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Sonntag, 12. Februar 2012
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Affäre um anti-israelische Predigt „Imam hat Grenzen überschritten“

23.02.2010 ·  Der zurückgetretene Imam der Frankfurter Fatima Zehra Moschee hat nach Überzeugung der Mehrheit der Gemeinde mit einer anti-israelische Predigt eine „empfindliche Grenze“ überschritten. Dies sagte ihr Generalsekretär Kaymakci am Nachmittag in Frankfurt.

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Der frühere Imam der Frankfurter Fatima Zehra Moschee hat nach Überzeugung der Mehrheit der Gemeinde mit einer anti-israelische Predigt eine „empfindliche Grenze“ überschritten. Dies sagte der Generalsekretär der Hazrat Fatima Zehra-Gemeinde, Ünal Kaymakci, am Nachmittag in Frankfurt. Die umstrittene Predigt vom September 2009 sei ihm selber erst am vergangenen Mittwoch bekanntgeworden, sagte Kaymakci. Daraufhin habe er Imam Sabahattin Türkyilmaz „unmissverständlich“ mitgeteilt, dass er den Inhalt der Predigt nicht vertreten könne. Nach einer Krisensitzung des Vorstands der Gemeinde habe der Imam seinen Rücktritt angeboten, der angenommen wurde.

Die Frankfurter Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen) teilte mit, die Erklärung der Gemeinde sei ein „erster Schritt in die richtige Richtung“. Trotzdem werde der Vertrauensverlust lange nachwirken.

Vertrauen „schwer beschädigt“

Türkyilmaz war unter anderem seine Teilnahme an einer Al-Ouds- Demonstration in Berlin vorgeworfen worden, die der Rat der Religionen als antisemitisch einstuft. Auch die Freitagspredigten des aus der Türkei stammenden schiitischen Geistlichen enthielten anti- israelische Passagen. Auf dem Internet-Blog der Gemeinde hatte er am Sonntagabend in einer umfassenden Erklärung seinen Rücktritt verkündet. Er wolle mit diesem Schritt Schaden von der Gemeinde abwenden. Türkyilmaz sprach von einer „hasserfüllten Schmutzkampagne“ gegen seine Person und die Gemeinde.

Kaymakci sagte, das Vertrauensverhältnis zwischen der Gemeinde und Imam Türlyilmaz habe wegen dessen anti-semitischen Äußerungen in der Freitagspredigt „schweren Schaden erlitten“. Die Öffentlichkeit habe Türkyilmaz vor allem als Teilnehmer der Al-Qds-Demonstration kennengelernt, während die Gemeinde zu ihm eine menschliche Verbundenheit aufgebaut habe. Die Gemeinde lehne jede Form von Antisemitismus entschieden ab. Gleichzeitig dürfe aber nicht jede Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichgesetzt werden. Kaymakci sagte, er glaube nicht, dass Türkyilmaz ein Antisemit sei. Dieser habe aber die Grenze der Israel-Feindlichkeit überschritten.

Die Gemeinde habe nicht gewusst, an welchen Demonstrationen der Imam teilgenommen hatte, bevor er um die Jahreswende 2008/2009 nach Frankfurt kam: „Wenn wir einen Imam suchen, fragen wir nicht als erstes: Auf welcher Demo warst Du?“, sagte der Generalsekretär der muslimischen Gemeinde.

Imam: „Undemokratischer Druck“

Der Frankfurter Rat der Religionen distanzierte sich schon von dem Imam, da die Al-Quds-Kundgebungen antisemitisch seien und das Existenzrecht Israels in Frage stellten. Der Imam bestritt, sich antisemitisch geäußert zu haben, auch in der Stellungnahme zu seinem Rücktritt. Er verurteile Antisemitismus, distanziere sich aber auch vom Zionismus, sagt er dort. Beides seien Formen von Rassismus. Auf die Gemeinde sei „undemokratischer Druck“ ausgeübt worden.

Ähnlich argumentiert ein Eintrag auf der Internetseite Muslim-Markt, auf der es auch heißt, der Rat der Religionen sei ein „Gehilfe des Zionismus“ geworden. Alle Muslime beteten für Kaymakci, dass er die „richtigen Auswege aus der Falle, die ihm gestellt wurde, finden möge“.

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