Home
http://www.faz.net/-gzh-6kb95
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Frankfurt Eltz neuer katholischer Stadtdekan

Johannes zu Eltz ist am Sonntag im Dom vom Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in sein Amt als Frankfurter Stadtdekan eingeführt worden. Etwa 1500 Gläubige hießen Eltz mit Applaus willkommen.

© Michael Kretzer Vergrößern Der Neue: Johannes zu Eltz im Frankfurter Dom. Rechts der kommissarische Stadtdekan Michael Metzler, im Hintergrund Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Johannes zu Eltz ist am Sonntag im Dom vom Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in sein Amt als Frankfurter Stadtdekan eingeführt worden. Etwa 1500 Gläubige hießen Eltz mit Applaus willkommen, als er versprach, „den mir anvertrauten Gemeinden und der Kirche Frankfurts zu dienen, zur Verherrlichung Gottes und zum Heil der Menschen“. Eltz ist nicht nur Stadtdekan und, damit verbunden, Pfarrer der Domgemeinde, sondern auch der beiden Pfarreien Allerheiligen und St. Bernhard. Zuvor waren ihm mehrere Symbole überreicht worden, die seine Arbeit in der Verkündigung und der Sakramentenspendung sowie seine Verantwortung für den Dom deutlich machen sollten.

Stefan Toepfer Folgen:  

Eltz‘ Vorgänger Raban Tilmann war im vergangenen Jahr in den Ruhestand gegangen; zuletzt hatte der Frankfurter Pfarrer Michael Metzler das Amt kommissarisch ausgeübt. In seiner Predigt hob Tebartz-van Elst hervor, dass es für die Arbeit des Stadtdekans wichtig sei, „Treue zur Tradition und Mut zur Mission“ zu haben. Ebenso bedeutsam sei die Zuwendung zu Menschen, wie sie in der Arbeit der Caritas deutlich werde. „So werden Christen glaubwürdig.“ Der Bischof hob die Bedeutung des Zölibats als Zeichen für die Radikalität des priesterlichen Dienstes hervor. Hier hatte Eltz jüngst einen zusätzlichen Akzent gesetzt und des öfteren gesagt, er könne sich auch verheiratete Priester vorstellen – zuletzt im Interview mit dieser Zeitung.

Mehr zum Thema


„Engagiert, realitätsnah und kommunikationsfreudig“

Für den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung verwies Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) auf die enge Zusammenarbeit der Stadt mit den beiden großen christlichen Kirchen, zum Beispiel in der Kinderbetreuung. Zudem seien für das Leben und den Zusammenhalt der Stadt jene Werte wichtig, die aus der christlich-abendländischen Tradition erwüchsen. Er hieß Eltz als „engagierten, realitätsnahen und kommunikationsfreudigen“ Stadtdekan willkommen.

Als Datum für die Amtseinführung ausgewählt worden war der Sonntag, weil die Stadtkirche in jedem Jahr Mitte August das Bartholomäusfest feiert – zu Ehren jenes Apostels, der als Patron von Dom und Stadt verehrt wird. Nach dem Gottesdienst zog Eltz mit einem Teil der Gläubigen, die aus der ganzen Stadt in den Dom gekommen waren, zur Leonhardskirche, um dort eine Marienandacht zu halten.

Thema Frauen in der Kirche

Schließlich fand im Dom ein Vespergottesdienst statt, in dem Eltz von Repräsentanten mehrerer Institutionen begrüßt wurde. Für den Caritasverband sagte dessen Direktor Hartmut Fritz, der Verband wolle gemeinsam mit Eltz daran arbeiten, die soziale Arbeit der Kirche in und für Frankfurt voranzubringen. Der Stadtdekan ist qua Amt Vorsitzender des Caritasverbands. Harald Fiedler, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds Frankfurt/Rhein-Main, sprach im Namen gesellschaftspolitischer Initiativen, in denen auch die katholische Kirche mitarbeitet. Wichtig sei etwa, der Kinderarmut zu begegnen, sagte Fiedler.

Einen tabufreien Umgang mit der Überlegung, auch verheiratete Männer zum Priesteramt zuzulassen, forderte Christoph Hefter und verwies auf entsprechende Äußerungen des neuen Stadtdekans. Hefter ist Vorsitzender der Stadtversammlung, der gewählten Vertretung der Katholiken in Frankfurt. Auch Frauen sollten Zugang zu kirchlichen Ämtern haben, so Hefter. Angesichts anstehender Reformprozesse wie der Bildung größerer Pfarreien sagte er: „Wir werden noch viele tiefgreifende und schmerzliche Einschnitte erleben.“ Er vertraue und hoffe darauf, gemeinsam mit Eltz zukunftsweisende Wege zu finden.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bistum Limburg Keine Planung für Tebartz-Abschied

Es gibt einige Spekulationen darüber, dass für Tebartz-van Elst eine Abschiedsveranstaltung bevorsteht. Das Bistum verwehrt sich dem. Doch die Frage, wie die Amtszeit von Tebartz-van Elst beendet wird, bleibt. Mehr Von Stefan Toepfer, Frankfurt

16.12.2014, 06:35 Uhr | Rhein-Main
Tolkien-Quiz Acht Stunden Hobbit in acht Fragen

Die Hobbit-Kinotrilogie ist komplett. Zum Lernen der wichtigsten Namen und Verwandtschaftsbeziehungen war ausreichend Zeit. Hefte raus, Quiz. Mehr Von Ulf von Rauchhaupt

12.12.2014, 13:00 Uhr | Feuilleton
Jochen Riebel Der Klartextredner

Ein Konservativer, der gerne aneckt und den ehemaligen Bischof von Limburg öffentlich angriff: Jochen Riebel, vormals Chef der Staatskanzlei in Hessen, ist auch im Ruhestand ein streitbarer Mann. Mehr Von Heike Lattka, Mainz

06.12.2014, 10:25 Uhr | Rhein-Main
Roberto Di Matteo Neuer Schalke-Trainer bittet um Geduld

Seit rund einer Woche hält Roberto Di Matteo auf Schalke das Heft in der Hand. Der Italo-Schweizer war nach dem Rauswurf von Jens Keller als neuer Chef-Trainer bei den Königsblauen verpflichtet worden. Nicht viel Zeit, um neue Akzente zu setzen. Mehr

19.10.2014, 15:18 Uhr | Sport
McKinsey im Kloster Ich bin froh, dass ich nicht mehr Chef bin

Pater Martin Werlen war 13 Jahre lang Abt von Kloster Einsiedeln in der Schweiz. Er brachte das unrentable Stift wirtschaftlich auf einen neuen Kurs. Denn er weiß um den Wert von Karriere und McKinsey auch im Kloster. Mehr

18.12.2014, 06:00 Uhr | Beruf-Chance
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.08.2010, 20:34 Uhr

Beamte nicht ausnehmen

Von Ralf Euler

Rund 1500 hessische Polizisten haben in Wiesbaden gegen die Sparpolitik der Landesregierung protestiert. Doch die Nullrunde auch bei den Beamten ist nicht nur unvermeidlich, sondern notwendig. Mehr 4 3