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Architektur DZ Bank erwägt Bau eines Turms am Platz der Republik

22.08.2007 ·  Die DZ Bank trägt sich mit dem Gedanken, am Platz der Republik ein drittes Hochhaus zu errichten. Der Turm soll 180 Meter hoch werden und zwischen Selmi-Hochhaus und Kronenhochhaus entstehen.

Von Matthias Alexander
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Die Debatte um mögliche neue Hochhausstandorte ist um einen Kandidaten reicher. Wie die DZ Bank auf Anfrage bestätigte, trägt sie sich mit dem Gedanken, am Platz der Republik ein drittes Hochhaus zu errichten. Vorstandsmitglied Dietrich Voigtländer sagte, „wir prüfen neue Möglichkeiten zur Optimierung des Standorts“.

Für den Neubau müsste das derzeitige Vorstandsgebäude abgerissen werden, das zwischen dem Selmi-Hochhaus und dem Westend 1 – besser bekannt als Kronenhochhaus – liegt. Genauere Angaben wollte Voigtländer nicht machen, offenbar mit Rücksicht auf das frühe Stadium der Gespräche mit der Stadt.

Entwurf von Christoph Mäckler

Wie zu hören ist, wird im Planungsdezernat an einen Turm mit einer Höhe von rund 180 Metern gedacht. Dieser würde dann zwischen dem knapp 150 Meter hohen Selmi-Hochhaus und dem 200-Meter-Riesen Westend 1 in etwa die Mitte halten. Dem Vernehmen nach hat der Architekt Christoph Mäckler einen ersten Entwurf für das Hochhaus erarbeitet. Von Mäckler stammt schon der Entwurf für eine neue, hellere Fassade für das Selmi-Hochhaus.

Wie konkret der Bauwille der DZ Bank ist, lässt sich derzeit schwer beurteilen. Zunächst wird es dem genossenschaftlichen Spitzeninstitut nach Ansicht von Marktkennern darum gehen, sich das wertvolle Baurecht für das Areal zu sichern. Da derzeit der im Frühjahr vorgestellte Entwurf des Architekten Jochem Jourdan für einen neuen Hochhausrahmenplan in eine Magistratsvorlage umgearbeitet wird, ist die Zeit für alle interessierten Grundstückseigentümer gekommen, bei der Stadt ihre Wünsche für weitere Standorte anzumelden.

Gleichwohl dürfte das Vorhaben mehr als eine unverbindliche Absichtserklärung sein. Die Führung der DZ Bank hat in den vergangenen Monaten mehrfach hervorgehoben, wie wichtig ihr der Standort Frankfurt sei. Vor einigen Wochen erst hatte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Kirsch im Gespräch mit dieser Zeitung die Sanierung des Selmi-Hochhauses als Bekenntnis zum Bankenplatz bezeichnet. Und er kündigte an, den „Auftritt als Firmenkunden- und Investmentbank made in Germany“ ausbauen zu wollen. Zudem ist die Ende 2006 zum dritten Mal gescheiterte Fusion mit der WGZ-Bank wohl immer noch nicht vom Tisch.

Urheberrecht könnte eine Rolle spielen

Stadtplanerisch ist am neuen Standort wenig auszusetzen. Er fügt sich in die Hochhauskette entlang der Mainzer Landstraße ein. Zusammen mit dem geplanten „T 185“ neben Kastor und Pollux, das für die neue Niederlassung von Pricewaterhouse Coopers errichtet werden soll, und dem geplanten Hochhaus auf dem Areal der evangelischen Hoffnungsgemeinde könnte in der Gegend rund um den Platz der Republik eine neue Hochhausgruppe mit hervorragender Verkehrsanbindung entstehen.

Die Reaktion aus der Politik dürfte daher freundlich ausfallen, sofern der neue Turm nicht eine starke Verschattung von Wohnhäusern im Westend mit sich bringen sollte. Ob die DZ Bank noch Nachbarschaftsrechte klären muss, war nicht zu erfahren. Eine Rolle könnte auch das Urheberrecht der Architekten des alten Vorstandsgebäudes spielen. Es wurde in den achtziger Jahren nach einem Entwurf von Albert Speer errichtet.

Die Fraktionen der schwarz-grünen Koalition werden sich in den nächsten Wochen detailliert mit der Frage beschäftigen, welche neuen Hochhausstandorte in Frage kommen. Nach Informationen der F.A.Z. sind die meisten von Jourdan vorschlagenen Projekte noch im Rennen. Als sehr unwahrscheinlich gilt nur, dass auf dem nördlichen Teil des Telekomareals an der Stiftstraße Türme genehmigt werden. Nach allgemeiner Einschätzung wird der „Campanile“ am Hauptbahnhof aufgrund seiner Vorgeschichte voraussichtlich weniger als 100 Meter hoch werden.

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Jahrgang 1968, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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