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Frankfurter Bahnhofsviertel : Gastronomie soll Kaisersack aufwerten

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Soll schöner und sicherer werden, bloß wie: der Kaisersack unmittelbar am Frankfurter Hauptbahnhof Bild: Hedwig, Victor

Das Frankfurter Bahnhofsviertel hat viele Probleme - eines von ihnen ist die Trinkerszene am Kaisersack. Gegen die will Ordnungsdezernent Markus Frank nun verstärkt vorgehen.

          Die Kaiserstraße, so ist von Politikern seit Jahren zu hören, sei „das Tor zur Stadt“. Wer dort ankomme, solle sich willkommen fühlen. Deshalb wurde der einstige Boulevard auch mit neuen Cafés, Restaurants und Geschäften aufgehübscht. Wer aber als Tourist aus dem Hauptbahnhof tritt, sieht sich einer anderen Realität ausgesetzt. Schon auf dem Bahnhofsvorplatz trifft sich die Tablettenszene.

          Und drüben auf der anderen Straßenseite, also dort, wo die Kaiserstraße beginnt, stehen Gruppen von Alkoholsüchtigen, die lautstark den Platz für sich beanspruchen. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) beobachtet die Trinkerszene schon lange mit Unbehagen. Nun will er verstärkt gegen sie vorgehen.

          Geplante Lichtinstallation

          Wie der von Frank eingesetzte Sicherheitskoordinator für das Bahnhofsviertel, der Präventionsrats-Vorsitzende Klaus-Dieter Strittmatter, am Mittwoch mitteilte, soll sich am Kaisersack verstärkt Außengastronomie ansiedeln. Demnächst öffnet dort ein Lokal, das hochwertige Fritten anbieten will, angeblich weit über Imbiss-Standard. Das Gebäude wird derzeit saniert. „Es geht vor allem darum, diesen öffentlichen Platz für die Normalbevölkerung zurückzugewinnen.“

          Das könne aber nur über „eine gewisse soziale Kontrolle“ funktionieren, sagte Strittmatter, der bei einem gemeinsamen Rundgang mit Frank sowie Vertretern der Stadtpolizei und der Deutschen Bahn eine Zwischenbilanz zog. Nach den Worten Franks ist auch das vieldiskutierte Alkoholverbot „ein Thema, mit dem wir uns weiterhin befassen“. Allerdings sei das nicht einfach zu realisieren.

          Das von Strittmatter erarbeitete Konzept, das während der allgemeinen Debatte über die Zustände am Hauptbahnhof erarbeitet worden ist, bezieht auch den Bahnhofsvorplatz mit ein. Dort ist eine Lichtinstallation geplant, um den Ort heller zu gestalten.

          Noch keine Entwarnung

          Als dritte Säule nannte der Sicherheitskoordinator die Sauberkeit. Er stehe deshalb in engem Kontakt mit der Deutschen Bahn. Der Chef der DB-Sicherheit, Joe Karnyi, sagte, die täglichen intensiven Reinigungen hätten sich bewährt. Doch man dürfe nicht nachlassen, „sonst hat man sofort wieder Müll, Flaschen und Spritzen von Drogenkonsumenten herumliegen“.

          Am häufigsten beschweren sich Anwohner und Gewerbetreibende nach Strittmatters Worten darüber, dass Obdachlose und Rauschgiftsüchtige sich an den Straßen niederließen. Bewährt haben sich laut Karnyi die gemeinsamen Streifen von Bahn und Stadtpolizei. Seitdem könnten schneller Hausverbote ausgesprochen und durchgesetzt werden. Das bestätigte auch der Leiter der Stadtpolizei, Matthias Heinrich.

          Frank betonte, trotz dieser Erfolge könne noch keine Entwarnung gegeben werden. „Das hier ist ein Marathon, kein Sprint.“

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