12.11.2009 · In Indien haben die Kinder andere Namen als in Deutschland. Eines davon ist der zwölf Jahre junge Nur. Er lebt in einem Armenviertel von Kalkutta und braucht dringend Hilfe. Denn seit seiner Geburt stimmt mit seinem Herzen etwas nicht. „Ärzte für die Dritte Welt“ helfen ihm.
Von Manfred KöhlerEs ist nicht leicht, sich das Leben von Kindern in den Armenvierteln von Kalkutta vorzustellen. Alles ist schmutzig, alles ist beengt. Eltern und Kinder leben in einem einzigen Zimmer. Wenn sie kochen, ist alles voller Rauch. Und draußen ist nur Dreck. Viele Familien müssen sich eine einzige Toilette teilen. Und wenn es in den Sommermonaten kräftig regnet, steht alles unter Wasser. Bei Erwachsenen reicht die Brühe bis zu den Knien. Bei Kindern bis zum Bauchnabel. Und keine Dusche weit und breit.
In einem dieser Armenviertel, weit draußen vor der Stadt, lebt auch der zwölf Jahre alte Nur. Seine Familie ist arm, wie alle in der Gegend. Hier hat fast niemand einen Fernseher, einen Computer oder ein Handy, obwohl es das natürlich auch in Indien alles zu kaufen gibt. Doch die Väter und Mütter, die meist als Rikschafahrer und Haushaltshilfen arbeiten, verdienen kaum genug, um die Familie sattzubekommen. Für alles andere fehlt das Geld.
Deutsche Ärzte für sechs Wochen in Kalkutta
Aber Nur ist krank. Er hat einen angeborenen Herzfehler, deshalb wurde er schon operiert. Jetzt hat sich die Innenhaut des Herzens entzündet, und deshalb muss er Medikamente nehmen. Doch wie wird Nur überhaupt geholfen? In Indien kann man nicht einfach zu einem Arzt gehen wie in Deutschland. Jeder Besuch kostet Geld, und das haben die Armen nicht.
Doch Nur hat Glück gehabt. Eine Hilfsorganisation aus Frankfurt ist auf ihn aufmerksam geworden - es sind die Mediziner vom Verein „Ärzte für die Dritte Welt“. Regelmäßig sind sechs deutsche Ärzte in kleinen Arztpraxen in Kalkutta tätig, mitten in den Armenvierteln. Sie fahren in ihrem Urlaub dorthin, manche sind auch schon pensioniert. Sie bleiben sechs Wochen in Kalkutta, und sie arbeiten von montags bis freitags von früh bis spät, wie zu Hause. Anders als die indischen Ärzte verlangen sie aber keine hohen Gebühren. Deshalb können auch die Armen zu ihnen kommen. Manchmal stehen mehr als 100 Menschen vor den Artzpraxen, und es sind viele Kinder darunter.
In der Kinderstation ist nicht viel Platz
Nur ist aber so schwer krank, dass er im Moment nicht zu Hause bleiben kann. Er lebt in einer Kinderstation des Vereins „Ärzte für die Dritte Welt“, wo er täglich Medikamente bekommt. Bestimmt freut er sich auch über das gute Essen dort. Doch in der Kinderstation ist nicht viel Platz. Sie soll deshalb erweitert werden, damit mehr Kindern wie Nur geholfen werden kann. Dafür bittet diese Zeitung um Spenden. Denn in Kalkutta sind Millionen Menschen arm, und sie alle brauchen hin und wieder einen Arzt. Die „Ärzte für die Dritte Welt“ tun viel Gutes. Aber auch sie brauchen Unterstützung.
Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“
Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und die „Frankfurter Allgemeine / Rhein-Main-Zeitung“ bitten um Spenden, die der Hilfe für Aidspatienten in der Frankfurter Uniklinik und der Erweiterung einer Kinderstation des Vereins „Ärzte für die Dritte Welt“ in Kalkutta zugutekommen.
Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“ bitte auf die Konten:
Nummer 11 57 11 bei der Frankfurter Volksbank (BLZ 501 900 00)
Nummer 97 80 00 bei der Frankfurter Sparkasse (BLZ 500 502 01)
Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Selbstverständlich wird auch der Wunsch respektiert, auf eine Namensnennung zu verzichten. Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Allen Spendern wird, sofern die vollständige Adresse angegeben ist, eine Spendenquittung zugeschickt.