23.01.2013 · Die hessische SPD strebt einen „neuen Konsens“ an, um die Fluglärmbelastung in der Rhein-Main-Region zu verringern. Fraport müsse mehr Zugeständnisse machen.
Von Ralf Euler, WiesbadenRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Menschen haben verstanden.
… es ist beeindruckend und geradezu rührend, wie viele
ehrenamtliche Mitarbeiter aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet und
darüber hinaus, inzwischen aktiv geworden sind. Hunderttausende
braver Bürger scheuen weder gesundheitliche Risiken noch
Vermögensverlust, um "Ihrem" geliebten Flughafen nebst
allen Verantwortlichen, bei der Bewältigung der enormen
Akzeptanzprobleme zur Seite zu stehen. Ist diese Mammutaufgabe erst
einmal bewältigt, wird auch keinem mehr bange sein, vor dem
weiteren Ausbau des Flughafens. Gemeinsam anpackend, wird dann das
Flugaufkommen von z. Zt. 400.000 pro Jahr um ganze 75 % gesteigert und
die angepeilte magische 700.000er Marke geknackt. Wer sollte die
Zurückgebliebenen dann noch daran hindern, auch die Marke von
1.000.000 anzuvisieren und allen überempfindlichen Jammerlappen u.
- lappinnen, zuzurufen: “Haut doch ab, wenn es euch hier nicht gefällt!
Verdrängt wird offenbar von einigen hier,
dass, wenn es für den Ausbau damals nur 3 schlechte Varianten gab, von denen die NW-Lösung die am wenigsten schlechte war, das Wachstum des Flughafens innerhalb dieser dichtbevölkerten Region augenscheinlich seine Grenze gefunden bzw. überschritten hat.
Verdrängt wird offenbar von vielen hier,
das drei Varianten zur Auswahl standen. Das war neben der jetzigen Bahn
noch eine Variante im Schwanheimer Wald sowie südlich bei Walldorf.
Die NW Variante wurde gewählt weil sie von diesen die geringste
Belastung darstellt. Jedem der sich heute beschwert würde ich recht
geben, zudem noch den Kelsterbächern die dann bei Variante
Schwanheim auch im Kerngebiet überflogen würden und nicht nur
im GW Gebiet Am Taubengrund.
Jeder kann sich auch auf google earth anschauen, wie die südliche
Variante ausgesehen hätte, wo man ja 2 Bahnen hätte bauen
müssen um den Verlust der 18 zu kompensieren. Da wären der
nördliche Teil von Walldorf extrem nah am Geschehen.
Was soll denn bei all den Zugeständnissen -u.a.- Verzicht auf
über 50 nächtliche Flüge, eine problematische 23h
Regelung, die mit der betrieblichen Praxis an manchen Tagen schwer in
Einklang zu bringen ist, noch gmacht werden?
Wer auf Maximalforderungen beharrt hat immer schlechte Karten.
Zu diesem Forum, Herr Dr. Krstic
Sie wissen doch - wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen. Und wer gerne andere verspottet und sich am Leid anderer labt, den findet man stets an der Seite der Mächtigen – selbst dann, wenn diese seine unermüdliche Unterstützung gar nicht nötig haben.
Verantwortung sieht anders aus
Die SPD versucht offensichtlich, sich aus der (politischen) Verantwortung zu stellen, mal sehen, ob der Wähler das durchgehen läßt. Und verdrängt dabei, wie die Ausbaubefürworter hier im Forum auch, die Wirklichkeit. Als Verdrängung wird in der Psychoanalyse ein grundlegender Abwehrmechanismus bezeichnet, durch den tabuierte und bedrohliche Inhalte und Vorstellungen von der bewussten Wahrnehmung des Menschen ausgeschlossen werden (Wikipedia). Tatsache ist, dass Fraport eine Landebahn über bestehende Wohngebiete gebaut hat. Dieser raumunverträgliche Ausbau lässt Hunderttausende von Menschen nicht menschenwürdig leben, schädigt ihre Gesundheit massivst (mehr als 1000 zusätzliche! Todesfälle in den nächsten 10 Jahren nach Berechnungen des Bundesumweltamts) und (teil-) enteignet die betroffenen Bürger. Herr Koch sprach damals noch von Sonderopfern, die zum Wohle der Luftverkehrswirtschaft von Einzelnen zu bringen seien. Das kam nicht gut an, war aber wenigstens ehrlich (wenn auch zynisch).
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.01.2013 11:21 UhrThema verfehlt Herr Stark.
Unser Thema heißt "Fluglärm", wobei ich nicht verhehle, dass auch der Bahnlärm "böse" ist. Deshalb kämpfen Bahnlärmgegner und Fluglärmgegner zunehmend gemeinsam dagegen an.
Nicht ablenken!
Hier geht es um den Flughafen - der Verweis auf andere Regionen und
Lärmquellen lenkt von der Kernfrage ab: Wieviel Sonderopfer
für Fraport und Co ist legitim?
Übrigens gibt es durchaus Bürgerinitiativen im Mittelrheintal,
die den Lärm bekämpfen - ob es sich um "Gutmenschen"
handelt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber wie gesagt, das ist hier
nicht das Thema, es sei denn Sie möchten darauf aufmerksam machen,
dass sich die BIs bundesweit vernetzen und eine Gesamtbetrachtung des
Lärms durchsetzen wollen - genau das passiert nämlich gerade!
(Da kann man sich drüber lustig machen, aber das hat man über
die BIs in den 70ern auch, die sich gegen Chemiegifte engagiert haben -
wie es ausgegangen ist, dürfte bekannt sein.)
Da kann mer halt nix mehr dran mache
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Nach diesem Prinzip wurde der
Bevölkerung nach allen Regeln der politischen Raffinesse die
Nordwestbahn aufgedrückt.
Also liebe Politiker aller Parteien! Zurück zur Vernunft! Wo ein
Wille ist, findet sich auch dafür ein Weg!
Das eigentliche Problem ist doch, dass euch dieser Wille fehlt!
Erzählt uns nicht so einen Schwachsinn, dass man untragbare
Zustände nicht rückgängig machen kann. Wo kommen wir denn
da hin, wenn wir ernsthaft erwarten, dass sich unumstößliche
Naturgesetze gefälligst nach unserer Rechtsordnung zu richten haben?
Es gibt Wähler, die könnt ihr hin und wieder verarschen,
einige Wähler könnt ihr sogar immer verarschen. Aber ihr
könnt niemals immer alle verarschen!
Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! Und der wird
ungemütlich, worauf ihr euch verlassen könnt!
Realität Herr Fink und Konsorten
ist aber auch, daß 355000 Menschen in einem dicht besiedelten Ballungsgebiet verlärmt und mit Abgasen zugemüllt werden. Unter Schlafmangel leiden, gesundheitlich stark eingeschränkt werden, ihre Gärten nicht mehr nutzen können, Immobilienverluste hinnehmen müßen etc. Das kann und darf nicht als Preis für die Partikularinteressen von Fraport hingenommen werden. Wird es auch nicht, wie man sieht. Die Proteste brechen nicht ab und den Politikern brennt es unter den Nägeln, wie sie sich zur Landtagswahl plazieren sollen.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.01.2013 00:19 UhrGanz erstaunlich
ist es, dass in München der Immobilienmarkt ohne dritte Landebahn noch nicht völlig eingebrochen ist. Wie erklären Sie sich das Herr Fink?
Abgesehen von den Wertverlusten der Immobilien Herr Fink.
Die sind schlimm genug und trotz Ihrer Polemik gehe ich davon aus, daß Sie um diese wissen. Was mir aber mehr Kummer macht ist Ihre Ignoranz, die Sie an den Tag legen, wenn es um die gesundheitlichen Folgen des raumunverträglichen Ausbaus geht. Antworten Sie doch mal explizit auf die Frage, ob Sie der Meinung sind, daß ich mit meiner Gesundheit für den Ausbau des Flughafens gerade stehen muß, meine Kinder und ich keinen Anspruch auf ausreichend Schlaf haben und nicht im Fluglärm draußen spielen dürfen, weil sie dann ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen, um nur einige Aspekte zu nennen. Seien Sie ehrlich: Sagen Sie einfach was Sie denken: Nämlich: Ja. Ich hingegen denke, daß ich das nicht hinnehmen muß. Auch ohne weggezogen zu werden.
Können Sie die namentlich
und mit Unterschrift belegen, Herr Krstic, Miki, Dr. , oder existieren
die in Ihrer Phantasie ? Ist Ihnen bekannt, das Immobilienpreise sich
auf dem Markt nach Angebot und Nachfrage orientieren und bei mangelnder
Nachfrage, z.B. durch Hubabwanderung die Preise in den Keller fallen
würden, zumindest die der Durchschnittshäuser? Mal abgesehen
davon, das Verluste so lange fiktiv sind bis der Schuppen verkauft wird,
daher der Name REAL estate.
Es handelt sich auch durchaus nicht um Partikularinteressen und schon
garnicht um mir immer wieder gerne und doch so falsch unterstellte
Eigeninteressen. Spediteure trucken die Fracht die hier keinen Platz
findet halt nach Luxemburg, Amsterdam usw..
Der Flughafen ist von gesamwirtschatlichem Interesse weit über
Deutschland hinaus wichtig, ohne Infrastruktur geht nichts, aber das
habe ich ja alles schon geschrieben.
Kommt nur leider nicht an, so wenig wie die Tatsache das was machbar ist
schon lange gemacht wurde. Ganz ohne TSG & Co.
Zum Glück gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen dem
Behördenanhängsel FBB in Berlin und der Fraport AG. Letztere
wird vollständig privartrechtlich geführt und AR sowie
Vorstand sind den Aktionären und vor allem dem Unternehmen
verpflichtet, nicht jedoch Politikern.
Auf letztere wird zwar und wurde auch immer Rücksicht genommen,
nicht zuletzt hat Fraport ja auch Betriebszeiten in das
Genehmigungsverfahren eingebracht die alles andere als
Kundenfreundlich sind und den airlines viel Kopfzerbrechen und
übers Jahr Zehntausenden Passagieren schlaflose Nächte
bringen.
Da jetzt noch weitere Einschränkungen zu fordern bedingt schon viel
Unverstand. Das Condor z.B. erwägt, im nächsten Winter 2
Maschinen in München zu stationieren scheint bei TSG ebenso wenig
angekommen sein wie die Tatsache, das ständig leise Flugzeuge durch
noch leisere ersetzt werden.
Nur, Tatsachen stören Populisten ja offenbar nicht, die
Realität ist für TSG und Konsorten nur hinderlich.
Fraport und die Landesregierung haben es in Rekordzeit geschafft mit der NW die Akzeptanz der Luftfahrtindustrie zu pulverisieren. Ohne Not. Die von Rentsch erwähnte Verringerung des Fluglärms mittels Fluglärmkommission et al. kann nicht mal mehr als Beruhigungspille für Nichtbetroffene durchgehen. Die tatsächlichen Verhältnisse haben sich rumgesprochen. Es kann nicht sein, daß ein Wirtschaftsunternehmen seine Gewinne auf dem Rücken von Tausenden erwirtschaftet. Das Ergebnis eines solchen Vorgehens sieht man jetzt. Die Politiker (alle) täten sehr gut daran, wirkliche Lösungen zu präsentieren, anstatt zu hoffen, daß sich die Bevölkerung schon daran gewöhnen werde.
Die SPD will das nächste erfolgreiche Bundesland wirtschaftlich angreifen
Dabei muss sie eigentlich, wenn sie auch nur einen Funken Sachverstand hat, wissen, dass der Wirtschaftstransport nur nachts stattfindet. Sie hat sich die Masche Deutschland zu ruinieren von den Grünen abgeguckt, die offensichtlich aufgrund der zunehmenden Navivität einiger Bevölkerungsteile erfolgreich sind.
Schäfer-Gümbel für Flughafen FRA ähnliches SPD-Risiko wie die BER-Aufsichtsversager u. SPD-Genossen
Wowereit und Platzeck.
Die SPD sollte ihren "Flughafen-Experten"
Schäfer-Gümbel rasch zurückpfeifen, ehe dem Flughafen
Schaden zugefügt wird. Im Übrigen sollten sich die Genossen
mehr mit den Unzulänglichkeiten des BER befassen als den FRA
schlecht zu reden.
Die Wirtschafts- und Jobmaschine FRA kann es sich nicht leisten, ihren
Weltflughafenstatus durch vorlaute Bedenkenträger der SPD zu
verlieren. Diese sollte froh sein, dass viele Arbeiter im
Rhein-Main-Airport gute Arbeit haben u. nicht auf die SPD-Koproduktion
ALG II angewiesen sind.
Jeder in Rhein-Main weiß, dass der Flugverkehr nicht wegzudenken
ist. Und dass die Welt auf Langschläfer keine Rücksicht nehmen
kann. Fraport minimiert im Übrigen schon seit Langem den
Fluglärm.
Aber irgendwo sind Grenzen gesetzt. Das sollte auch für fachliche
Greenhorns wie Schäfer-Gümel gelten, mit ihrem Populismus.
Zur Lärmminderung könnte die SPD anlässlich der
nächsten Hessenwahl Ohrenstöpsel für die besonders
Schlafwütigen verteilen.
Selten so einen
sachlich fundierten Kommentar gelesen. Sie haben lediglich vergessen zu erwähnen, dass die Erde eine Scheibe ist.