27.10.2009 · Das Ordnungsamt hat in Bornheim ein Lager geräumt, in dem offenbar schon seit Wochen wohnsitzlose Bettler mit ihren Kindern gehaust hatten. Die Zustände auf dem Gelände zwischen Volksbankstadion und A 661 seien „unvorstellbar“ gewesen, wie Sicherheitsdezernent Volker Stein (FDP) mitteilte.
Von Katharina IskandarDas Ordnungsamt hat in Bornheim ein Lager geräumt, in dem offenbar schon seit Wochen wohnsitzlose Bettler mit ihren Kindern gehaust hatten. Wie Sicherheitsdezernent Volker Stein (FDP) mitteilte, waren die Zustände, die die Mitarbeiter des Ordnungsamts und der Landespolizei auf dem Gelände zwischen Volksbankstadion und A 661 vorfanden, „unvorstellbar“. Die Menschen hätten sich in Hütten einquartiert „ohne jegliche hygienischen Einrichtungen“. Die Notdurft sei im Freien verrichtet worden, und auch der Müll sei auf dem Gelände einfach ausgekippt worden. Dementsprechend habe es gestunken.
Die Räumung wurde laut Stein unter anderem dadurch erschwert, dass keiner der in dem Lager angetroffenen Personen Deutsch oder Englisch gesprochen habe. Ein Großteil der Personen stamme aus Rumänien. Zumindest hätten sie entsprechende Pässe dabeigehabt. Wie zu hören war, spricht vieles dafür, dass die Gruppe sich nur vorübergehend in Frankfurt aufgehalten hat. Die Autos, die an dem Lager sichergestellt worden sind, waren in anderen deutschen Großstädten wie etwa Berlin gemeldet. Die Fahrzeuge wurden offenbar von Dritten zur Verfügung gestellt und vor allem dafür genutzt, die Wohnsitzlosen quer durch Deutschland zu fahren – je nachdem, wo und wie sie an Geld kommen wollten.
Erwachsene in Haft
Derzeitigen Erkenntnissen zufolge finanzierte sich die Gruppe unter anderem durch Scheibenwischen an großen Kreuzungen. Hierbei putzten Mitglieder der Bande Windschutzscheiben von wartenden Autos und drängten die Fahrer, ihnen dafür Geld zu geben. Außerdem sammelte die Gruppe Geld mit aggressiver Bettelei. Mit dieser Ordnungswidrigkeit sind ähnliche Banden in den vergangenen Jahren immer wieder aufgefallen. Dabei geben ältere Männer beispielsweise vor, behindert zu sein, und junge Frauen betteln mit einem Kind, das oft gar nicht ihr eigenes ist, sondern aus der Gruppe „ausgeliehen“ wurde.
Die etwa zehn Kinder, die bei der Gruppe in dem Lager lebten, wurden inzwischen an das Jugendamt übergeben, wie Stein weiter mitteilte. Auch einige Kleinkinder seien darunter gewesen. Von den etwa fünfzehn Erwachsenen sind zwei inzwischen in Haft.