanzigjährigen Deutschen, der aus Eritrea stammt, hatte eine Polizeistreife aufgrund von Zeugenhinweisen wenig später vorläufig festnehmen können; sie stammen aus Sindlingen. Der Jüngere hatte wegen schweren Raubes schon einige Tage in Untersuchungshaft verbracht. Er und sein Begleiter sind der Polizei seit geraumer Zeit wegen einer Serie von Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt. Zur Tatzeit waren sie offenbar alkoholisiert.

Gewalt nur um der Gewalt willen

Auch aus Sicht der Polizei waren die Täter ungewöhnlich brutal vorgegangen, ohne dass ein Anlass hierfür zu erkennen wäre. Die Beamten der Streife seien beim Anblick des Opfers bestürzt gewesen, sagte gestern ein Sprecher.

Der Vorfall scheint die von Polizei und Justiz beobachtete Entwicklung zu bestätigen, dass immer mehr jugendliche und heranwachsende Straftäter bereit sind, Gewalt nur um der Gewalt willen einzusetzen. Zwar lässt sich den Statistiken der vergangenen Jahre entnehmen, dass die Jugendkriminalität kaum mehr quantitativ wächst, in gewissen Deliktgruppen sogar deutlich zurückgegangen ist. Die Intensität der Taten wird in den Statistiken jedoch nur unzureichend erfasst, weil diese lediglich grob nach Straftatbeständen unterscheiden.

Kriminologen warnen, diese Entwicklung sei bedrohlich, auch wenn sie in vielen Städten oft nur von wenigen sogenannten Intensivtätern ausgehe. Diese nähmen die Stufen der Eskalation umso schneller, je mehr Zeit vergehe, bis sie eine spürbare Reaktion auf ihre Taten erführen, heißt es.

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Jahrgang 1956, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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