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Frankfurt Skyliners Der flexible Scharfschütze

 ·  Skyliners-Neuzugang Ryan Brooks überzeugt durch die Anzahl seiner Treffer und auch durch deren Timing. Für die Frankfurter könnte er noch überaus wertvoll werden.

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Am frühen Sonntagabend stand Ryan Brooks auf dem Spielfeld der Frankfurter Ballsporthalle und atmete erst einmal richtig durch. „Der Druck ist gewaltig“, sagte der 24 Jahre alte Basketballprofi. Vor drei Wochen kam der Amerikaner von den Gießen 46ers zu den Fraport Skyliners - von einem Krisenklub zum anderen. Während die Mittelhessen an einer Kombination zwischen wirtschaftlicher und sportlicher Schwäche schier unheilbar kränkeln, schwächeln die Frankfurter nur sportlich. Am Sonntag wurde die Last für Brooks und seinen neuen Klub aber ein klein wenig leichter. Der 92:78-Erfolg über die Tigers Tübingen war eine kleine Entlastung, aber noch lange keine Erlösung im Kampf um den Klassenverbleib. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir das schaffen werden“, sagte Brooks.

Dass der Shooting Guard im Überlebenskampf der Skyliners hilfreich sein könnte, dies sieht auch Trainer Muli Katzurin so. „Ryan wird sicher ein wichtiger Faktor sein“, sagte der Frankfurter Headcoach nach dem Sieg gegen Tübingen. Es war das vierte Spiel, das Brooks für seinen neuen Klub absolvierte. Gemeinsam mit seinem Landsmann LaQuan Prowell hatte er sich entschlossen, die 46ers zu verlassen und sein Basketballglück bei den Skyliners zu suchen. Für die Hessen boten die beiden Neuzugänge die Chance auf Besserung im Angriff, wo Dion Dowell und Ted Scott nie richtig überzeugen konnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest Brooks den in ihn gesetzten Erwartungen gerecht werden kann, ist hoch. Die Steigerung bei der Trefferquote spricht für ihn: Sechs Punkte gegen Braunschweig, elf Punkte gegen Bayreuth, 15 Punkte gegen München und nun 19 Punkte gegen Tübingen - Brooks kommt als Schütze bei den Skyliners immer besser zur Geltung. Bei den 46ers war er ohnehin der beste Scorer, und im Ligavergleich liegt er mit durchschnittlich 15,9 Punkten pro Spiel auf dem vierten Platz. Nur einen Platz hinter ihm folgt ein weiterer Frankfurter: Zachery Peacock ist mit 15,4 Punkten pro Auftritt ebenfalls Mitglied der Top Ten der deutschen Korbschützen. Zusammen mit den Treffern von Brooks könnte nun die Rechnung der Skyliners aufgehen, vielleicht doch noch einmal den Sprung aus der Abstiegszone zu schaffen. Es war erst das zweite Mal in dieser Saison, dass der hessische Angriff mehr als neunzig Punkte erzielte.

Sie prägen die Szene

Bei Brooks, der in seiner Heimat Pennsylvania die Lower Merion High School besuchte, wo auch Kobe Bryant Basketball gespielt hat, überzeugt nicht nur mit der bloßen Anzahl der Treffer. Brooks versteht es auch ausgezeichnet, im richtigen Moment als Schütze die treffenden Signale zu senden. Er ist ein Mann für die sogenannten „big points“, für jene Körbe, die einem Spiel die Wendung geben können. Was auch von der Dreipunktelinie aus sehr gut funktioniert. Sein Treffer aus der Distanz zum 77:67 brachte den Skyliners die erste zweistellige Führung gegen Tübingen, der Dreier zum 86:76 flog eine Minute vor Spielende durchs Tübinger Netz und ebnete den Frankfurtern den Weg zum ersten Sieg nach fünf Niederlagen in Serie.

Männer wie Brooks prägen die Szene der amerikanischen Legionäre in der Bundesliga. Flexibel und auf hohem sportlichen Niveau bewegen sie sich - und sind zudem bezahlbar. Brooks hatte schon vor zwei Jahren in Gießen gespielt, war dann nach Finnland gewechselt, kehrte zu den 46ers zurück und spielt nun für Frankfurt. Die Beweglichkeit, die Profis wie ihm abgefordert wird, ist schier grenzenlos. Brooks scheint dies aber nicht zu belasten: „Nette Menschen“, habe er in Finnland kennengelernt, „aber es war immer viel zu kalt.“ Und die Tatsache, dass er von einem Krisenklub zum anderen gewechselt ist, stört ihn auch nicht. Falls die Skyliners den Klassenkampf vor allem mit seiner Hilfe gewinnen, würde dies sicher auch für Brooks eine kleine Änderung bringen. Seine Bezahlbarkeit würde deutlich abnehmen.

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