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Sonntag, 12. Februar 2012
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Affen im Zoo Frankfurt Hoch hinaus unter freiem Himmel

25.08.2009 ·  In etwa zwei Wochen soll die Außenanlage des Borgori-Waldes im Frankfurter Zoo eröffnet werden. Die Pfleger haben die Gehege selbst gestaltet – und dabei die besonderen Vorlieben der Affen bedacht.

Von Katharina Iskandar
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Das Hämmern und Sägen ist schon von weitem zu hören. Lange bevor der Besucherpfad im Zoo eine Biegung macht und die Baustelle des Borgori-Waldes sichtbar wird. Bagger rollen hin und her, Baumstämme werden von einem Ort zum andern gehievt. Und mittendrin steht Chef-Tierpfleger Carsten Knott und gibt Anweisungen. „Noch ein bisschen höher, noch ein bisschen weiter.“ Dann greift er selbst zur Kettensäge und bearbeitet einen fünf Meter langen Stamm, der später mit den anderen Bäumen zu einer raffinierten Kletter-Konstruktion verschraubt werden soll.

Die Arbeiten an der Außenanlage des Borgori-Waldes gehen rasch voran, denn bis September soll alles fertig sein. Dann soll die neue Freiluftanlage erstmals für die Bewohner des Menschenaffenhauses geöffnet werden. Und als wüssten das die Tiere, hocken zumindest die neugierigen Bonobos seit Wochen schon an der Scheibe und sehen ihren Pflegern beim Spannen der Seile zu.

Gorillas, Drills und Guerezas

Lange haben Knott und seine Kollegen sich Gedanken darüber gemacht, wie das neue Außengehege gestaltet werden soll. Sie hatten dabei freie Hand, wie Knott sagt. Schließlich kenne niemand die Affen so gut wie sie. „Deshalb haben wir die Landschaft auch so gestaltet, wie es den Bedürfnissen der Tiere am nächsten kommt.“

Und so ist auf rund 10.000 Quadratmetern Fläche eine Landschaft entstanden, die aus vielen unterschiedlichen Kletterkonstruktionen und einer großen wilden Wiese besteht. In jedem der sechs Einzelgehege haben Knott und die anderen Pfleger dicke Eichenstämme aufgestellt und in Zementsockeln drei Meter tief in der Erde verankert – zum Teil mit Gummireifen, damit die Stämme schwingen. Dann haben sie weitere Äste hinzugefügt und zum Schluss lange Seile gespannt, an denen sich die Affen von Baum zu Baum hangeln können. Ebenso wie im Innengehege wurden die Äste so arrangiert, dass sich die Orang-Utans und Bonobos Nester bauen können – wie in freier Natur. Mitunter müssen sich mehrere Arten ein Außengehege teilen; auch das war bei der Gestaltung zu bedenken. In jenem Teil der Anlage, der für Gorillas, Drills und Guerezas bestimmt ist, sind die Seile besonders hoch gespannt. So können die kleineren Affen nach oben flüchten, „falls es einmal Stress geben sollte“, wie Knott sagt.

Bis zu 13 Meter hohe Stämme

Aber auch auf die Ästhetik haben die Pfleger geachtet. Das Gorilla-Gehege etwa hat einen Wassergraben, der sich wie ein Fluss halb um das Gehege schlängelt. Eine Weide wurde dort gepflanzt, außerdem exotische Pflanzen, die nun ihre Wurzeln ins Wasser strecken. Außerdem wurden Findlinge ans Wasser gestellt, um weitere Sitzgelegenheiten für die Tiere zu schaffen. Die Gorillas, Drills und Guerezas haben von ihrem idyllischen Zuhause aus zudem den interessantesten Blick: Sie schauen direkt auf den neuen Spielplatz, wo Klettergerüste für die Kinder stehen.

Die Orang-Utans und Bonobos haben jeweils zwei eigene Gehege auf der hinteren Seite des Borgori-Waldes – dort, wo es ein wenig ruhiger ist. Einen Wassergraben gibt es dort nicht, dafür aber bis zu 13 Meter hohe Stämme, auf denen sie künftig unter freiem Himmel sitzen können.

Ansporn für die Pfleger

Dass die neue Anlage ihren Bewohnern gefallen wird, glaubt Tierpfleger Thomas Kempf allemal. „Die Affen sind ja jetzt schon immer ganz neugierig und gucken uns durch die Scheibe zu, als feuerten sie uns an.“ Außerdem hat Kempf selbst schon mehrmals die Anlage getestet. Regelmäßig hängt er sich an die Seile, um zu schauen, ob sie auch stabil genug sind. Dann hangelt er sich ebenfalls durch das Geäst. „Weiter als drei Meter komme ich aber nicht“, sagt er. „Was die Kletterkünste angeht, da sind uns die Affen weit überlegen. Die schaffen zehn Meter in weniger als einer Minute.“

Da es keine Vorlage gibt, wie die Außenanlage einmal aussehen soll, könnten Kempf und Knott nach eigenen Worten „ewig daran weiterbauen“. „Es ist nicht einfach, den Moment zu finden, in dem man sagen kann: So, jetzt ist alles perfekt“, meint Knott. Einzig der Gedanke, dass die Tiere sich so bald wie möglich unter freiem Himmel aufhalten sollen, spornt die Pfleger an, bald mit allem fertig zu sein.

Wir wird Gorilla Viatu reagieren?

Wie wird wohl „Viatu“ reagieren, wenn er das erste Mal das neue Terrain betritt? Das fragen sich die Pfleger fast täglich. Immerhin war der angehende Silberrücken noch nie in einem Freiluft-Gehege. „Das wird spannend“, sagt Kempf. „Zu sehen, wie der Gorilla reagiert, wenn er zum ersten Mal echte Erde unter den Füßen hat, das erste Mal den Himmel sieht und ihm ein laues Lüftchen um die Nase weht. Darauf freuen wir uns alle.“

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