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Brandschutz : Historisches Museum könnte geschlossen werden

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Während die Fraktionen des Viererbündnisses bemüht sind, die Debatte über die Neubebauung der historischen Altstadt zu beruhigen, wächst im Historischen Museum die Sorge vor einer drohenden Schließung des Hauses für mehrere Jahre.

          Während die Fraktionen des Viererbündnisses bemüht sind, die Debatte über die Neubebauung der historischen Altstadt zu beruhigen, wächst im Historischen Museum die Sorge vor einer drohenden Schließung des Hauses für mehrere Jahre. Denn anders als von vielen Stadtverordneten angenommen, ist eine preiswerte Teilsanierung des Hauses, die die größten Mißstände beim Brandschutz bei laufendem Betrieb beseitigen würde, offenbar nicht möglich. Da bei öffentlichen Gebäuden die sogenannte Nutzerverantwortung gilt, könnten sich Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff (SPD) und Museumsdirektor Jan Gerchow veranlaßt sehen, das Haus zu schließen, um nicht für mögliche Folgen eines Brandes haften zu müssen. Aus ähnlichen Gründen hatte Universitätspräsident Rudolf Steinberg im Jahr 2000 den AfE-Turm der Goethe-Universität gesperrt.

          Wie berichtet, hat sich die CDU-Führung am Dienstag dazu durchgerungen, den Standort des Museums nicht mehr in Frage zu stellen. Pläne, an seiner Stelle ein Hotel zu errichten, werden nach Angaben des CDU-Fraktionsvorsitzenden Uwe Becker nicht weiterverfolgt. Doch will die CDU zunächst Entwürfe für das Areal zwischen Dom und Römerberg erarbeiten lassen, bevor über die künftige Gestalt des Historischen Museums entschieden wird. Den Entwurf des Büros Braun & Schlockermann, der am Montag als Sieger eines Gutachterverfahrens bestimmt worden ist, hält Becker für nicht ansprechend.

          Bis mit dem Umbau begonnen wird, könnten angesichts der neuen Lage Jahre vergehen. Entsprechend entsetzt soll sich Museumsleiter Jan Gerchow geäußert haben, dem bei Amtsantritt zugesagt worden war, ihm werde in absehbarer Zeit ein saniertes Haus zur Verfügung gestellt werden. Gerchow verfolgt anspruchsvolle Pläne, das Haus zu einem lebendigen "Frankfurt-Museum" zu machen. Ob sich ein engagierter Direktor wie Gerchow über mehrere Jahre hinweg hinhalten läßt, wird im Römer bezweifelt.

          Für die Grünen forderte der planungspolitische Sprecher Stefan Majer eine rasche Entscheidung. Er erneuerte zwar die Kritik an dem Wettbewerbsverfahren für den Neubau. Nun müsse man aber versuchen, aus dem Ergebnis etwas zu machen. Die Idee des Büros Braun & Schlockermann, vor das Museum ein Erschließungsgebäude zu stellen, sei einleuchtend.

          Laut Michael Kummer, Leiter der Bauaufsicht, haben seine Mitarbeiter das Museum im Jahr 2000 geprüft. Damals seien gravierende Mängel festgestellt worden. Das Haus habe "im wesentlichen" keine Brandabschnitte, die Fluchtwege funktionierten nicht, es gebe keine Brandmeldeanlagen, und die Decken hätten nicht die nötige Feuerbeständigkeit. Auf Umbauten sei zunächst verzichtet worden, weil der damalige Museumsleiter Rainer Koch argumentiert habe, es kämen nur wenige Besucher, und das obere Geschoß werde nicht genutzt. Im Jahr 2002 sei dann mit der Novelle der Hessischen Bauordnung die Nutzerverantwortung eingeführt worden. Damit habe die Bauaufsicht die Akten in dieser Sache abgegeben, so Kummer.

          Nach Einschätzung von Fachleuten muß das Haus zur Beseitigung der Mängel entkernt werden. Das sei bei laufendem Betrieb nicht zu machen. Die Brandmelder müßten in die Decke eingelassen werden, für die Brandabschnitte seien unter anderem Wände zu versetzen. Diese Bauarbeiten verursachten den Großteil der bisher auf 14 Millionen Euro veranschlagten Umbaukosten. Der Bau einer neuen Fassade sei der kleinere Teil. (ale.)

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