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Frankfurt : Eltz neuer katholischer Stadtdekan

Der Neue: Johannes zu Eltz im Frankfurter Dom. Rechts der kommissarische Stadtdekan Michael Metzler, im Hintergrund Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Bild: Michael Kretzer

Johannes zu Eltz ist am Sonntag im Dom vom Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in sein Amt als Frankfurter Stadtdekan eingeführt worden. Etwa 1500 Gläubige hießen Eltz mit Applaus willkommen.

          Johannes zu Eltz ist am Sonntag im Dom vom Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in sein Amt als Frankfurter Stadtdekan eingeführt worden. Etwa 1500 Gläubige hießen Eltz mit Applaus willkommen, als er versprach, „den mir anvertrauten Gemeinden und der Kirche Frankfurts zu dienen, zur Verherrlichung Gottes und zum Heil der Menschen“. Eltz ist nicht nur Stadtdekan und, damit verbunden, Pfarrer der Domgemeinde, sondern auch der beiden Pfarreien Allerheiligen und St. Bernhard. Zuvor waren ihm mehrere Symbole überreicht worden, die seine Arbeit in der Verkündigung und der Sakramentenspendung sowie seine Verantwortung für den Dom deutlich machen sollten.

          Stefan Toepfer

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eltz‘ Vorgänger Raban Tilmann war im vergangenen Jahr in den Ruhestand gegangen; zuletzt hatte der Frankfurter Pfarrer Michael Metzler das Amt kommissarisch ausgeübt. In seiner Predigt hob Tebartz-van Elst hervor, dass es für die Arbeit des Stadtdekans wichtig sei, „Treue zur Tradition und Mut zur Mission“ zu haben. Ebenso bedeutsam sei die Zuwendung zu Menschen, wie sie in der Arbeit der Caritas deutlich werde. „So werden Christen glaubwürdig.“ Der Bischof hob die Bedeutung des Zölibats als Zeichen für die Radikalität des priesterlichen Dienstes hervor. Hier hatte Eltz jüngst einen zusätzlichen Akzent gesetzt und des öfteren gesagt, er könne sich auch verheiratete Priester vorstellen – zuletzt im Interview mit dieser Zeitung.


          „Engagiert, realitätsnah und kommunikationsfreudig“

          Für den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung verwies Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) auf die enge Zusammenarbeit der Stadt mit den beiden großen christlichen Kirchen, zum Beispiel in der Kinderbetreuung. Zudem seien für das Leben und den Zusammenhalt der Stadt jene Werte wichtig, die aus der christlich-abendländischen Tradition erwüchsen. Er hieß Eltz als „engagierten, realitätsnahen und kommunikationsfreudigen“ Stadtdekan willkommen.

          Als Datum für die Amtseinführung ausgewählt worden war der Sonntag, weil die Stadtkirche in jedem Jahr Mitte August das Bartholomäusfest feiert – zu Ehren jenes Apostels, der als Patron von Dom und Stadt verehrt wird. Nach dem Gottesdienst zog Eltz mit einem Teil der Gläubigen, die aus der ganzen Stadt in den Dom gekommen waren, zur Leonhardskirche, um dort eine Marienandacht zu halten.

          Thema Frauen in der Kirche

          Schließlich fand im Dom ein Vespergottesdienst statt, in dem Eltz von Repräsentanten mehrerer Institutionen begrüßt wurde. Für den Caritasverband sagte dessen Direktor Hartmut Fritz, der Verband wolle gemeinsam mit Eltz daran arbeiten, die soziale Arbeit der Kirche in und für Frankfurt voranzubringen. Der Stadtdekan ist qua Amt Vorsitzender des Caritasverbands. Harald Fiedler, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds Frankfurt/Rhein-Main, sprach im Namen gesellschaftspolitischer Initiativen, in denen auch die katholische Kirche mitarbeitet. Wichtig sei etwa, der Kinderarmut zu begegnen, sagte Fiedler.

          Einen tabufreien Umgang mit der Überlegung, auch verheiratete Männer zum Priesteramt zuzulassen, forderte Christoph Hefter und verwies auf entsprechende Äußerungen des neuen Stadtdekans. Hefter ist Vorsitzender der Stadtversammlung, der gewählten Vertretung der Katholiken in Frankfurt. Auch Frauen sollten Zugang zu kirchlichen Ämtern haben, so Hefter. Angesichts anstehender Reformprozesse wie der Bildung größerer Pfarreien sagte er: „Wir werden noch viele tiefgreifende und schmerzliche Einschnitte erleben.“ Er vertraue und hoffe darauf, gemeinsam mit Eltz zukunftsweisende Wege zu finden.

          Quelle: F.A.Z.

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