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Drogenpolitik Städte wollen Heroinvergabe langfristig fortsetzen

07.02.2007 ·  Die am Heroinprojekt beteiligten Städte wollen das Modellprojekt auch über den 30. Juni hinaus fortsetzen. Die ärztlich kontrollierte Heroinvergabe habe sich bewährt, meint die Frankfurter Gesundheitsdezernentin Rottmann.

Von Brigitte Roth
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Die am Modellprojekt zur Heroinvergabe beteiligten Städte mit Ausnahme Hamburgs haben in Frankfurt eine Resolution zur Fortsetzung dieser Behandlung über den 30. Juni hinaus unterzeichnet. Hamburg verfolgt dasselbe Ziel, wirbt stattdessen aber für eine Bundesratsinitiative, um den Weg für eine dauerhafte Heroinvergabe an Schwerstabhängige frei zu machen. Das befürworten die anderen Städte in der Resolution ausdrücklich. Frankfurts Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Die Grünen) wies darauf hin, dass es in Hessen Signale für die Unterstützung einer Bundesratsinitiative gebe. Das Land sei auch bereit, sich weiter an den Kosten für die Heroinvergabe zu beteiligen.

Wie Rottmann weiter berichtete, erhalten derzeit bundesweit noch 370 Patienten den Heroin-Wirkstoff Diamorphin. Ihre Behandlung müsste abgebrochen werden, wenn sich die am Bundesmodellprojekt beteiligten Städte nicht doch noch mit ihrem Anliegen durchsetzen könnten. Die Heroinvergabe habe sich eindeutig als erfolgreich erwiesen, sagte Rottmann. Die Teilnehmer seien mittlerweile in besserer gesundheitlicher Verfassung und konsumierten nebenbei auch weniger andere Drogen. In der Resolution werden die Fraktionen im Bundestag daher aufgefordert, einem Gesetz zur Behandlung von Schwerstabhängigen mit Heroin zuzustimmen. Bis dahin solle die Bundesregierung den an der Studie beteiligten Städten weiterhin die Heroinvergabe ermöglichen. Darüberhinaus fordern die Städte eine „faire Beteiligung“ der Krankenkassen.

Schwerkranke gehören nicht auf die Straße

Rottmann verlangte vom Bundestag: „Hören Sie auf die Städte.“ Karlsruhes Bürgermeister Harald Denecken (SPD) schloss sich den Worten der Frankfurter Gesundheitsdezernentin an, sagte aber, er müsse seine Meinung emotionaler zum Ausdruck bringen. „Ich bin zornig.“ Das Gesetz werde benötigt, um Schwerstabhängigen zu helfen. „Davon müssen wir die Koalition überzeugen.“

An die „große Koalition der Menschlichkeit“ appellierte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing. Bisher hätten die Bundestagsfraktionen von CDU und CSU leider alle Argumente abgewehrt. Man müsse den Kommunen jedoch erlauben, die Drogenhilfe um diese Methode zu ergänzen. Bätzing nannte die Heroinvergabe „ausstiegsorientiert“. Neun Prozent der Studienteilnehmer hätten es innerhalb von zwei Jahren geschafft, in eine Abstinenzbehandlung zu wechseln, 24 Prozent hätten andere Therapien begonnen. Zudem sei die Kriminalität bei den mit Heroin behandelten Süchtigen stärker zurückgegangen als in der Methadongruppe.

Bätzing sah in der Heroinvergabe daher einen „Beitrag zur inneren Sicherheit“ und bemerkte: „Das haben die Kommunen erkannt.“ Manfred Wienand (CDU) vom Deutschen Städtetag sagte, er habe kein Verständnis für Politiker, die die Heroinvergabe kritisierten, ohne sich näher mit der Studie auseinanderzusetzen. Denn alle Erfolgskriterien seien erfüllt. Alfred Lessing, Drogenbeauftragter von Hannover, setzte hinzu, er empfehle, sich über die ärztlich kontrollierte Heroinvergabe nicht nur auf dem Papier zu informieren. Dies sollte vielmehr auch für Süchtige über den Kreis der Studienteilnehmer hinaus und für andere deutsche Städte ermöglicht werden. Münchens Suchthilfekoordinatorin Birgit Gorgas pflichtete dem bei: Schwerkranke gehörten nicht auf die Straße.

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