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Frankfurt Junge Gewalttäter verletzen drei Männer schwer

16.12.2010 ·  Zwei Wochen nachdem zwei junge Männer einen Radfahrer in der Frankfurter Innenstadt überfallen und schwer verletzt haben, ist es in der Nacht zum Donnerstag abermals zu Gewalttaten von Jugendlichen gekommen.

Von Katharina Iskandar, Frankfurt
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Zwei Wochen nachdem zwei junge Männer einen Radfahrer in der Frankfurter Innenstadt überfallen und schwer verletzt haben, ist es in der Nacht zum Donnerstag abermals zu Gewalttaten von Jugendlichen gekommen. Wie die Polizei mitteilte, haben vier junge Männer aus Frankfurt im Alter von 14, 16, 18 und 23 Jahren innerhalb einer Stunde drei Passanten grundlos angegriffen und schwer verletzt. Die mutmaßlichen Täter wurden festgenommen, sind inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuß. Es gab offenbar keine Haftgründe.

Gegen 0.35 Uhr hatten die Täter zunächst an der Hauptwache einen 47 Jahre alten Mann aus Berlin und einen 36 Jahre alten Frankfurter angesprochen und sie nach Zigaretten gefragt. Ohne eine Antwort abzuwarten, schlugen die vier Angreifer unvermittelt auf ihre Opfer ein. Als der Sechsunddreißigjährige am Boden lag, traten ihn die Täter weiter gegen Kopf und Körper. Der Frankfurter erlitt einen Nasenbeinbruch und Prellungen im Gesicht. Sein Begleiter erlitt ebenfalls Prellungen und Schürfwunden. Die Angreifer ließen die beiden Männer schwer verletzt liegen und flüchteten in Richtung Freßgass’.

Schon in der Vergangenheit auffällig gewesen

Etwa eine halbe Stunde später suchten sie sich an der Taunusanlage ihr nächstes Opfer. Ein 27 Jahre alter Mann aus Aschaffenburg, der gegen 1.10 Uhr den S-Bahn-Abgang hinuntergehen wollte, wurde auf die gleiche Weise attackiert und verletzt wie die beiden Männer an der Hauptwache. Erst als sich der Aschaffenburger bewusstlos stellte, ließ die Gruppe von ihm ab und flüchtete.

Die Polizei konnte dank der guten Täterbeschreibungen die vier jungen Männer kurz darauf in einer S-Bahn festnehmen. Sie waren stark alkoholisiert. Ein Atemtest ergab Werte zwischen 1,7 und zwei Promille. Es stellte sich heraus, dass die Jugendlichen, von denen zwei aus Russland, einer aus Kasachstan und einer aus der Türkei stammen, in der Vergangenheit schon mehrere Straftaten begangen haben.

Spezielle Datei bei der Polizei

Dem Vernehmen nach ist der Älteste der Gruppe, der im Gallus wohnt, erstmals vor acht Jahren aufgefallen, unter anderem wegen Diebstahles, Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die 14 und 16 Jahre alten Verdächtigen aus Niederursel, bei denen es sich um Brüder handelt, sind beide wegen Körperverletzung und Diebstahls registriert. Der Achtzehnjährige, der in Rödelheim wohnt, war wegen Sachbeschädigung, Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung aufgefallen. Ein Polizeisprecher sagte gestern, dieser Fall zeige abermals die „sinnlose Brutalität“, die bei Jugendlichen immer wieder zu beobachten sei. Es falle schwer, dieses Verhalten zu verstehen. „Oft gibt es gar keine Erklärung dafür. Die Täter wollen sich einfach abreagieren.“

Schon seit längerem wird in der Polizei darüber diskutiert, wie man mit derart gewalttätigen Jugendlichen verfährt. Einen Großteil von ihnen hat die Polizei schon in einer speziellen Datei gespeichert. Um dort aufgenommen zu werden, muss ein Heranwachsender jedoch mindestens fünf Straftaten begehen, darunter einen Raub. In allen anderen Fällen von jugendlicher Gewalt setzt die Polizei laut ihrem Sprecher auf das neue Haus des Jugendrechts, das demnächst in Höchst eröffnet werden soll.

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