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Frankfurt : Pläne für Luxushotel auf der Osthafenmole

Zackig: So stellen sich die Planer den Hotelturm an der Frankfurter Osthafenmole vor Bild: Simulation Flattingerdesign

Ein Hotelfachmann will einen 95 Meter hohen Turm auf der Osthafenmole in Frankfurt errichten. 80 Millionen Euro soll der Bau kosten. Doch der Entwurf widerspricht den Vorgaben der Stadt.

          Wie genau man das Hotel auf dem Molenkopf im Osthafen betreten soll, leuchtet auf den ersten Blick nicht ein. Durch einen Pfeiler? Per Strickleiter? Aus dem Hubschrauber? Aber die Erschließung ist ohnehin nicht das Einzige, was bei diesem Bauvorhaben noch geklärt werden muss.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Hochhausrahmenplan der Stadt ist das Grundstück der Hafenbetriebe für einen 60 Meter hohen Turm reserviert. Doch der Entwickler und Hotelfachmann Harald Peters, der lange das Kempinski in Gravenbruch leitete, plant ein Luxushotel, das weit darüber hinausgeht: Der extravagante Entwurf des Salzburger Architekten Heinz Flattinger ist 95 Meter hoch, denn Peters zufolge lohnt sich an dieser Stelle wegen der hohen Grundstücks- und Baukosten ein Hotel nur, wenn es eine gewisse Höhe erreicht. Als besondere Attraktion soll vor dem Gebäude ein Badeschiff mit Saunen und Pools vor Anker gehen.

          Hochhausrahmenplan begrenzt Höhe

          Die Satzungen der Stadt sehen allerdings etwas anderes vor. Nicht nur der Hochhausrahmenplan begrenzt die Höhe, weil die Skyline nicht ausfransen und der EZB-Turm keine Konkurrenz bekommen soll. Auch im Bebauungsplan heißt es, dass maximal 60 Meter zulässig sind. Außerdem begrenzt der Bebauungsplan die Bettenzahl auf 100. Hintergrund ist die sogenannte Seveso-II-Richtlinie, die einen Achtungsabstand zu Chemiebetrieben vorschreibt, von denen im Schadensfall eine besondere Gefahr ausgeht. Im nahegelegenen Osthafen steht eine Gefahrguthalle, in der Chemikalien gelagert werden. Ein Hotel mit 100 Betten sehen die Gutachter „unkritisch“. Offenbar, weil ein solches Haus leichter zu evakuieren wäre als ein größeres.

          100 Betten, das wären rund 50 Zimmer. Ein solches Gebäude würde sich laut Peters aber nicht rentieren. „Mindestens 150 Zimmer sind nötig“, sagt er, wünschenswert seien sogar 180. Die meisten Übernachtungsgäste kämen aus dem Umfeld der Europäischen Zentralbank, aber auch andere Gäste will der Hotelfachmann mit seinem Turm anziehen. „Einen besseren Standort gibt es nicht in Frankfurt“, sagt er.

          Peters konnte schon mehrere Betreiber für das Projekt interessieren, unter anderem die Hilton-Kette. Ein Investor, der den auf 80 Millionen Euro geschätzten Bau finanzieren will, könne er „reaktivieren“. Der Zeitplan klingt dennoch ambitioniert: 2017 könnte das Gebäude fertig sein.

          Das Planungsdezernat kennt Peters’ Pläne noch nicht näher. „Gerade an so prominenter Stelle fordern wir aber einen Architekturwettbewerb“, sagt ein Sprecher. Peters hört das nicht gern: „Wir haben schon so viel Zeit und Geld investiert. Dann werden wir uns überlegen, ob wir es überhaupt realisieren.“

          Quelle: F.A.Z.

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