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„Brauchen Verständigung“ Frankfurter Integrationsdezernentin für Moschee-Konzept

28.04.2009 ·  Frankfurts Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen) tritt dafür ein, ein stadtweites Konzept für Moscheestandorte zu entwickeln. „Wir brauchen eine Verständigung über solche Bauten“, meint sie.

Von Stefan Toepfer
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Frankfurts Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen) tritt dafür ein, ein stadtweites Konzept für Moscheestandorte zu entwickeln. „Wir brauchen eine Verständigung über solche Bauten“, sagte sie am Montagabend im Haus am Dom bei der Vorstellung eines neuen Buchs über Moscheebauten. Das von der Herbert-Quandt-Stiftung finanzierte Buch „Moscheen in Deutschland. Religiöse Heimat und gesellschaftliche Herausforderung“ ist im Beck-Verlag erschienen. Hauptautoren sind der Gießener Politikwissenschaftler Claus Leggewie und die Frankfurter Religionswissenschaftlerin Bärbel Beinhauer-Köhler. Wegen zwei Fehlern gab es um das Werk einen juristischen Streit, der inzwischen beigelegt ist.

Eskandari-Grünberg sagte, mit Moscheebauprojekten müsse „sachlicher und rationaler“ umgegangen werden. Die Nachbarschaft von geplanten Moscheen müsse rechtzeitig „mitgenommen werden“. Leggewie sagte, Moscheen seien „in Abstimmung mit den Grundrechten anderer“ zu bauen. Das Hauptrisiko dabei trügen die Muslime, auf die sehr geschaut werde, nicht eine verunsicherte Nachbarschaft. Er riet, trotz der Konflikte um Moscheebauten „nicht die Nerven zu verlieren“. Er forderte die Muslime auf, deutlicher zu machen, dass sie in Deutschland lebten, und nicht ständig auf ihre Wurzeln im Ausland zu verweisen. Moscheegemeinden dürften mit Integrationsaufgaben aber nicht „überfrachtet“ werden, fügte er hinzu. Integrationspolitik sei zunächst Sozial- und Bildungspolitik.

Für transparente Moscheebauten

Ein Beitrag in dem Buch stammt von dem Architekten Alen Jasarevic; er hat eine Moschee im bayerischen Penzberg gebaut. Im Haus am Dom sagte er, dass er auf „so viel öffentlichen Raum wie möglich“ Wert gelegt habe. Der Moscheeraum selbst sei zur Straße geöffnet, so dass man die Betenden von außen sehen könne. Für transparente Moscheebauten votiert auch der Offenbacher Architekt Shakil Ahmed, der in Frankfurt zwei Moscheen plant (siehe Interview). Beinhauer-Köhler nannte die Moschee in Penzberg „außergewöhnlich für Deutschland“. Aber ein Blick in andere Länder zeige, dass die Moscheebauarchitektur sehr vielfältig sei.

Gegenstand eines juristischen Streits wurde das Buch, weil sich der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) gegen zwei Aussagen gewehrt hatte: dass er dem Zentralrat der Muslime in Deutschland angehöre und, was der Verband als gravierender empfindet, er in der Türkei verboten sei. Letzteres steht in Leggewies Beitrag. Er und Beinhauer-Köhler haben eine Unterlassungserklärung abgegeben. Das Verfahren um eine einstweilige Verfügung sei damit erledigt, sagte der Anwalt des VIKZ. Der Verlag wird den Büchern Korrekturzettel beilegen. Leggewie bedauerte den Fehler. Aber er sei weder böswillig gewesen, noch spiele er für die Gesamtaussage des Buches eine Rolle.

Friedliche Lösung von Moscheebau-Konflikten

Das hob auch Albrecht von Kalnein, Vorstand der Quandt-Stiftung, hervor. Das Kernanliegen des Buches bleibe unberührt: die friedliche Lösung von Moscheebau-Konflikten sowie eine differenzierte Information über Geschichte und Gegenwart von Moscheen in Deutschland. Die Stiftung stehe „ohne Einschränkung“ hinter den Autoren, deren Expertise seit langem anerkannt sei.

Ein Interview mit Moscheen-Architekt Shakil Ahmed lesen Sie in der Ausgabe der Rhein-Main-Zeitung der F.A.Z. vom Mittwoch, 29. April.

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1965, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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