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Frankfurt Kostenstreit um leere Flaschen

 ·  Die Stadt Frankfurt hat Altglas selbst weggeräumt - jetzt soll die Entsorgerfirma zahlen.

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Trotz aller Silvesterfeiern sieht es im neuen Jahr in Frankfurt rund um die Altglascontainer besser aus als in den Wochen zuvor. Zumindest an den Standorten in der Innenstadt und in Stadtteilen wie dem Nordend, an denen sich vor Weihnachten und zwischen den Jahren die leeren Flaschen nur so türmten, ist kein Altglas mehr zu entdecken. „Wir hoffen, dass nun alles behoben ist“, heißt es aus dem Umweltdezernat.

Dafür hatte im Auftrag der Stadt die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) und deren Tochterunternehmen, die FFR, gesorgt. Der Leiter der Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“, Peter Postleb, hatte unter Hinweis auf die Gefahrenabwehr in einer Eilaktion die beiden Unternehmen beauftragt, am Freitag und Samstag alle Flaschen zu entsorgen, die sich um die Glascontainer befanden.

„Nach Bedarf“ werden die Glascontainer geleert

Parallel ist auch die Veolia Umweltservice GmbH verstärkt im Einsatz gewesen, das Privatunternehmen, das seit einigen Jahren im Auftrag des Dualen Systems Deutschland für das Einsammeln des Altglases in Frankfurt zuständig ist. Nun ist ein Kostenstreit entbrannt: Frankfurt fordert von Veolia, die Kosten für die FES-Touren zu erstatten, die Veolia GmbH möchte hingegen von der Stadt einen Ausgleich für ihre zusätzlichen Container-Leerungen. Veolia hat für Freitag eine Pressekonferenz angekündigt. Es ist eines der großen Entsorgungsunternehmen in Deutschland mit Sitz in Hamburg. Erst 2010 hatte es wieder für zwei Jahre die Ausschreibung für das Altglas-Sammeln in Frankfurt gewonnen.

Üblicherweise arbeitet Veolia mit drei Fahrzeugen in der Stadt, mit denen die mehr als 1000 Glascontainer geleert werden, manche jeden Tag, andere alle zwei Wochen. „Nach Bedarf“, heißt es im Vertrag. Ob die Leistungen erbracht werden, hat nach Angaben des Umweltdezernats nicht die Stadt, sondern das Duale System mit Sitz in Köln als Auftraggeber zu kontrollieren. Die Stadt stimmt mit Veolia in einer „Abstimmungserklärung“ lediglich ab, wo und wie viele Container aufgestellt werden können. Der derzeitige Vertrag sieht erstmals auch „Unterflurstandorte“ vor: Altglascontainer, die in den Boden eingelassen werden. Geplant sind diese unterirdischen Behältnisse etwa am Martin-Luther-Platz im Nordend und an der Frankenallee im Gallus.

Sehr zeitintensiv

Warum es in der Innenstadt und in einigen Stadtteilen in den vergangenen Wochen - seit Oktober waren bei der FES verstärkt Beschwerden eingegangen - zu den massiven Problemen gekommen ist, hat Veolia bisher mit erhöhten Altglasmengen begründet. So soll es etwa an der Kleinmarkthalle bis vor wenigen Wochen gereicht haben, den Container einmal in der Woche zu leeren, nun seien tägliche Leerungen notwendig. Tatsächlich gibt es, das ist auch die Beobachtung der FES, zahlreiche Gastronomiebetriebe, die sich das Aufstellen einer eigenen Altglastonne durch die FES, für die zehn Euro im Monat zu zahlen sind, sparen und stattdessen den öffentlichen Container nutzen. Insgesamt hat in Frankfurt die Altglas-Menge 2011 nicht zugenommen. Im November 2010 etwa sind 1189 Tonnen angefallen, so die FES, im vergangenen November seien es 1214 Tonnen gewesen. Wie viele Tonnen Altglas bei der jüngst notwendig gewordenen, zusätzlichen Sammelaktion zusammengekommen sind, vermochte die FES nicht zu sagen. „Gefühlt ist es sehr viel gewesen“, sagte Sprecher Michael Werner. Mehrere Dutzend Straßenreiniger hätten per Hand die leeren Flaschen eingesammelt und sie später direkt zur Abfallumladestation im Osthafen gefahren.

Läuft ein Altglascontainer erst einmal über und stehen Flasche rund um den Container, dann, so die Fachleute, „kommt das ganze Gefüge schnell durcheinander“. Veolia-Mitarbeiter müssten dann den Container leeren, wieder abstellen, die herumliegenden Flaschen aufsammeln und den Container noch einmal in ihren Lastwagen ausleeren, da er sonst schnell wieder überläuft. Das kostet Zeit und erfordert Extra-Schichten. Im Umweltdezernat ist man skeptisch, ob die von Veolia am 5. Dezember geforderten neun neuen Container-Standorte notwendig sind. Veolia wolle auf diesem Wege möglicherweise nur „den Leerungsrhythmus betriebswirtschaftlich optimieren“. In jedem Fall müssen die Ortsbeiräte gefragt werden, ob sie weiteren Containern etwa an der Kleinmarkthalle und am Willy-Brandt-Platz zustimmen. Zunächst hat das Umweltdezernat die FES beauftragt, die Container im Blick zu behalten und schneller zu melden, wenn einer überquillt.

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Jahrgang 1961, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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