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Frankfurt : Vielleicht nie wieder Opernball

Er gehört zu mir: Frankfurt ohne Opernball können sich viele nicht vorstellen. Vor einem Jahr feierten die Gäste mit Marianne Rosenberg und Tony Christie. Bild: Wonge Bergmann

Am Wochenende gibt es in Frankfurt keinen Opernball. Bewerbungen für eine Neuauflage im nächsten Februar liegen vor, aber mit der Entscheidung lässt die Alte Oper sich Zeit.

          Für Samstag, den 23. Februar, steht er im Saisonkalender 2012/13 der Alten Oper: Der Deutsche Opernball. Als die Vorschau erstellt wurde, hatte man noch nicht damit gerechnet, dass in diesem Jahr kein Opernball stattfindet. Womöglich wird es nie wieder einen geben. Zwar führt der Chef des Konzerthauses, Stephan Pauly, Gespräche mit potentiellen Veranstaltern. Einer, der die Ansprüche der Alten Oper erfüllt, scheint aber schwer zu finden zu sein. Denn für das Haus ist entscheidend, was im Kalender hinter dem Termin steht: VM für Vermietung.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Rund 120.000 Euro für Miete und Nebenkosten ist der bisherige Veranstalter Manfred Pasenau der Alten Oper schuldig geblieben. Das Insolvenzverfahren gegen seine Opernball GmbH ist eröffnet. Zu der Frage, ob eine Chance besteht, dass die Forderungen der Alte Oper und anderer Gläubiger erfüllt werden können, wollen sich weder Pauly noch die Kanzlei der Rechtsanwältin Angelika Wimmer-Amend, die das Verfahren betreut, äußern.

          Vorschläge für einen neuen Namen

          Die Namensrechte am Deutschen Opernball, die Pasenau sich eigens hatte sichern lassen, gehörten zuletzt nicht einmal mehr ihm. Er hatte sie, um dort Schulden zu tilgen, auf die Karbener Satis&Fy AG übertragen, die für ihn in den vergangenen Jahren die Alte Oper dekorierte und den gesamten Ball in festlichem Lichte erstrahlen ließ.

          Das könnte zur Folge haben, dass der Opernball - jedenfalls unter diesem Titel - möglicherweise für immer aus dem Kalender der Alten Oper gestrichen werden muss. Denn es gibt potentielle Veranstalter, die mit ihren Konzepten auch Vorschläge für einen neuen Namen eingereicht haben. Zumal der Name, wie der Bewerber Sven Müller meint, nach den jüngsten Ereignissen nicht mehr unbedingt positiv besetzt sei. Und je länger die Entscheidung der Alten Oper über die Zukunft des Balls auf sich warten lässt, desto häufiger wird gefragt, ob es nicht ein großer Schaden für Frankfurt wäre, wenn es keinen Opernball mehr gäbe und man künftig bei dem Titel nur noch an Dresden und die Semper-Oper denke - mal abgesehen von Wien.

          Miete von rund 60.000 Euro

          In der Alten Oper heißt es dazu aber nur: „Gut Ding will Weile haben.“ Regelrecht ausgeschrieben worden ist die Veranstaltung nicht. Für die Alte Oper ist es in erster Linie eine Vermietungsangelegenheit. Es komme dabei zwar darauf an, dass die Veranstaltung zum Haus passe, vor allem aber dürfe sie keinerlei Risiko bergen. Darum werden derzeit die Konzepte wohl ganz wesentlich auf ihre finanzielle Tragfähigkeit geprüft. Es geht um einen Vertrag für fünf Jahre.

          Für die Veranstalter bedeute das, so ist zu hören, dass sie Bürgschaften für die Miete von rund 60.000 Euro pro Jahr vorweisen müssten. Solche Bürgschaften bei Finanzinstituten zu bekommen, ist dieser Tage nicht gerade leicht, schon gar nicht für Veranstaltungsagenturen, die in der Regel nicht über größeres Betriebskapital verfügen. Ein Bewerber sagt dazu, die Alte Oper müsse entscheiden, ob sie einen Milliardär suche, oder jemanden, der eine tolle Veranstaltung organisiere.

          Finanzierung sei eine Herausforderung

          Für einen erfolgreichen Opernball müsste man nach Ansicht von Nico Ubenauf, Vorstand von Satis&Fy, vor allem ein klareres Profil entwickeln. „Ein Bürgerball, der Frankfurter mehrerer Generationen anspricht kann genauso erfolgreich sein, wie ein Ball, der mit Stars und Sternchen und entsprechend hohen Eintrittspreisen ein eher elitäres Publikum anspricht.“

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