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Sonntag, 19. Februar 2012
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Architekten-Entwurf Stadthaus auf Fundament der Königshalle

19.12.2009 ·  Der Archäologischen Garten in Frankfurt soll nach einem Entwurf des Büros Prof. Bernd Winking Architekten entstehen. Die Planer wollen die historische Häuserzeile entlang des Krönungswegs den Umrissen nach wiederherstellen.

Von Matthias Alexander, Frankfurt
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Der Archäologischen Garten in Frankfurt soll nach einem Entwurf des Büros Prof. Bernd Winking Architekten entstehen. Das habe die Jury des Wettbewerbs für das sogenannte Stadthaus einstimmig empfohlen, sagte Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) gestern. An dem Wettbewerb hatten sich 30 Büros beteiligt, 26 haben Arbeiten abgeliefert.

Winking Architekten, die eine Arbeitsgemeinschaft mit Martin Froh aus Berlin gebildet haben, wollen die historische Häuserzeile entlang des Krönungswegs den Umrissen nach wiederherstellen. Wie von den Stadtverordneten beschlossen, sollen die Goldene Waage und das Rote Haus originalgetreu konstruiert werden. Die Fassaden der dazwischenliegenden Häuser sollen sich eng an die historischen Vorgänger anlehnen, jedoch zugleich als zeitgenössisch zu erkennen sein.

Einblicke in den Untergrund

Der Siegerentwurf schlägt ein kompaktes Stadthaus vor, das über den Fundamenten der karolingischen Königshalle entstehen soll. In dem Stadthaus sollen unter anderem die Touristeninformation und Räume für Empfänge und Vorträge untergebracht werden. Es wird direkt an die Häuserzeile angrenzen und zugleich einen recht großen Abstand zur Schirn Kunsthalle wahren. Es erhält ein flaches Satteldach, die Fassade wird durch schmale, vertikale Fensterbänder gegliedert. Da das Stadthaus nicht den ganzen Archäologischen Garten überbaut, soll in den Vorplatz ein Fenster eingelassen werden, das Einblicke in den Untergrund gewährt. Den „Tisch“ neben dem Schirn-Café erhält der Siegerentwurf wie die meisten anderen Wettbewerbsarbeiten auch.

Schwarz kündigte an, dass das Planungsdezernat nun mit dem Wettbewerbssieger an einer Überarbeitung des Entwurfs arbeiten werde. Die anderen Preisträger würden voraussichtlich nicht zu einer Weiterentwicklung ihrer Vorstellungen aufgefordert. Der zweite Preis ging an das Berliner Büro Kleihues + Kleihues, den dritten Rang belegten Braun & Schlockermann aus Frankfurt; der vierte Preis ging an Meurer Architekten (Frankfurt) mit cba architectes aus Luxemburg.

Keine Angaben zu den Kosten

Zu den Kosten für das Projekt konnte Schwarz noch keine Angaben machen. Baubeginn werde frühestens Ende 2010 sein; solange werde es in jedem Fall dauern, bis das Technische Rathaus abgerissen und der Krönungsweg auf sein historisches Niveau abgesenkt sei. Diese Zeit werde man nutzen, um den Siegerentwurf zur Baureife zu bringen. Schwarz wies darauf hin, dass der Jury auch Stadtverordneten von CDU, Grünen und der SPD angehört hätten. Insofern sei die politische Absicherung der Entscheidung breit ausgefallen. Bauherr des Gebäudeensembles werde die Dom-Römer-GmbH sein; deren Aufsichtsrat werde formal auch die letzte Entscheidung über das endgültige Erscheinungsbild haben.

Der Vorsitzende der Jury, der Stuttgarter Architekt Franz Pesch, sagte, mit dem Wettbewerb sein „ein kleiner Meilenstein in baukultureller Hinsicht“ gesetzt worden. Er wies daraufhin, dass sich viele prominente Büros an dem Verfahren beteiligt hätten. Die Bauaufgabe sei eine große Herausforderung gewesen. Es sei darum gegangen, die kleinteilige Altstadt wiederzugewinnen und gleichzeitig eine öffentliche Nutzung zu etablieren.

Kompakter Siegerentwurf

Die Architekten hätten unterschiedlich darauf reagiert. Etliche Büros hätten sich bemüht, die großflächige Nutzung des Stadthauses zu verstecken, indem sie altstadttypische Dachformen und Fassadentypologien aufgriffen hätten. Andere hätten demonstrativ große Volumen über den Archäologischen Garten gestellt. Die Jury habe schließlich jene sechs Arbeiten in die engere Wahl gezogen, denen es um eine Synthese zwischen beiden Auffassungen gegangen sei.

Der Siegerentwurf ist auch deshalb so kompakt ausgefallen, weil er das Raumprogramm des Stadthauses auf das unbedingt Erforderliche reduziert hat. Mit 4000 Quadratmeter sieht er ein Drittel weniger Fläche vor als etliche andere Entwürfe. Die Jury gibt daher zu bedenken, ob das Stadthaus nicht vergrößert werden sollte. Außerdem wird die Treppe, die vom Roten Haus zum Platz vor dem Stadthaus führt, als holprig bezeichnet. Diskutiert wurde auch, ob der Haupteingang nicht besser an der dem Dom zugewandten Seite liegen sollte, wo er besser sichtbar wäre.

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