04.12.2009 · Bei einer Studenten-Demonstration gegen die Räumung der Frankfurter Universität durch die Polizei sind am Donnerstagabend drei Beamte verletzt worden. Weil er schon am Mittwoch das Casino von der Polizei hatte räumen lassen, fordern Studenten des Rücktritt von Uni-Präsident Müller-Esterl.
Bei einer Studenten-Demonstration gegen die Räumung der Frankfurter Universität durch die Polizei sind am Donnerstagabend drei Beamte verletzt worden. Die Demonstration forderten auch den Rücktritt von Uni-Präsident Werner Müller Esterl, weil die Hochschulleitung am Mittwoch die Polizei gerufen hatte, um das besetzte historische Casino-Gebäude der Stiftungsuniversität zu räumen. Die Demonstration sei aber weitgehend friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Frankfurt.
Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisierte „das unverhältnismäßige Vorgehen des Präsidenten und die Räumung des Casinos scharf“. Damit werde „offenkundig versucht, die studentischen Proteste zu diskrimineiren, kritische Veranstaltungen zu unterbinden und eine Auseinandersetzung mit den berechtigten Forderungen der Studierenden zu umgehen“, heißt es in einer Mitteilung.
„Wir sind friedlich. Was seid Ihr?“
Die rund 500 Demonstranten seien am Donnerstagabend rund drei Stunden quer durch die Stadt gelaufen und dabei daran gehindert worden, den Campus zu betreten, auf dem das Casino am Tag zuvor geräumt wurde, berichtete die Polizei. In der City seien Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt worden, als Studenten mehrfach versuchten eine Polizeikette zu durchbrechen. Die Studenten sprachen von rund 1000 Teilnehmern.
Der Protest richtete sich gegen den Polizeieinsatz vom Mittwoch, den mehrere als teilweise gewaltsam beschrieben. Die AStA-Vorsitzende Nadia Sergan sprach von mindestens fünf Verletzten. An die Adresse der Polizei skandierten die Demonstranten am Donnerstagabend unter anderem: „Haut ab!“ und „Wir sind friedlich. Was seid Ihr?“ Die Polizisten seien durch Böller und Tritte verletzt worden, sagte der Sprecher. An der Demonstration nahmen aus Solidarität auch Studenten aus Darmstadt teil.
260.000 Euro Schaden durch Besetzung
Uni-Präsident Werner Müller-Esterl suchte am Freitag das Gespräch mit den Studenten. Die während der Besetzung angerichteten Schäden im Casino bezifferte Uni-Sprecher Olaf Kaltenborn auf rund 200.000 Euro. Dies habe ein Gutachter errechnet, dazu kämen rund 60.000 Euro Umsatzausfall der Mensa, die zum Teil blockiert war. Studierende distanzierten sich in einer Mail von den Vandalismus-Schäden. Unter der Überschrift „Die Verwüstungen in unserem Universitätsgebäude Casino sind erschreckend“ kritisierten sie die „blindwütige Zerstörungswut“ und betonten, diese habe den sinnvollen Diskussionen während des Bildungsstreiks geschadet.