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Frankfurt : Frank will mehr Stadtpolizisten

  • -Aktualisiert am

Stadtpolizei: Besonders auf der Zeil und im Bahnhofsviertel gefragt. Bild: Frank Röth

Das Sicherheitstelefon der Stadtpolizei ist stark nachgefragt. Nun klagen die Mitarbeiter über zu viel Arbeit. Sie wollen nicht zu jeder Ruhestörung gerufen werden.

          Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) will die Stadtpolizei in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz sagte er, die 200 Mitarbeiter reichten bei weitem nicht aus, um allen Aufgaben gerecht zu werden. Derzeit befänden sich schon weitere angehende Stadtpolizisten in der Ausbildung. „Das wird aber noch lange nicht genügen“, sagte Frank. So habe man nicht so viele Fußstreifen einsetzen können, wie man gerne würde, weil die Stadtpolizisten verstärkt auf der Zeil und seit Herbst auch am Hauptbahnhof eingesetzt werden, nachdem sich die Zustände dort massiv verschlechtert hatten. Den höheren Bedarf an Mitarbeitern sieht auch der Leiter der Stadtpolizei, Matthias Heinrich. „Frankfurt wächst seit Jahren rasant. Mehr Bürger bedeuten auch mehr soziale Spannungen.“ Auf diese müsse man reagieren können.

          Vor allem das sogenannte Sicherheitstelefon der Stadtpolizei ist den Angaben zufolge stark nachgefragt. Ordnungsamtsleiter Jörg Bannach bemängelte jedoch, dass sich Bürger vermehrt auch mit Beschwerden meldeten, die nicht in das Aufgabengebiet der Stadtpolizei fielen. Dazu gehöre unter anderem der ruhende Verkehr: Für falsch geparkte Autos sei das Straßenverkehrsamt zuständig, nicht das Ordnungsamt. „Und auch bei jeder Ruhestörung oder anderen kleineren Vorfällen werden wir gerufen und müssen rausfahren, weil die Bürger erwarten, dass wir das für sie regeln.“

          Bahnhofsviertel bleibt Schwerpunkt

          Frank relativierte diese Kritik und sprach von einer „Entsolidarisierung der Gesellschaft“, die er seit einiger Zeit beobachte. „Es kann nicht sein, dass man nicht mehr selbst bei seinem Nachbarn klingelt, wenn man sich an der Lautstärke oder am sonstigen Verhalten stört.“ Es werde immer gleich die Polizei gerufen. Er fügte aber an, dass das „in Extremfällen“, wenn der Nachbar beispielsweise besonders aggressiv sei, „natürlich in Ordnung ist“. Verschärfen möchte Frank die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt. Dazu liefen derzeit Gespräche mit den Koalitionspartnern. Aufgenommen werden soll unter anderem, dass es künftig auch bestraft werden kann, wenn Bettler Extremitäten, wie etwa Beinstümpfe, zur Schau stellten.

          Das decke die Verordnung in ihrer bisherigen Form nicht ab, kritisierte Heinrich. „Das heißt, wenn Bettler sich so auf der Zeil präsentieren, haben wir keine Handhabe. Das ist in anderen Städten anders.“ Frank sprach von Prioritäten, die in diesem Jahr weiterverfolgt werden müssten. So würden weiterhin Restaurants und andere gastronomische Betriebe auf Hygienemängel hin überprüft. Ebenso habe sich das Modell sogenannter Testkäufe etabliert, mit dem der illegale Verkauf von Alkohol an Jugendliche aufgedeckt werde. Ein Schwerpunkt bleiben wird laut Frank das Bahnhofsviertel. Eine vorläufige Bilanz zu der Situation in der B-Ebene des Hauptbahnhofs will der Dezernent morgen in einer gesonderten Pressekonferenz vorstellen.

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