Home
http://www.faz.net/-gzh-9bp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fertigstellung 2014 Baubeginn für Luxushotel an der Alten Oper

08.07.2011 ·  Von August an sollen mehrere Bestandsbauten am Frankfurter Opernplatz abgerissen werden. Der Bau des seit Jahren geplanten Luxushotels steht dort unmittelbar bevor.

Von Rainer Schulze
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Der Bau des seit Jahren geplanten Luxushotels an der Alten Oper in Frankfurt steht unmittelbar bevor. Die Arbeiten sollen im August beginnen. Wie der Bauherr und Eigentümer des zwischen Wallanlage und Opernplatz gelegenen Grundstücks, der Münchner Projektentwickler Cells Bauwelt, auf Anfrage mitteilte, werden zunächst das alte Umspannwerk der Mainova AG an der Hochstraße und ein leerstehendes Bürogebäude am Opernplatz abgerissen. Anschließend soll im März der Bau des Luxushotels folgen.

Ein Abbruchantrag sei eingereicht, ein Bauantrag soll noch im Juli bei der Bauaufsicht eingehen. Cells Bauwelt investiert nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag in das Projekt. „Wir wollen im Sommer 2014 fertig sein“, sagte Geschäftsführer Christian Elleke.

„Fünf Sterne plus“ mit 150 Zimmern

Nach einem Entwurf des Frankfurter Architekturbüros Braun & Schlockermann soll am Opernplatz ein Luxushotel der Kategorie „Fünf Sterne plus“ mit 150 Zimmern und Suiten errichtet werden. Zu dem Hotel, dessen Eingang am Opernplatz liegt, gehören zwei Restaurants, ein Spa, Tagungsräume und eine Tiefgarage mit zirka 350 Stellplätzen. Die Gastronomie soll sich ebenfalls zum Opernplatz hin orientieren, so dass dort im Sommer die Außenstühle an jene der benachbarten Restaurants und Cafés gestellt werden können.

Die Architekten hatten sich vor fünf Jahren, als die Stadt das Grundstück veräußerte, in einem verschlungenen Verfahren gemeinsam mit den Bietern Stiller Immobilien und ING Real Estate durchgesetzt. Diese haben das Projekt aber vor rund einem Jahr an Cells Bauwelt verkauft. Der Entwurf, dessen Steinfassade sich an der Alten Oper orientiert, ist in den grundsätzlichen Zügen gleichgeblieben. „Es gibt nur geringfügige Abweichungen“, sagte der Architekt Helmut Braun.

Wohl Accor Gruppe als Betreiber

Als Betreiber des Luxushotels wird nicht mehr, wie noch zu Zeiten der vorhergehenden Eigentümer, die Kette Mandarin Oriental genannt. Der Bauherr spricht nun davon, dass „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ die Accor Gruppe als Betreiber zum Zug kommt. Das Hotel an der Alten Oper wäre dann im Luxussegment „Sofitel“ der Accor-Gruppe angesiedelt.

Zu dem rund 35.000 Quadratmeter großen Vorhaben gehört als zweiter Baukörper ein Solitärgebäude, das am Standort des alten Umspannwerks an der Hochstraße gebaut werden soll. Gemäß den Vorgaben des Magistrats wird der Bauherr noch einen kleineren Wettbewerb für die Gestaltung der Fassaden ausloben. Drei bis vier Architekturbüros sollen hierzu eingeladen werden.

Wie es in der Stadtverwaltung heißt, soll sich der Bauherr mit seinem ursprünglichen Wunsch, den Büroanteil zu erhöhen, nicht gegen die Stadtplaner durchgesetzt haben. Cells-Geschäftsführer Elleke zufolge ist der Wohnanteil in dem Solitärgebäude nun vergrößert worden, so dass im Erdgeschoss Platz für Läden und in den Obergeschossen Raum für 24 Mietwohnungen vorhanden sein soll. Die zwischen 120 und 250 Quadratmeter großen Wohnungen orientieren sich teilweise zur Grünanlage hin und sollen 18 bis 20 Euro je Quadratmeter kosten.

Umspannwerk verlagert

Um das Bauvorhaben überhaupt zu realisieren, musste in den vergangenen Jahren zunächst das Umspannwerk verlagert werden. Das neue Umspannwerk ist inzwischen in unmittelbarer Nachbarschaft in einem neuen, unterirdischen Baukörper unter der Liesel-Christ-Anlage untergebracht und dort ans Netz gegangen.

Schon 2009 ist eine Bauvoranfrage für das Hotelprojekt positiv beantwortet worden. Dem Vernehmen nach hat der Bauherr nun die Abbrucharbeiten bereits ausgeschrieben. Es gilt jedoch als schwierig, bei den auf zwei bis drei Monate angesetzten Abbrucharbeiten die für Baulärm zulässigen Grenzwerte einzuhalten. Weil derzeit ein Streit um Baulärm auf einer Baustelle im Frankfurter Westend die Gerichte beschäftigt, sind Behörden und Anwohner für dieses Thema zudem besonders sensibilisiert.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1978, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

Jüngste Beiträge

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr