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Frankfurt : Rund 3500 Krippenplätze fehlen

Nicht genügend Spielraum für die Kleinen: Auch in Frankfurt werden im Spätsommer noch viele Kita-Plätze fehlen. Bild: dpa

Die Stadt Frankfurt muss sich wie viele andere Kommunen darauf gefasst machen, dass bald Schadenersatzklagen auf sie zukommen. Der Anspruch auf Betreuung wird wohl frühestens 2016 erfüllt werden können.

          Die Stadt Frankfurt muss sich wie viele andere Kommunen darauf gefasst machen, dass vom 1.August 2013 an Schadenersatzklagen auf sie zukommen. Denn sie wird den Rechtsanspruch auf die Betreuung unter Dreijähriger (U3), der zu diesem Stichtag in Kraft tritt, nicht allen Eltern erfüllen können. Das geht aus den Daten hervor, die der Magistrat nun in einem Bericht über Stand und Perspektiven der Kindertagesstätten-Entwicklung veröffentlicht hat.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bund, Länder und Kommunen hatten auf dem sogenannten Krippengipfel 2007 einen massiven Ausbau der U3-Betreuung vereinbart. Der damit verbundene Rechtsanspruch gilt bundesweit als erfüllt, wenn für etwa 35 Prozent der Kinder zwischen einem und drei Jahren ein Betreuungsplatz in einer Kita oder in einer Tagespflege zur Verfügung steht. Allerdings dürfte dieser Versorgungsgrad für Frankfurt längst nicht ausreichen: Der Magistrat nimmt an, dass es zur Einlösung des Anspruchs für jedes zweite Frankfurter U3-Kind einen Betreuungsplatz geben müsste.

          Probleme beim Kita-Bau

          Im Jahr 2011 gab es in den Kitas sowie bei Tagesmüttern und -vätern insgesamt 6140 Plätze für die 20906 Kinder im Krippenalter, was einem Versorgungsgrad von 29 Prozent entspricht. Zu den benötigten 50Prozent fehlten mehr als 4300 Plätze. Für das Jahr 2012 liegen die endgültigen Zahlen noch nicht vor, laut Schätzung stieg die Versorgungsquote jedoch auf 34 Prozent, womit aber immer noch rund 3500 U3-Plätze zu der Quote fehlen, die den Rechtsanspruch zum 1.August erfüllen soll. Hierzu heißt es im Magistratsbericht: „Realistischerweise muss aus heutiger Sicht davon ausgegangen werden, dass dieses Ziel nicht bis zum Jahr 2013 erreicht werden kann.“

          Als Gründe dafür, dass der Ausbau langsamer als gewünscht vorankommt, nennt der Bericht etwa Probleme beim Bau von Kitas. Für einige geplante Neubauten seien keine geeigneten Flächen gefunden worden, Erweiterungen bestehender Einrichtungen an den Kosten gescheitert. Auch werde es immer schwieriger, Gewerbe- oder Wohnräume zu finden, die sich in Kitas umwandeln ließen.

          Mehr Kinder im Krippenalter

          Obwohl das Ausbauziel also nicht erreicht wird, bleibt festzuhalten, dass die Stadt viel dafür getan hat, das Betreuungsangebot zu verbessern: Seit 2007, dem Jahr des Krippengipfels, hat sich die Zahl der U3-Plätze fast verdoppelt. Dass der Versorgungsgrad nicht im selben Verhältnis stieg, sondern nur von 19 Prozent auf 34 Prozent, liegt an der Bevölkerungsentwicklung. 2007 lebten in Frankfurt etwa 19400 Kinder unter drei Jahren, im vergangenen Jahr waren es rund 21300. Die Stadt geht davon aus, dass das Wachstum anhält und die Zahl der Krippenkinder bis 2016 auf etwa 22700 steigt.

          Bis zum selben Jahr reicht auch die Ausbauplanung für die U3-Betreuung. Rund 11100 Plätze soll es bis dahin geben, womit der angestrebte Versorgungsgrad fast erreicht wäre. Jedes zweite Krippenkind könnte dann betreut werden.

          Ein Großteil der neuen Plätze soll durch Umwandlung anderer Flächen in Kitas, außerdem durch Erweiterung bestehender Einrichtungen und durch Neubauten entstehen. Die 50-Prozent-Quote wird allerdings nur ein Durchschnittswert sein. Nachdem in den vergangenen Jahren das Angebot in allen Regionen der Stadt ausgebaut worden ist, soll der örtliche Bedarf künftig stärker berücksichtigt werden. Außerdem gehen die Planungen davon aus, dass ein recht großer Teil der U3-Angebots nicht allein auf das jeweilige Viertel zielt. Hierzu zählten etwa betriebliche oder betriebsnahe Kitas, aber auch solche mit besonderem pädagogischen Profil wie Montessori- oder Waldorfpädagogik. Es reiche also aus, für die einzelnen Regionen einen Versorgungsgrad von mindestens 40 Prozent anzustreben, um stadtweit auf die gewünschten 50 Prozent zu kommen.

          Quelle: F.A.Z.

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