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Veröffentlicht: 08.02.2013, 20:21 Uhr

Frankfurt Infraserv Höchst vor Stellenabbau

Aus der Sorge ist Gewissheit geworden: Die Infraserv GmbH in Höchst plant, bis zu 450 Stellen zu streichen oder auszulagern.

© Röth, Frank Sparkurs: Bis zu 450 Arbeitsplätze weniger könnte es demnächst bei Infraserv geben.

Im Industriepark Frankfurt-Höchst ist die Sorge, es könnte wegen Sparbemühungen zu einem Stellenabbau kommen, zur Gewissheit geworden. Wie Gabriele Katzmarek, Leiterin des Bezirks Rhein-Main der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (BCE), dieser Zeitung sagte, plant die Betreibergesellschaft des Parks, die Infraserv GmbH, bis zu 450 Stellen entweder zu streichen oder sie auszulagern.

Jochen Remmert Folgen:

Für Montag sind Gespräche zwischen dem Betriebsrat und der Unternehmensleitung angesetzt, wie die Gewerkschafterin weiter sagte. Dabei soll der Erhalt der Arbeitsplätze im Mittelpunkt stehen. Am darauffolgenden Tag will die Gewerkschaft Belegschaft und Öffentlichkeit über die Ergebnisse informieren.

Stellenabbau seit Dezember befürchtet

Schon seit einiger Zeit gab es Katzmarek zufolge Befürchtungen, dass Arbeitsplätze in Gefahr sind, nachdem die Leitung des Industrieparks im Dezember verkündet hatte, in den nächsten drei Jahren 75 Millionen Euro im Industriepark einsparen zu wollen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Jürgen Vormann, wollte seinerzeit aber noch nicht sagen, ob nach Abschluss des „Perspektive 2015+“ genannten Sparprogramms die Infraserv-Gruppe weniger Mitarbeiter als die bislang 2700 zählen würde. „Unter sonst gleichen Bedingungen könnten es vielleicht weniger sein“, hatte Vormann aber schon angedeutet. Und zwar für den Fall, dass die im vergangenen Jahr vorgestellte Expansionsstrategie nicht funktionieren würde. Die sieht vor, weitere Industrieparks als Betreiber zu übernehmen und das vorhandene Knowhow zu nutzen.

Außer dem Industriepark Frankfurt-Griesheim betreibt Infraserv schon jetzt ein Werk in Monheim im Rheinland. In Kooperation mit einem Partner soll außerdem ein Gelände des Arzneimittel- und Impfstoffherstellers Novartis in Marburg neu entwickelt werden.

Verlustfaktor Energiewende

Die Erfolge des Vorhabens, außerhalb von Griesheim zu wachsen, schlagen sich nach Angaben des Unternehmens in den Zahlen für 2012 nieder: Im Dezember ging die Unternehmensleitung bis zum Jahresende von Erlösen für die Standorte außerhalb des Stammsitzes in Höchst von 31,5 Millionen Euro aus nach rund 30Millionen Euro im Jahr 2011. Für die Umsätze des Ausbildungs- und Bildungsdienstleisters Provadis rechnete das Haus mit einem Anstieg auf 41,3 Millionen Euro nach 40,6 Millionen im Jahr davor.

Den größten Rückgang verzeichnete die Muttergesellschaft, wie es im Dezember weiter hieß, infolge der Energiewende und des Vorrangs etwa für Wind- und Sonnenenergie. In der Folge ging man für das Gesamtjahr 2012 von einem Rückgang der Erlöse aus dem Energiehandel von etwa 83 Millionen Euro aus im Vergleich zu 2011. Für die Gesamtumsätze rechnete die Unternehmensleitung für 2012 mit einem Rückgang um 6,8 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. Selbst der Betrieb einer hochmodernen Gasturbinenanlage lohne sich infolge der Energiewende derzeit nicht, hieß es bei Infraserv seinerzeit weiter.

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Quelle: F.A.Z.

 

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