19.02.2007 · Die ärztlich kontrollierte Heroinbehandlung in Frankfurt darf über den 30. Juni hinaus fortgesetzt werden. Mit Erleichterung haben CDU, SPD und Grüne in der Stadt auf diese Nachricht reagiert - und die SPD fordert weitergehende Schritte.
Von Brigitte RothMit Erleichterung haben CDU, SPD und Grüne im Frankfurter Römer auf die Nachricht reagiert, dass die ärztlich kontrollierte Heroinbehandlung in Frankfurt über den 30. Juni hinaus fortgesetzt werden darf. Sie sei über das Einlenken der CDU/CSU-Bundestagsfraktion überrascht und erfreut zugleich, sagte Margrit Weißbach (CDU). Vor allem die Patienten müssten nun nicht mehr mit der Ungewissheit leben, wie es denn nun weitergehe.
Die drogenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Renate Wolter-Brandecker, forderte allerdings, es dürfe nicht bei diesem „ersten Schritt“ bleiben. Vielmehr müsse Diamorphin als Medikament zugelassen werden, und weitere Schwerstabhängige sollten Heroin vom Arzt erhalten. Das sei auch erforderlich, um die Ambulanzen aufrechterhalten zu können. Darüber hinaus halte sie eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen für erforderlich, so Wolter-Brandecker.
Auch die Grünen im Römer sprachen von einem „ersten und wichtigen Schritt“, um den Schwerstabhängigen die erforderliche Hilfe weiterhin zukommen zu lassen. Doch dabei dürfe es nicht bleiben, äußerte der Fraktionsvorsitzende Olaf Cunitz. „Es gibt noch keinen Grund, sich zufrieden zurückzulehnen.“ Der Modellversuch zur ärztlich kontrollierten Heroinabgabe in sieben deutschen Städten müsse in eine Regelversorgung für schwerkranke Süchtige auf einer klaren gesetzlichen Grundlage münden, verlangte Cunitz. Auch er plädierte dafür, zusätzliche Patienten mit Diamorphin zu behandeln und die Kommunen durch die Krankenkassen finanziell zu entlasten. Deshalb blieben eine gesetzliche Regelung und die Kostenübernahme durch die Kassen weiter auf „unserer politischen Agenda“.