Im Musterbüro in der zehnten Etage des aufwendig sanierten Bienenkorbhauses herrscht akute Ablenkungsgefahr – fällt der Blick doch auf die Dächer der Umgebung. Und auf dem benachbarten obersten Deck des Parkhauses Konstablerwache weckt der Strandgarten mit Liegestühlen und Schwimmbecken alle möglichen Gedanken – allerdings wohl kaum den an die Arbeit. Mit der 75 Millionen Euro teuren Sanierung des Bienenkorbhauses und der Ergänzung um einen sechsgeschossigen Neubau mit einer ruhigen, dunklen Glasfassade ist es dem Projektentwickler Deutsche Immobilien Chancen gelungen, eine prominente, aber zuletzt heruntergekommen erscheinende Lage an der Zeil deutlich aufzuwerten.
Der DIC-Vorstandsvorsitzende Ulrich Höller sagte anlässlich der offiziellen Eröffnung, die Bewahrung der Tradition sei die „oberste Maxime“ gewesen. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) dankte Höller für seine „unternehmerische Risikobereitschaft“. Das 1955 nach den Plänen von Johannes Krahn fertiggestellte Bienenkorbhaus ist eines der ersten Frankfurter Hochhäuser. Der Architekt Jürgen Engel, dessen Büro KSP die Revitalisierung und den Neubau geplant hat, bezeichnete es als „Symbol des Wirtschaftswunders“.
Die DIC Asset AG hatte das Bienenkorbhaus Ende 2004 zusammen mit Morgan Stanley Real Estate Funds als Teil des Immobilienportfolios der Frankfurter Sparkasse erworben. 80 Prozent des Gebäudes sind vermietet. Hauptmieter mit langfristigen Mietverträgen über jeweils 15 Jahre sind die Ludwig Görtz GmbH, die im Anbau einen großen „Flagship-Store“ eröffnet, sowie die Frankfurter Sparkasse, die im Hochhaus ihre größte und modernste Filiale im Stadtgebiet hat. Weitere Mieter sind die Deutsche Angestelltenkrankenkasse und Procter & Gamble mit Büroflächen auf zwei Etagen. Das Bienenkorbhaus verfügt über rund 10.500 Quadratmeter Gewerbeflächen.
Schrottige Alufenster aus den 1970er sind geblieben
Andreas Breuer (IUSTINUS)
- 25.04.2009, 12:58 Uhr
Das Bienenkorbhaus ist hässlich wie eh und je
Christian Köhler (KoehlerChris)
- 26.04.2009, 15:19 Uhr

