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Frachtflieger sollen stillgelegt werden Lufthansa Cargo erhöht bei Nachtflugverbot den Druck

29.08.2009 ·  Die Lufthansa Cargo AG hat die Folgen eines Nachtflugverbots in Frankfurt für ihr Geschäft präzisiert. Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr kündigte an, in diesem Fall die 19 Frachtmaschinen, die in Frankfurt stationiert sind, nach und nach stillzulegen.

Von Manfrd Köhler, Frankfurt
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Die Lufthansa Cargo AG hat die Folgen eines Nachtflugverbots in Frankfurt für ihr Geschäft präzisiert. Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr kündigte an, in diesem Fall die 19 Frachtmaschinen, die in Frankfurt stationiert sind, nach und nach stillzulegen. Das hätte die Aufgabe eines beachtlichen Teils des Logistikgeschäfts der Lufthansa-Tochter an diesem Flughafen zur Folge. In Zukunft will das Unternehmen dann lediglich noch in Passagiermaschinen Fracht von und nach Frankfurt befördern. Derzeit wird jeweils etwa die Hälfte der Waren in speziellen Frachtmaschinen und im Bauch von Passagiermaschinen transportiert.

Wie Spohr erläuterte, ist tatsächlich die Stilllegung der Frachtmaschinen vom Typ MD 11 geplant, nicht ihre Verlagerung an einen anderen Flughafen. Es würden auch keine neuen Maschinen als Ersatz beschafft, fügte ein Sprecher hinzu. Folglich sei ungefähr die Hälfte der 4600 Arbeitsplätze des Unternehmens gefährdet. Spohr sagte, er erwarte, dass die hessische Landesregierung Revision gegen das vor einer Woche gesprochene Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Kassel einlege, der zwar den Ausbau des Frankfurter Flughafens als solchen gebilligt, sich aber für die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehenen 17 Nachtflüge ausgesprochen hatte. Wenn die Landesregierung nicht gegen das Urteil vorgehe, werde sich Lufthansa Cargo dagegen wenden, sagte Spohr. Das Unternehmen darf nach dem Richterspruch anders als die Regierung zwar nicht in die Revision gehen, kann aber gegen diese Nichtzulassung wiederum Beschwerde einlegen. Die juristischen Möglichkeiten würden jedenfalls genutzt, führte Spohr aus. Zugleich äußerte der Manager die Erwartung, die Bundesregierung solle die rechtlichen Grundlagen für Nachtflüge schaffen. Der Vorstandsvorsitzende bekräftigte, der Flughafen Hahn sei keine Alternative.

München oder Leipzig sollen ausgebaut werden

Lufthansa Cargo hat nach eigenen Angaben an der in Frankfurt umgeschlagenen Fracht einen Anteil von mehr als drei Vierteln. Das Unternehmen selbst befördert drei Viertel seiner Fracht über Frankfurt. Die neueste Ankündigung Spohrs ist allerdings vor dem Hintergrund eines generell deutlich gesunkenen Aufkommens zu sehen. Von den 19 Maschinen, von denen Spohr sprach, sind derzeit wegen der Wirtschaftskrise ohnedies drei außer Dienst gestellt, eine vierte soll folgen, wie ein Sprecher gestern mitteilte. Zudem sind die Maschinen vom Typ MD 11 vergleichsweise betagt, sie sind nach Unternehmensangaben im Schnitt zehn Jahre alt. Schließlich hat Lufthansa Cargo gemeinsam mit DHL in Leipzig ein Unternehmen namens Aerologic GmbH gegründet, dessen Löhne niedriger sind und das mit neuen und im Verbrauch günstigeren Boeing-777-Frachtern fliegt. Bis Ende 2010 sollen von der sächsischen Stadt aus acht Maschinen dieses Typs fliegen. Allerdings hob ein Lufthansa-Cargo-Sprecher hervor, dass die Geschäftsmodelle dieses Unternehmens und von Aerologic nicht ganz vergleichbar seien; so flögen die Boeing-Maschinen unter der Woche lediglich für DHL Richtung Asien.

Bereits vor einem Jahr hatte Spohr gesagt, sollte es in Frankfurt zu einem Nachtflugverbot kommen, würden entweder die Standorte München oder Leipzig ausgebaut. Während Spohr damals aber zugleich hervorgehoben hatte, das Drehkreuz Frankfurt werde keinesfalls verlagert, hatte er im Februar dieses Jahres davon gesprochen, es gehe durchaus um die Existenz des Logistikstandorts Frankfurt.

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