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Frankfurt : Klimawandel mit mehr Grün erträglicher machen

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Gartenidylle: Grün auf dem Einkaufszentrum Skyline Plaza Bild: Lukas Kreibig

Der Klimawandel ist nicht nur Thema auf internationalen Konferenzen, er treibt auch die Kommunalpolitik um. In Frankfurt soll eine neue Datensammlung nun zu einem besseren Stadtklima beitragen.

          Mehr Grün auf Plätzen, Straßen, Dächern und Fassaden soll das sich erwärmende Stadtklima in Frankfurt auch künftig erträglich machen. Flächen müssten entsiegelt, Bäume gepflanzt und neue Quartiere „durchgrünt“ werden, um auf den Klimawandel zu reagieren. Dies kündigte die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) am Donnerstag in Frankfurt an. Auch über Trinkbrunnen oder Sonnensegel müsse nachgedacht werden.

          Heilig stellte einen neuen Klimaplanatlas für Frankfurt vor, in den unter anderem Daten zu Wind, Sonneneinstrahlung und der Versiegelung von Flächen einflossen. Es zeige sich, dass sich vor allem nördlich des Mains - etwa in der Innenstadt oder Wohngebieten von Bockenheim bis Bornheim - schon heute die Hitze im Sommer gebietsweise staue und zur Belastung werden könne. Besonders heikel sei die Lage vor dem Hauptbahnhof, der Platz heize sich extrem auf.

          „Kleinklimatische Gutachten“

          Der Klimaplanatlas diene als Grundlage, um zu schauen, wo welche Vorhaben am besten seien, sagte Heilig. Er könne im Konflikt zwischen Wohnungsbau und Stadtklima eine erste Orientierung geben, denen dann „kleinklimatische Gutachten“ folgen müssten.

          „Klimavorsorge ist eines der wichtigsten Themen der nächsten 30 Jahre“, betonte die Umweltdezernentin. Sowohl städtische Flächen und Gebäude als auch private Liegenschaften müssten umgestaltet werden. Dafür lege der Magistrat ab 2017 ein Klimaförderprogramm mit zehn Millionen Euro für fünf Jahre auf. Möglich sei eine bis zu 50-Prozent-Förderung klimafreundlicher Maßnahmen.

          Mit dem Klimawandel müssten sich viele Städte auseinandersetzen, sagte Heilig. Von der Überwärmung seien etwa Ludwigshafen in der Rheinschiene oder Stuttgart mit seinem Talkessel noch stärker betroffen, Küstenstädte weniger. „Frankfurt ist in einer Mittellage.“

          Nach einer Prognose des Deutschen Wetterdienstes klettern die Temperaturen in der Rhein-Main-Metropole bis 2050 kräftig. Die Marke von 25 Grad könnte dann an bis zu 72 Tagen pro Jahr überschritten werden, zwischen 1971 und 2000 waren es durchschnittlich nur je 46 solche Tage. Die Durchschnittstemperatur lag Heilig zufolge 1950 bei rund neun Grad, mittlerweile bei elf. Man habe schon die Steigerung um zwei Grad, über die bei Weltklimakonferenzen debattiert werden.

          Angesichts dessen müsse in schon bebauten Gebieten einerseits über das Entsiegeln von Flächen und - sofern möglich - das Pflanzen von Bäumen nachgedacht werden. Das brauche aber Zeit. „In der Übergangsphase brauchen wir kreative Lösungen“, sagte Heilig. Das könnten bewegliches Mobiliar mit Grünpflanzen sein oder auch Sonnensegel an Spielplätzen. Derzeit seien mehr als 52 Prozent der Stadtfläche grün. Das solle unter dem Strich auch so bleiben.

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