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Archäologie Sensationsfund in der Römerstadt

 ·  Zwei sogenannte Jupitersäulen sind bei Grabungen auf dem Areal der einstigen Römerstadt Nida in Frankfurt-Heddernheim entdeckt worden. Daß die 4,50 und 3,50 Meter hohen Säulen vollständig erhalten sind, ...

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Zwei sogenannte Jupitersäulen sind bei Grabungen auf dem Areal der einstigen Römerstadt Nida in Frankfurt-Heddernheim entdeckt worden. Daß die 4,50 und 3,50 Meter hohen Säulen vollständig erhalten sind, macht sie nach den Worten der Leiterin der Bodendenkmalpflege im Frankfurter Denkmalamt, Andrea Hampel, zu einem Sensationsfund. Nicht nur die Qualität der Steine sei außerordentlich gut, auch Götterfiguren und Schmuckelemente seien mit größter Sorgfalt gearbeitet. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) sprach bei der Präsentation des Funds von einem veritablen Weihnachtsgeschenk für die Stadt. Hampel rechnet damit, daß die Säulen nach der Restaurierung im Archäologischen Museum ausgestellt werden.

Das letzte Wort dazu hat der Bund, dem das 3000 Quadratmeter große, früher von den Amerikanern genutzte Grundstück an der Straße In der Römerstadt gehört. Rechtlich ist er damit Eigentümer der Funde. Das von den Archäologen seit 1991 erkundete, 3000 Quadratmeter große Areal ist die letzte unbebaute Fläche auf dem Gebiet der einst 50 Hektar großen römischen Stadt Nida, deren Reste in den zwanziger und sechziger Jahren fast vollständig überbaut und damit weitgehend zerstört worden sind. Da es allerdings auch für dieses Gebiet einen Bebauungsplan gibt, laufen dort gesetzlich vorgeschriebene Voruntersuchungen.

Der jüngste Fund ist ein Zufallstreffer. Bodenverfärbungen ließen auf einen Brunnen oder eine Grube schließen, wie es sie in Nida zuhauf gab. Bei der Grabung stieß man neben den beiden Säulen auf Fragmente eines Altars und weitere, noch nicht einzuordnende Bruchstücke. Da die großen Säulenteile obenauf liegen, ist auch noch nicht der ganze Inhalt bekannt. Jupitersäulen sind eine Besonderheit in der einstigen Provinz Obergermanien, in der Nida der Hauptort war: Römische und keltische Motive verbinden sich auf diesen Säulen, die von Privatleuten als Weihesteine etwa aufgrund eines Gelübdes errichtet wurden.

Die Basis bildet ein sogenannter Viergötterstein, auf dessen vier Seiten neben Juno, der Jupiter-Gattin, Minerva, Herkules und Merkur plastisch dargestellt sind. Darauf folgt meist ein "Wochengötterstein" mit weiteren figürlichen Darstellungen, der einen Zwischensockel und eine geschuppte Säule mit einem Kapitell trägt. Krönung ist eine vollplastische Darstellung Jupiters, der zu Pferd einen am Boden liegenden Giganten niederreitet. Symbolisch überwindet der Gott des Lichts die Dunkelheit. Dieses Motiv stammt zweifellos aus keltischem Umfeld, wird Jupiter bei den Römern doch nie reitend gezeigt.

Aus Nida waren bisher Bruchstücke von 15 solcher Säulen bekannt. Der 2001 entdeckte Viergötterstein war der Beleg eines sechzehnten Exemplars. Aufgestellt wurden sie im 2. und 3.Jahrhundert nach Christus. Die Tatsache, daß die beiden Säulen in Einzelstücken teils kopfüber im Boden gefunden wurden, deutet Hampel zufolge darauf hin, daß sie möglicherweise bei germanischen Übergriffen im 3.Jahrhundert umgestürzt und zerschlagen wurden. In der Fundlage sind die Minerva-Figur des Viergöttersteins sowie Mars und Merkur des "Wochengöttersteins" sichtbar. Das Altarfragment trägt die Inschrift "IOM" für "Jupiter Optimus Maximus".

Die aus Gelb- und Rotsandstein bestehenden Säulenteile sowie die Basaltfigur des Jupiter werden nun geborgen und in den nächsten Monaten getrocknet, bevor sie noch genauer untersucht werden können: Weiße Grundierung und Farbreste sind jedenfalls schon erkennbar. ads.

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