16.06.2007 · Der Frankfurter Magistrat prüft die Möglichkeit, ob die Rotunde der Schirn abgerissen werden kann. Dadurch wäre mehr Platz für die neu zu errichtenden, rekonstruierten Altstadthäuser gewonnen.
Von Matthias AlexanderDas Frankfurter Altstadt-Areal zwischen Dom und Römer, das in den nächsten Jahren neu bebaut werden soll, wird möglicherweise durch eine wichtige Fläche arrondiert. Derzeit prüft der Magistrat, ob die Rotunde der Schirn abgerissen werden kann. Der Architekt Christoph Mäckler hat in den vergangenen Wochen für seine Idee geworben und ist dabei im Magistrat, nicht zuletzt bei Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), auf offene Ohren gestoßen.
Mit dem Abbruch der Rotunde, so Mäckler, könnte der Alte Markt, also der historische Krönungsweg zwischen Römerberg und Dom, auch an seiner Südseite entsprechend der historischen Situation mit Gebäuden gefasst werden. Bliebe die Rotunde dagegen stehen, wäre der Abstand zum Markt zu gering, um dazwischen Gebäude zu errichten. Mit dem Abriss könnte das sogenannte Handwerkerhöfchen wiedererstehen, ein kleiner Platz zwischen Langer Schirn und Goldhutgasse. Um der Schirn einen Ersatz für die Flächen in der Rotunde zu schaffen, schlägt Mäckler einen Anbau im Osten vor, der in den Archäologischen Garten hineinragen würde
Schwarz: „Ich brauche die Rotunde nicht“
Im Büro der Oberbürgermeisterin hieß es auf Anfrage, die Mäcklerschen Überlegungen seien ein interessanter Vorschlag, über den diskutiert werden müsse. Man sei gespannt auf die Reaktionen. Roth lege aber Wert darauf, dass sich die Planungen für die Bebauung des Altstadt-Areals durch dessen mögliche Ausweitung nicht verzögerten. Es sei eine gute Idee, den geplanten Wettbewerb für die Überbauung des Archäologischen Gartens zu nutzen, um sich auch über die Rotunde Gedanken zu machen.
Roths Büroleiter Peter Heine bestätigte, dass der Wettbewerb in zwei Aufgaben geteilt werden könnte. Demnach müssten sich die Teilnehmer in einem Pflichtteil Gedanken über den Umgang mit dem Archäologischen Garten machen. In der Kür wäre dann auch die Fläche vor dem Eingang zur Schirn-Kunsthalle einzubeziehen. Die Vorlage zur Altstadtbebauung, die demnächst vom Magistrat beschlossen werden soll, müsste entsprechend ergänzt werden.
Auch Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) zeigte sich angetan von Mäcklers Idee: „Ich brauche die Rotunde nicht.“ Die dort untergebrachte Gastronomie ließe sich leicht an eine andere Stelle umsiedeln. Schwarz wies aber auch darauf hin, dass das Urheberrecht der Architekten der Kunsthalle beachtet werden müsse. Allein schon der Abriss des benachbarten „Tisches“ könne Schwierigkeiten machen. Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) betonte, ein Umbau der Ausstellungshalle sei nur im Einvernehmen mit der Schirn möglich.
Semmelroth: Rotunde ist das „Gesicht“ der Kunsthalle
Zu einzelnen Vorschlägen wolle er sich derzeit nicht äußern, man müsse diese im Rahmen einer Gesamtkonzeption für die Altstadt bewerten. Semmelroth wies aber darauf hin, dass die Rotunde nicht einfach ein Anbau sei. Das Galeriegeschoss werde auch als Ausstellungsfläche genutzt. Zudem sei die Rotunde das „Gesicht“ der Kunsthalle, deren Architektur wiederum wichtiges Element der internationalen Marke „Schirn“ sei.
Die Fraktionsvorsitzenden von CDU und Grünen sind über Mäcklers Vorschlag informiert. Olaf Cunitz (Die Grünen) äußerte sich auf Anfrage sehr zurückhaltend. Die Neubebauung des Altstadt-Areals sei so kompliziert, dass eine zusätzliche Debatte nicht hilfreich wäre. Er habe sogar die Sorge, dass die gesamte Altstadt-Debatte in ein negatives Licht gerate, wenn ein so bedeutendes Bauwerk wie die Kunsthalle infrage gestellt werde.
Zudem komme der Vorschlag sehr spät. Markus Frank (CDU) sagte auf Anfrage, es handele sich um eine interessante Überlegung. Er ließ aber durchblicken, dass er mit entschiedenem Einspruch der Kulturpolitiker rechnet. „Da muss ein ganz dickes Brett gebohrt werden“, meint ein anderes Mitglied der CDU-Fraktion.
Es wa ja alles so schön früher
carsten jung (cjung)
- 16.06.2007, 12:20 Uhr
Lächerlich
Huib vann der Bolt (huibvdbolt)
- 18.06.2007, 14:25 Uhr
Ich freue mich über den Trend zur Rekonstruktion
Stephan Kaps (silesianospostato)
- 24.06.2007, 00:33 Uhr
Matthias Alexander Jahrgang 1968, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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