14.07.2004 · Die Werft für den neuen Super-Jumbo A380 am Frankfurter Flughafen soll umweltschonender als bisher geplant gebaut und damit zügiger fertiggestellt werden können. Das Parkhaus für die Mitarbeiter der Werft wurde gestrichen, auch die Verlegung der Okrifteler Straße soll entbehrlich werden.
Die Werft für den neuen Super-Jumbo A380 am Frankfurter Flughafen soll umweltschonender als bisher geplant gebaut und damit zügiger fertiggestellt werden können. Das Parkhaus für die Mitarbeiter der Werft wurde gestrichen, auch die Verlegung der Okrifteler Straße soll entbehrlich werden. Das Tor 31 soll direkt an der Westseite der Halle entstehen, nicht südwestlich und etwas weiter entfernt, wie es bisher geplant war. Als Folge dieser Änderungen müßten nun etwa 14 statt 23 Hektar Bannwald gerodet werden, wie diese Zeitung erfuhr.
Anfang 2007 wird Airbus voraussichtlich die ersten Maschinen der neuen Flugzeug-Generation an Lufthansa ausliefern. Am Drehkreuz Frankfurt müßte die Wartungshalle zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Andernfalls könnte die Lufthansa das Angebot des Münchner Flughafens annehmen, die Werft dort zu bauen und damit auch das als zukunftsweisend geltende Geschäft rund um die Interkontinentalstrecken, auf denen der A380 eingesetzt werden soll, nach Bayern verlagern.
Das Frankfurter Planfeststellungsverfahren, in dem mehr als 40000 Einwendungen zu prüfen sind, wird voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Gegner des Projekts haben angekündigt, eine Genehmigung durch alle Gerichtsinstanzen anzufechten. Ungewiß ist, wann ein abschließendes Urteil zu erwarten ist und ob schon während der Verfahren mit dem Bau begonnen werden kann.
Der Flughafenbetreiber rechnet damit, daß rund zwei Jahre nötig sein werden, um die dann europaweit größte Wartungshalle für rund 125 Millionen Euro zu errichten; nach den bisherigen Plänen wird der Hangar 45 Meter hoch, 350 Meter lang und 140 Meter breit werden, damit die Riesenvögel mit knapp 80 Meter Spannweite ausreichend Platz finden.
Vor diesem Hintergrund, so ist zu hören, sei die Fraport AG als Antragsteller einer dringenden Empfehlung des Regierungspräsidiums gefolgt. Die Fachbeamten hatten nach Auswertung des Erörterungstermins geraten, die Pläne aus juristischen Gründen zu "optimieren". Die Gegner des Vorhabens hatten sich gerade bei dem Streitpunkt, ob der Waldeinschlag für das Parkhaus verhältnismäßig sei, gute Chancen vor Gericht ausgerechnet. Ihrer Ansicht nach ist zumindest dieses Gebäude, das 650 Parkplätze den rund 2000 Mitarbeitern der Werft zur Verfügung stellen sollte, "privatnützig". Der Eingriff in Bannwald sei, wenn überhaupt, nur bei Bauvorhaben von öffentlichem Interesse zulässig, argumentierten sie schon während des Erörterungstermins.
Bei der Lufthansa hieß es am Mittwoch auf Anfrage: "Wir erwarten in Frankfurt eine Halle, die allen Erfordernissen entspricht." Die derzeit diskutierten Fragen betreffen aus Sicht des Unternehmens lediglich "infrastrukturelle Details", die allein Sache des Flughafenbetreibers Fraport seien.
Vom Jahr 2007 an will die Lufthansa den A380 auf den Langstrecken nach Nordamerika und in den Fernen Osten einsetzen. Die zunächst 15 Flugzeuge der A380-Flotte sollen den Planungen nach in Frankfurt stationiert und gewartet werden. Im Gegensatz zu München ist Frankfurt die zentrale europäische Drehscheibe der Lufthansa und der Star Alliance, zu der die Fluggesellschaft gehört. Außerdem sei Frankfurt schon jetzt der "zentrale Wartungsstandort", heißt es bei der Lufthansa.
Was die Stationierung der A380 am Frankfurter Flughafen betrifft, so hat die Fraport nicht nur für den Bau der Wartungshalle zu sorgen, sondern auch für die Anpassung des Terminals an den zweistöckigen "Megaliner". Denn während das bestehende Start-, Lande- und Rollbahnsystem auch für den neuen Großraumjet nach Angaben der Fraport ausreicht, sei dort "noch einiges an Arbeit zu leisten", so ein Lufthansa-Sprecher. In München besteht bereits ein Terminal, an dem das Großflugzeug mit einer Standardkapazität von 555 Plätzen andocken kann. (mak./hs./jor.)