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Bühne der Zoo-Passage : Wechsel am Internationalen Theater

Das Internationale Theater soll weiter ein Verein und ein Gastspielhaus bleiben. Bild: Armin Smailovic

Das Güneş-Theater will die Bühne in der Zoo-Passage übernehmen. Das könnte die Stadtkultur verändern – allerdings nicht ohne Förderung.

          Das im Gallus beheimatete Güneş-Theater will das Internationale Theater übernehmen. Dies gab gestern Jan Mayer, Vorstand des Internationalen Theaters, bekannt, der Anfang März seinen Abschied angekündigt hatte. Die neue Konstruktion sieht laut Mayer vor, dass die drei Vorstände des Trägervereins des Güneş-Theaters „Ora da!“, Tülay Yongaci, Müjdat Albak und Cüneyt Sezer, dem Trägerverein des Internationalen Theaters beitreten. Zum 1. Januar 2018 soll Müjdat Albak als Alleinvorstand die Geschäftsführung übernehmen, die bis dahin kommissarisch Mayer behalten wird.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die beiden Vereine sollen fusionieren, das Internationale Theater soll weiter ein Verein und ein Gastspielhaus bleiben. Mayer sagte, das bisherige Angebot des Internationalen Theaters werde beibehalten und erweitert. Seit 1998 gibt es in der Zoo-Passage ein bunt gemischtes Programm aus deutsch- und fremdsprachigen Kulturveranstaltungen, das von professionellen Kräften, aber auch von Laien bestritten wird, oft in Verbindung mit den Konsulaten. Das Güneş-Theater ist unter Türken im Rhein-Main-Gebiet gut bekannt. Durch seine Vereinigung mit dem Internationalen Theater soll dort türkisches Theater, bislang keine eigene Sparte wie russische, italienische oder französische Kultur, zu einer festen Größe im Spielplan werden.

          Nach Zensurfällen und Prozessen nach Deutschland ausgewandert

          „Wir wollen Gastspiele aus der Türkei einladen und Tourneen, auch mit anderen Theatern, organisieren“, erläutert Müjdat Albak. Der 49 Jahre alte Schauspieler und Regisseur, der seit Ende der neunziger Jahre in Deutschland lebt, weiß um die schwierige Situation vieler Künstler in der Türkei. Die Güneş-Betreiber, die selbst auf Türkisch und Deutsch spielen, wollen nicht nur türkischsprachige Künstler einladen, sondern auch ein transkulturelles Theater präsentieren, das Migrantenthemen und aktuelle Debatten aufgreifen soll. Auch Mayer ist davon überzeugt, dass es für ein solches Angebot in der Stadt Potential gebe.

          Albak selbst und seine Kollegen, die einst in Ankara ein alternatives Mitbestimmungstheater initiiert hatten, waren nach Zensurfällen und Prozessen nach Deutschland ausgewandert. Seit 2004 arbeiten sie in dem Theater an der Rebstöcker Straße im Gallus, wo außer eigenen Aufführungen auch Gastspiele, Konzerte, Partys und soziokulturelle Projekte stattfinden. Zwei neue Produktionen und sein Repertoire will Güneş künftig im Internationalen Theater zeigen. „Wir hatten immer den Wunsch, ein anderes, etabliertes Theater zu übernehmen, weil unser Saal sehr niedrig ist“, erläutert Albak. Er soll aber weiter betrieben werden und auch als Probebühne dienen.

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          Das Konzept allerdings steht unter einem großen Vorbehalt: Bisher hat das Güneş-Theater außer einer sehr niedrigen Miete für die halbstädtische Immobilie an Förderung lediglich projektbezogene Mittel der Stadt erhalten. Ansonsten finanziere man sich durch Gastspiele, Kurse und Einnahmen, so Albak. Die Fixkosten der Bühne in der Zoo-Passage liegen bei mehr als 100000 Euro im Jahr. „Ohne Förderung der Stadt kann das nicht gehen.“ Die Stadt hat aus dem Kulturetat dem Internationalen Theater bislang 130000 Euro an institutioneller Förderung zukommen lassen. Am 18. April endete die Antragsfrist für die künftigen festen Förderungen. Beantragt hat das neu ausgerichtete Internationale Theater eine Vierjahresförderung von je 160000 Euro. Befinden wird darüber der Theaterbeirat. Aus dem Kulturdezernat heißt es, man freue sich über jeden Antrag, auch dieser liege nun mit Eingangsstempel vor.

          Quelle: F.A.Z.

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