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Frankfurt Skyliners Riesen auf Schrumpfkurs

 ·  Die Frankfurt Skyliners drohen den Anschluss zu verpassen. In der Basketball-Bundesliga eilen andere Klubs mit langen Schritten davon, das Geld wird knapp - und vor allem fehlt eine modernere Halle.

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Jimmy McKinney hätte sich dem Euroleague-Teilnehmer Berlin anschließen können. Außerdem buhlte Bayern München um die Dienste des Amerikaners, der in der abgelaufenen Basketballsaison der wichtigste Profi der Frankfurter war. Aber der Aufbau- und Flügelspieler entschied sich nach sechs Jahren Zugehörigkeit zu den Skyliners für Würzburg. Würzburg? Der Aufsteiger des Jahres 2011, der überraschend das Halbfinale der Playoffs erreicht hatte, zählt wirtschaftlich nicht zu den Topadressen in der Bundesliga. Trotzdem waren die Frankfurter offenbar chancenlos, denn geringe Gehaltsunterschiede hätten McKinney nicht zum Weggang veranlasst. Der Achtundzwanzigjährige („Die Sache wurde in der Familie entschieden“) legt Wert auf ein familiäres Umfeld und überschaubaren Druck - so wie es in Frankfurt der Fall war und wie er es in Zukunft in Würzburg antrifft.

Wenn die Skyliners einen Spieler hätten halten wollen, dann ihn. Nicht nur, weil er beim Tabellenneunten der Vorsaison der Dienstälteste war. Der vielseitige Führungsspieler war nach dem Karriereende von Kapitän Pascal Roller die Identifikationsfigur des Klubs. Dementsprechend groß ist nun der Schock bei den Anhängern. Sie fragen sich, wie es um die Finanzkraft des Vereins bestellt ist, wenn dieser selbst mit den Würzburgern nicht mithalten kann. Fakt ist: Derzeit muss sich der deutsche Meister von 2004 bei den Ausgaben zurückhalten. Verpflichtet wurde nur das Talent Konstantin Klein für den Aufbau. Bei der Vertragsverlängerung des jungen Spielmachers Devin Gibson handelt es sich ebenfalls um eine überschaubare Investition. Zwar stecken die Skyliners nicht in finanziellen Schwierigkeiten, ganz im Gegenteil: Bei der Lizenzerteilung gehören sie seit Jahren zu den Vorzeigeklubs der Liga. Da der Pokalsieger des Jahres 2000 aber nur das Geld ausgibt, das er hat, sind ihm Ende Juni keine großen Sprünge möglich.

„Unser Budget steht noch nicht abschließend fest“, sagt Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter. Mit dem Abschied von Publikumsliebling McKinney soll das jedoch nichts zu tun haben. Der Etat hängt vielmehr von Einnahmen aus dem Sponsoring ab, und hier deutet sich an, dass die Skyliners den früheren Hauptsponsor Deutsche Bank nun auch als Premiumpartner verlieren. Gut möglich also, dass der Platz auf dem Trikot mit einem neuen Unternehmen besetzt werden muss. Es für einen angemessenen Betrag zu finden ist aber schwer. Zum Skyliners-Budget gehören außerdem Investitionen der Gesellschaft, einer GmbH. Die Bereitschaft dafür scheint im Augenblick begrenzt zu sein. Denn für Wöbke und seinen Kollegen Thomas Kunz hängt die Zukunftsfähigkeit des Vereins vom Neubau einer Halle ab. Sie bestimmt Denken und Planen der Verantwortlichen. „Als wir 1999 in Frankfurt angefangen haben, war unsere Halle die zweitbeste hinter Berlin“, sagt Wöbke. „Mittlerweile haben wir nur noch die elft- oder zwölftbeste von den Vermarktungsmöglichkeiten her.“

Ausschreibung als wichtiges Signal

Der nächste Schritt auf dem Weg zu einer modernen Sportarena wäre deren Ausschreibung. „Wir bereiten sie gerade vor“, sagte Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Sonntag dieser Zeitung. „Im Herbst rechne ich mit ihr. Es kann aber auch früher sein.“ Anschließend würde es vermutlich zwei bis drei Monate dauern, bis feststünde, wer auf der Fläche in der Nähe des Kaiserleis bauen darf. „Mögliche Investoren haben sich bei uns gemeldet.“ Für die Fläche, sagt Frank, müsse der Investor nur „symbolisch bezahlen“. Nach drei oder vier Jahren könnte die neue Halle dann stehen, meint er. „Es ist noch ein weiter Weg, eher ein Marathon als ein 100-Meter-Lauf. Wir tun alles, damit die Halle kommen kann - aber versprechen kann es niemand.“ Auf rund 100 Millionen Euro schätzt er die Baukosten für eine Multifunktionshalle.

Wöbke wartet auf die Ausschreibung. Sie wäre für ihn ein wichtiges Signal. Über die Öffentlichkeit Druck auszuüben war allerdings noch nie sein Weg. Frank hat das registriert. Ihm sind wettbewerbsfähige Skyliners am liebsten. Doch in der Geldtabelle der Erstliga-Vereine sacken diese ab, und zwar auf Kosten ihrer Handlungsfähigkeit auf dem Spielermarkt. Derzeit sind den Frankfurtern die Preise noch zu hoch, ihre Zeit kommt erst im Juli und August - wenn viele interessante Spieler schon neue Arbeitgeber gefunden haben. Und mit Flügelspieler Quantez Robertson haben die Hessen, die sich mit Nationalspieler Tim Ohlbrecht noch nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnten, erst einen potentiellen Starter in ihren Reihen. Nicht ausgeschlossen also, dass der Klub demnächst gegen den Abstieg kämpft - es sei denn, er beweist besonderes Geschick bei der Zusammenstellung des Kaders. Grund zur Panik, ist aus dem Umfeld zu hören, gibt es nicht, aber Anlass zur Sorge. Denn dank neuer Hallen wie in Ulm können immer mehr Vereine mehr Geld ausgeben. Die Skyliners laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren - trotz ihres Hauptsponsors Fraport. „Über allem schwebt die Halle“, sagt Wöbke.

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