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Fortschrittliches Frankfurt Flughafen testet elektronische Einreisekontrolle

17.10.2009 ·  Noch kontrollieren an den deutschen Flughäfen Bundespolizisten die Pässe der Einreisenden, doch das könnte sich bald ändern. Die Bundespolizei testet ein Computersystem, das die Identität der Reisenden elektronisch überprüft.

Von Marcel Giersdorf, Frankfurt
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Noch kontrollieren an den deutschen Flughäfen Bundespolizisten die Pässe der Einreisenden, doch das könnte sich bald ändern. Am Frankfurter Flughafen testet die Bundespolizei seit Freitag ein Computersystem, das die Identität der Reisenden elektronisch überprüft. An vier Schleusen können sich Fluggäste, die einen Reisepass mit biometrischen Daten besitzen, bei der Einreise künftig auch von „Easypass“, wie das neue System heißt, die Erlaubnis einholen, passieren zu dürfen.

August Hanning, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, sagte am Freitag anlässlich der Freigabe der Schleusen, die automatische Kontrolle erhöhe die Sicherheit, reduziere die Wartezeiten für die Passagiere und entlaste die Bundespolizei.

„Daten sind sicher“

Hanning sprach von der „zukunftsweisenden Bedeutung“ des Projektes und hob hervor, dass die persönlichen Daten der Passagiere sicher seien. Zwar müsse der Computer die auf dem Reisepass gespeicherten Daten „auslesen“, um zu überprüfen, ob nach der Person gefahndet werde. Jedoch würden die Informationen sofort nach der Kontrolle wieder gelöscht. Für die Passagiere dauert die elektronische Einreisekontrolle nach den Worten von Wolfgang Wurm, dem Leiter der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen, nur etwa 15 Sekunden, und das ist deutlich schneller als auf dem herkömmlichen Weg. Das Prozedere ist denkbar einfach: Der Reisende legt seinen Pass auf ein Lesegerät. Dann betritt er die Schleuse, in der er von einer Digitalkamera fotografiert wird. Ist der Pass echt und stimmen die biometrischen Daten darauf mit dem Foto überein, öffnet sich die Glastür, und der Fluggast kann einreisen. Ansonsten bleibt die Tür geschlossen, und der Passagier wird von Bundespolizisten nochmals überprüft.

Hanning sagte, mit Hilfe der elektronischen Grenzkontrolle könnten in kürzerer Zeit mehr Menschen genauer überprüft werden als bisher durch die Bundespolizei. Außerdem würden die Beamten von Routineaufgaben entlastet und könnten sich auf „wirklich kritische Fälle“ konzentrieren. An den vier Schleusen, die derzeit am Flugsteig C im Terminal 1 getestet werden, sind nur zwei Polizisten eingesetzt.

Bis 2015 sollen alle Deutschen einen neuen Pass haben

Einen biometrischen Reisepass besitzen nach den Worten des Staatssekretärs derzeit allerdings nur knapp 30 Prozent der Deutschen. Erst im Jahr 2015 sollen die alten Pässe vollständig ersetzt worden seien.

Zu den Kosten des neuen Systems wollte sich die Bundespolizei nicht äußern. Wurm sagte aber, die elektronische Grenzkontrolle sei „keine günstige Variante“. Allerdings könnten nun bis zu viermal mehr Reisende kontrolliert werden als zuvor. Pro Stunde können nach Wurms Worten bis zu 240 Fluggäste die Schleusen durchqueren.

Testphase läuft noch bis März

Von den Reisenden erwartet Wurm nach den bisherigen Erfahrungen eine positive Resonanz. In einer ersten Testphase hätten sich knapp 10 000 Fluggäste bereit erklärt, bei der Einreise die elektronische Kontrolle zu durchlaufen. Alle Passagiere seien danach von dem System überzeugt gewesen, einige hätten sich sogar gewundert, dass die Einreisekontrolle in Deutschland so fortschrittlich sei, so Wurm.

Noch bis zum März des kommenden Jahres wird „Easypass“ auf dem Frankfurter Flughafen getestet. Sind die Ergebnisse positiv, sollen die elektronischen Kontrollschleusen nach Angaben der Bundespolizei an weiteren Flugsteigen installiert werden. Auch auf dem Münchener Flughafen könnte das System dann zum Einsatz kommen.

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