28.10.2007 · Schönes Gefühl, bei einem Marathon als Zuschauer und Unterstützter dabei zu sein. Aber mittendrin zu sein statt nur dabei, ist auch nicht so verkehrt. Denn Läufer genießen so einige Vorteile.
Von Thorsten WinterSchönes Gefühl, bei einem Marathon dabei zu sein. Eine geschätzte Viertelmillion Kinder, Frauen und Männer haben dieses Gefühl diesmal in Frankfurt geteilt. Alle als Zuschauer an der 42,195 Kilometer langen Strecke, viele von ihnen zudem als wandelnde Motivationshilfe. Aber mittendrin zu sein statt nur dabei, ist auch nicht so verkehrt. Denn Läufer genießen so einige Vorteile.
Den vielzitierten inneren Schweinehund, den die im Ziel begrüßten Finisher überwunden haben, einmal weggelassen: Wer mitläuft, kann sich an vielen Stellen vom Stehvermögen und der Kreativität der Zuschauer überzeugen. Da fallen zum einen allgemein die auf Bettlaken und Pappkartons gepinselten Grüße auf, die einem bestimmten Thomas und einer besonderen Karin dienen - aber deren Namensvettern im Zweifelsfall ebenfalls Auftrieb geben. Oder wenigstens ein Schmunzeln ins verschwitzte Gesicht zaubern.
Der Sinn des Tages
Unter den persönlichen Grüßen am Streckenrand finden sich zweitens regelmäßig solche, die in die Kategorie gut gemeint fallen. Wie jener, der eine Läuferin anhielt, die Vier-Stunden-Marke zu unterbieten - um dem Marathon-Tag einen Sinn zu geben. Ja, da freut sich bestimmt jeder, der ein paar Sekunden oder Minuten langsamer war. Und vor allem jene Läuferin, falls sie die Vorgabe nicht eingehalten hat.
Bei soviel Mitgefühl in der eigenen Fangemeinde sei auf geistlichen Beistand verwiesen, den auch Frankfurter Marathoni nicht missen müssen. „Noch 21 Kilometer hoffen und beten“, stand auf einem Transparent vor der Martinuskirche in Schwanheim. Diese hatte wohl all jene im Blick, die es mit dem Training für den Marathon nicht so genau genommen oder die sich auf der ersten Teilstrecke übernommen haben.
Kein Ärger im Auto
Aber bitte, es muss ja auch nicht gleich jeder die gesamten 42,195 Kilometer laufen, um mittendrin statt nur dabei zu sein. Die Staffel ist eine hübsche Alternative. Ein Quartett mit Kumpels oder Kollegen bilden, das hat was. Zumal nicht jeder gut zehneinhalb Kilometer laufen muss, damit das Quartett auf die 42,195 Kilometer kommt. Da gibt es kürzere und längere Teilstrecken, ist sozusagen für jeden etwas dabei. Sowas lässt sich auch mit ein paar Wochen Training meistern.
Auch Staffelläufer genießen einen noch nicht genannten Vorteil: Sie müssen sich nicht darüber ärgern, im Zweifelsfall in Frankfurt auf dem Weg zu Freunden mit dem Auto vor einer nicht enden wollenden Schlange von Marathoni zu stehen. Und das ist ja auch schon was.