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Frankfurt-Nordend Stadt will Altglas unter die Erde bringen

05.02.2012 ·  Im Frankfurter Nordend werden neue Sammelbehälter erprobt. Sie sollen die hässlichen Container ersetzen und auf lange Sicht Geld sparen helfen.

Von Mechthild Harting
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Gut einen Monat nach dem Streit um nicht geleerte Glascontainer in vielen Frankfurter Stadtteilen hat sich die Lage offenbar wieder entspannt. Wie die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) auf Anfrage mitteilte, ist im Januar keine einzige Beschwerde von Bürgern eingegangen. Im Dezember hatte es noch 394 Reklamationen gegeben. Durchschnittlich hatten im vergangenen Jahr in jedem Monat rund 100 Anwohner die FES auf nicht ausreichend geleerte Container oder wilde Glassammlungen rund um die Behältnisse hingewiesen.

Für die Altglasentsorgung ist das Duale System Deutschland zuständig, weil Flaschen als Verpackungsmüll gelten. Das Duale System hatte die Hamburger Firma Veolia beauftragt, die rund 1100 Glascontainer in Frankfurt mindestens alle 14 Tage zu leeren. Offenbar ist es im vergangenen Jahr bei der Veolia mehrfach, besonders aber zum Ende des Jahres, zu Engpässen gekommen. Jedenfalls sah sich die Stabsstelle Sauberes Frankfurt zwei Tage vor Silvester genötigt, aus Gründen der Gefahrenabwehr die FES zu beauftragen, sämtliches Altglas einzusammeln und zu entsorgen.

Raum „knapp bemessen“

Unabhängig davon will die Stadt seit längerem eine neue Art von Glascontainern einführen. Sie sollen, soweit es möglich ist, im Boden versenkt werden; die Fachleute sprechen von Unterflurbehältnissen. Nach Worten von Michael Hootz, Leiter des Sonderprojektes „Schöneres Frankfurt“, ist der öffentliche Raum in Frankfurt „knapp bemessen“; umso wichtiger sei es, ihn einigermaßen attraktiv zu gestalten. Die üblichen blauen Altglascontainer, die oft auch noch bunt beklebt würden, trügen dazu nicht bei. Sie sorgten in aller Regel für ein „ziemlich hässliches Ambiente“.

Ein erstes Modellprojekt, das zeigt, wie die Glassammlung künftig ablaufen könnte, hat Hootz am Martin-Luther-Platz im Nordend initiiert. Dort können die Anwohner seit kurzem den ersten Unterflur-Altglascontainer nutzen. Ein weiterer wird bei der Neugestaltung des Buchrainplatzes in Oberrad eingebaut. Ginge es nach Hootz, gäbe es bald einen dritten an der Frankenallee im Gallusviertel. „Wir wollen bis Ende des Jahres rund zehn Unterflur-Standorte in Frankfurt haben“, sagt er. An vielen Stellen in der Innenstadt werde es allerdings kaum möglich sein, die Container rund zwei Meter tief in den Boden einzulassen, weil Leitungen und Rohre dies verhinderten. Diese für die Unterflurcontainer zu verlegen, würde laut Hootz in aller Regel zu teuer.

Schon jetzt kostet eines dieser neun Kubikmeter großen Unterflurbehältnisse inklusive Einbau rund 12.000 Euro. Die bisher von Veolia aufgestellten blauen Kunststoff-Container schlagen hingegen nur mit 1300 Euro zu Buche. Die Kosten für die beiden Modell-Unterflur-Container im Nordend und in Oberrad hat Hootz über das Projekt „Schöneres Frankfurt“ gedeckt. Wie die Stadt künftig Container und Einbau finanziert, ist noch offen.

Dreimal größer, seltener zu leeren

Für Hootz gibt es keinen Zweifel, dass das Ziel der Stadtplanung die Einführung der Unterflurcontainer sein müsse. Sie seien dreimal so groß wie die üblichen Altglascontainer und müssten deshalb seltener geleert werden - das spare Geld. Vor allem aber sei es eine Frage der Ästhetik, sich für diese Lösung zu entscheiden. In anderen Städten seien solche Behälter längst Standard. In Bad Homburg, Bad Vilbel und Eschborn werde kein Neubaugebiet mehr geplant, ohne Raum für sie vorzuhalten.

Von dem Unterflurbehältnis am Martin-Luther-Platz sind nur die drei Einfüllstutzen zu sehen, die gut einen Meter hoch sind und wie bisher die Trennung von weißem, grünem und braunem Glas ermöglichen. Der darunter liegende Container hat drei Kammern. Hootz zufolge wird der Entsorger Veolia ihn mit einem Kran herausziehen und in ein Fahrzeug leeren. Währenddessen hebe sich ein Blindboden an, so dass keine Gefahr bestehe, dass jemand in die dann leere Grube falle: „Es ist an alles gedacht.“

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Jahrgang 1961, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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