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Frankfurt Osthafen vor Investitionswelle

 ·  Im Frankfurter Osthafen wollen Betriebe bis 2020 rund 100 Millionen Euro investieren. Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) stellt langfristige Mietverträge in Aussicht.

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Der Frankfurter Osthafen wird auch in Zukunft eine Heimat für Industrie- und Gewerbebetriebe sein - daran lässt Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) keinen Zweifel. Er spricht sogar von einer großen Zukunft für das 100 Jahre alte Gelände am Main. Viele der mehr als 30 Unternehmen am Ort scheinen das ebenso zu sehen: Wie die Gemeinschaft der Hafenanlieger per Umfrage in ihren Reihen ermittelt hat, wollen die Unternehmen bis 2020 fast 100 Millionen Euro im Osthafen investieren; die Gemeinschaft vertritt nach Angaben ihres Vorstandschefs Christian Eichmeier 30 der 32 größeren Betriebe auf dem Areal mit etwa 8000 Beschäftigten. Die größten Flächen nehmen Logistikfirmen ein, gefolgt von Baustoffbetrieben.

Das Logistikunternehmen Rhenus will rund 23 Millionen Euro in ein Containerterminal stecken. Ein Zehntel der angekündigten Gesamtinvestitionen am Hafen entfällt auf die Hildebrandmühlen der VK Mühlen AG. Für 9,5 Millionen Euro will der börsennotierte Konzern seinen Betrieb modernisieren und ihn dauerhaft profitabel machen, wie Vorstandschef Christoph Kempkes am Montag sagte.

Das „Ganze im Blick“

Kempkes kündigte an, die Hildebrandmühlen mit dem Aurora-Sonnenstern an der Fassade zu einem „Schmuckstück“ umbauen zu lassen. Eine der beiden alten Mühlensysteme sei schon stillgelegt und werde durch eine hochmoderne Anlage ersetzt. Bis dies geschehen sei, „läuft das zweite um sein Leben“. Bis Jahresende soll die neue Technik eingebaut sein, den Testlauf plant VK Mühlen für Januar. Im Anschluss daran sollen die Hildebrandmühlen 340 Tage im Jahr laufen und nicht mehr nur 220, wie es zuletzt der Fall gewesen ist. „Das nennt man Produktivität“, meinte Kempkes mit Blick auf die geplante Steigerung des Laufleistung des 40 Mitarbeiter zählenden Betriebs, der im Jahr etwa 40 Millionen Euro umsetzt. Die Menge des Getreides, das im Jahr vermahlen werden kann, wird bei rund 130.000 Tonnen bleiben, wie der Vorstandschef weiter sagte.

Dass die Investitionen in einen neuen Maschinenpark keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt ein Blick zurück: Im Februar vergangenen Jahres schreckte Kempkes die Mitarbeiter mit der Nachricht auf, angesichts mangelnder Profitabilität des Konzerns stelle VK Mühlen seine neun Standorte auf den Prüfstand. Daraufhin erhob sich vielstimmiger Protest. Nicht nur Landwirte forderten als Zulieferer der Mühlen deren Erhalt - Dezernent Frank erklärte sie als „systemrelevant“ für die heimische Landwirtschaft. Auf dem Gelände sei „nur Mühle“ möglich. Erst im November bekannte sich VK zum Fortbestand der Hildebrandmühlen.

Am Montag nun lobte Kempkes den Dezernenten als Politiker, der das „Ganze im Blick“ gehabt habe. Er selbst habe auch einen Lernprozess durchlaufen und erfahren, „dass man uns bei der Stadt Frankfurt wichtig findet“. Nicht zuletzt zollte der Vorstandschef den Beschäftigten seinen Respekt für ihre Leistung in den vergangenen Monaten. Frank dankte dem Mühlenbetreiber, der rote Zahlen erwirtschaftet, für sein Engagement in Frankfurt.

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Jahrgang 1967, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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