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Kommentar : Die Eintracht als Botschafter

Botschafter Frankfurts: die Eintracht mit Sportvorstand Bobic (links) und Manager Hübner (Mitte) Bild: Helmut Fricke

Banken, Flughafen und Messe werden das Image von Frankfurt noch lange prägen. Die Eintracht kann dieses Bild dauerhaft bunter machen. Gerne mit weiteren Titeln.

          Wer im Ausland nach Symbolen fragt, die für Frankfurt stehen, dem werden die Banken, der Flughafen und die Messe genannt. Die Eintracht hingegen war lange Zeit, obschon der bekannteste Verein der Stadt, eher die Liebhaberei eines harten Kerns an Fußballfans denn ein Massenphänomen. Über viele Jahre hinweg galt der Klub vom Riederwald als Skandalnudel und launische Diva. Eintracht-Fans mit ihren von Aufnähern verzierten Jeansjacken hingegen waren eher eine Randerscheinung in einer außerhalb der Mainmetropole häufig als kühl geltenden Stadt.

          Doch mit dem Überraschungs-Coup der Eintracht in Berlin und dem Triumphzug durch die Stadt am Pfingstsonntag hat sich gezeigt, wie tief verwurzelt der Verein inzwischen in der städtischen Gesellschaft ist. Seit dem Umbau des alten Waldstadions in eine moderne Arena zur Weltmeisterschaft 2006 und mit dem Einzug von Heribert Bruchhagen als seriösem Geschäftsmann ist die Eintracht in Frankfurt wieder hoffähig geworden. Das hat ihr Bild bei den Menschen verändert, wie sich etwa am Anteil von Familien und Frauen im Stadion ablesen lässt. Mit der neuen Generation um die Vorstände Axel Hellmann und Fredi Bobic hat sich die Begeisterung um den Klub nochmals potenziert. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind enorm.

          Auch eine Stadt mit Seele

          Eine professionell geführte und darüber hinaus noch erfolgreiche Eintracht kann für Frankfurt ein unbezahlbarer Imageträger sein, der den Namen der Stadt auch ins Ausland trägt und die Metropole dort nicht nur als wirtschaftsstarke Heimat gläserner Bankentürme und als Drehscheibe des internationalen Flugverkehrs erscheinen lässt. Die Eintracht kann das Image der Stadt um eine Facette erweitern, die zwar längst vorhanden war, aber häufig nicht wahrgenommen wurde.

          Sieh an: Frankfurt ist auch eine Stadt mit einer Seele, deren Einwohner an einem warmen Tag im Mai zu Tausenden auf die Straßen und Plätze gehen, um spontan ein buntes Volksfest zu feiern. Die integrative Kraft des Sports ist dabei kaum zu unterschätzen. Schließlich steht die Eintracht mit ihrer großen Vielfalt an Nationen im Kader auch für die Internationalität, die Frankfurt sowieso gut zu Gesicht steht.

          Banken, Flughafen und Messe werden das Bild der Stadt noch lange prägen. Die Eintracht kann dieses Bild dauerhaft noch bunter machen. Gerne auch mit weiteren Titeln.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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