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Donnerstag, 09. Februar 2012
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F.A.Z.-Leser helfen Zwischen Dschungel und Wasserfall

18.01.2009 ·  Die Kinderbuchautorin Isabel Abedi liest zugunsten der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ aus ihren „Lola“Geschichten – und trifft dabei in der Sparkassen-Filiale am Frankfurter Börsenplatz auf viele begeisterte Fans.

Von Katharina Iskandar
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Mit dem Flugzeug von Hamburg nach Brasilien, dort mit dem Auto in eine kleine Stadt, die sich „Schwarze Perle Brasiliens“ nennt. Weiter geht es mit dem Schiff auf eine Insel, die größtenteils aus dichtem Dschungel besteht und wo es statt Autos nur ein paar kräftige Esel gibt. Diese Reise unternimmt Lola. Sie ist zehn Jahre alt, wohnt in Hamburg und ist mittlerweile eine der beliebtesten Kinderbuchfiguren in Deutschland.

Mit ihr auf große Fahrt gehen konnten am Sonntag rund hundert Kinder, die mit ihren Eltern in die Volksbank-Filiale am Börsenplatz gekommen waren, um den von dieser Zeitung veranstalteten „Sonntagsgeschichten“ zu lauschen. Der Erlös fließt der Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“ zu, die diesmal Kinder in schwierigen Verhältnissen und den Neubau einer Behindertenwerkstatt unterstützt.

Eigene Erlebnisse der Autorin

Dass die Kinderbuchautorin Isabel Abedi für die „Sonntagsgeschichten“ ausgerechnet den Roman „Lola auf Hochzeitsreise“ ausgewählt hat, war kein Zufall, wie sie sagt. Denn die Schriftstellerin hat die Orte, die in dem Buch vorkommen, mit ihrem brasilianischen Mann und den beiden Kindern selbst besucht. Wenn sie beschreibt, wie Lola auf der Überfahrt zur Insel speiübel wird, weil das Schiff hin- und herschaukelt, „so dass das Meer wie ein grau-silbriges Tuch wirkt, das von riesigen Händen geschüttelt wird“, dann sind das eigene Erlebnisse.

Gleiches gilt für die Straßenhändler, die die Touristen mit bunten Ketten behängen, so dass sie aussehen wie ein Weihnachtsbaum. Und wenn Abedi über die zahlreichen Straßenkinder in Salvador da Bahia schreibt, die so arm sind, dass sie ihre Nahrung aus den Mülleimern fischen müssen, dann wird deutlich, dass es der Autorin nicht nur um das Schreiben von Geschichten geht, sondern darum, ihren jungen Lesern Einblicke zu geben in Lebensumstände, die ihnen in Deutschland völlig fremd sein dürften.

Die Kinder gestern in der Volksbank-Filiale hatten sich gut gemerkt, was anders ist. Nach der Lesung zählten sie auf: die halbrunden Telefonzellen, die aussehen wie die Hälfte einer Kokosnuss, oder die engen, staubigen Gassen. Auch ein Wasserfall auf der Insel blieb den Kindern in Erinnerung. Und als Abedi nach ihrer Lesung Fotos ihrer eigenen Reise zur „Schwarzen Perle Brasiliens“ zeigte, sagte ein Junge: „Genau so habe ich mir das vorgestellt.“ Das war das Anliegen Abedis: zu zeigen, wie Romane entstehen, woher die Ideen für ihre Lola-Geschichten stammen. Sechs Bücher über das Mädchen und ihre liebenswürdige Familie gibt es schon, zwei weitere sind geplant – und möglicherweise wird daraus sogar ein Film.

„Warum hat Lola denn am 2. Oktober Geburtstag?“

Viele der Kinder, die zu den „Sonntagsgeschichten“ gekommen waren, begleiten die Romanfigur der Hamburger Autorin schon seit längerem, einige sogar schon seit dem ersten Roman, der im Juni 2004 erschienen war. Dementsprechend groß war das Interesse an den Details rund um das Hamburger Mädchen. „Warum hat Lola denn am 2. Oktober Geburtstag?“, wollte ein Mädchen wissen, das, wie sie verriet, nämlich am gleichen Tag geboren war. Ein anderes Mädchen fragte, wer denn die Bilder von Lola und ihrer Familie male, die in den Romanen zu sehen seien.

Wie überraschend intensiv sich ihre Leserschaft mit den Romanfiguren befasst, zeigt nach den Worten Abedis aber am ehesten die Tatsache, dass sie zahlreiche Briefe bekommen habe, in denen gefragt worden sei, wann Lolas Eltern endlich heirateten. Im ersten Roman nämlich war Lola neun, und Abedi hatte angekündigt, dass ihre Eltern vor den Altar treten würden, wenn Lola zehn Jahre alt wird. Und so schloss sich auf der Brasilien-Reise der Kreis. Lolas Eltern gaben sich das Ja-Wort.

Zwischendurch hatte die Autorin gestern ihre jungen Zuhörer gefragt, wer denn wisse, wie ihre Eltern sich kennengelernt hätten. Die Antworten kamen prompt: beim Tanzen, im Studium, im Skiurlaub oder im Krankenhaus. Ein Elternpaar hatte sich im Internet kennengelernt. Und spätestens dann war klar, dass die erste Begegnung von Lolas Eltern gar nicht ungewöhnlich gewesen war. Sie hatten sich auf einer Zugtoilette kennengelernt.

Antonia Michaelis liest am 15. Februar die nächsten „Sonntagsgeschichten“.

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