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Erneuerbare Energien FES fährt mit Schlachtabfällen

09.04.2008 ·  Umweltdezernentin Manuela Rottmann ist dafür, Benzin und Diesel vermehrt durch Biomasse zu ersetzen. Ein Teil der Fahrzeuge des städtischen Entsorger FES wird schon mit Schlachtabfällen betrieben.

Von Mechthild Harting
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Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Die Grünen) hält den Verzicht auf einen höheren Biokraftstoffanteil im Benzin für richtig. Die verstärkte Nutzung von Energiepflanzen wäre „ein Irrweg“, sagte die Grünen-Stadträtin und verwies auf einen Beschluss des Klimabündnisses der Städte, das ebenfalls eine neue Strategie bei den Biotreibstoffen gefordert hat. Auch die Europäische Union sollte sich nach Ansicht Rottmanns von ihrem Ziel, bis 2010 einen Anteil erneuerbarer Treibstoffe von 5,75 Prozent zu erreichen, „schleunigst verabschieden“.

Der Anbau von Energiepflanzen nehme zu große Flächen in Anspruch und konkurriere insbesondere in den Entwicklungsländern mit der Nahrungsmittelerzeugung. Im Übrigen sei die Nutzung von Biomasse zur Strom- und Wärmeproduktion gegenüber der Verwendung als Treibstoff deutlich effizienter. Rottmanns Ansicht nach sollten ohnehin biologische Abfall- und Reststoffe genutzt werden, statt Energiepflanzen wie Mais oder Soja anzubauen. Mit solchen Reststoffen betreibt etwa die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) einen Teil ihrer Fahrzeuge: Sie setzt Schlachtabfälle als Treibstoff ein.

Anderes Verkehrsverhalten gefordert

Für Rottmann steht aber auch fest, dass die Klimaschutzziele - die Bundesregierung will bis 2020 die Kohlendioxidemissionen um 40 Prozent senken - nicht allein auf technischem Weg erreicht werden können. Die Politikerin fordert stattdessen ein anderes Verkehrsverhalten, eine „echte Verkehrswende“. Doch der Ausstieg aus der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs, verfehlte Bahn-Strategien, und der Widerstand gegen eine Verschärfung der Kohlendioxid-Grenzwerte für die deutsche Autoindustrie seien Entscheidungen, die der Klimaschutzrhetorik der Bundesregierung widersprächen. Rottmann ist im Übrigen überzeugt, dass der Kampf gegen den Klimawandel in den Kommunen geführt werden muss. Deshalb hat sie sich in den Vorstand des Klimabündnisses wählen lassen, dem mehr als 1400 europäische Städte und Gemeinden angehören.

Unterdessen protestiert die FES gegen die Steuer auf Biodiesel, die seit dem 1. Januar dieses Jahres erhoben wird. Das Entsorgungsunternehmen forderte die Frankfurter Bundestagsabgeordneten auf, gegen diesen „Umwelt-Schildbürgerstreich“ vorzugehen. Die FES hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren erheblich in die Nachrüstung der Müllfahrzeuge und die Umrüstung der eigenen Tankstellen investiert, um Biodiesel als Kraftstoff einzusetzen. Doch seit Einführung der Steuer sei Biodiesel teurer als normaler Dieselkraftstoff. Dabei habe allein die FES 2007 eine Million Liter Biodiesel getankt und - da je Liter etwa zwei Kilogramm Kohlendioxid vermieden würden - die Kohlendioxidbilanz der Stadt Frankfurt um zwei Millionen Kilogramm verbessert.

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Jahrgang 1961, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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